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Giuseppe Becce

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Giuseppe Becce (* 3. Februar 1877 in Lonigo/Vicenza, Italien; † 5. Oktober 1973 in Berlin) war ein in Deutschland tätiger, italienischer Filmkomponist.

Becce stammte aus bäuerlichen Verhältnissen in Lonigo (Vicenza, Oberitalien), war ursprünlglich Geodäth, aber auch schon früh Musiker und Dirigent, lebte ab 1906 in Berlin. Er studierte dort unter Arthur Nikisch und Ferruccio Busoni Komposition. In dem von Oskar Messter produzierten Film Richard Wagner spielte Giuseppe Becce 1913 unter der Regie von Carl Froelich die Titelrolle. Er schrieb hierzu eine eigenständige Begleitmusik. Für weitere Filme schrieb er jeweils kurze Musiken, die, flexibel genug, zur Begleitung ständig wiederkehrender Filmsituationen variiert werden konnten. Eine Sammlung dieser Kompositionen, die sogenannte "Kinothek" wurde 1919-1933 im Verlag Schlesinger'sche Buchhandlung in Berlin veröffentlicht.

1915-1923 leitete Becce das kleine Orchester des Berliner Mozartsaals am Nollendorfplatz. Nach dem ersten Weltkrieg wurde Becce der Chef der Musikabteilung der Decla-Bioscop AG und Chefdirigent des Filmorchesters, des späteren UFA-Orchesters und arbeitet als Kinokapellmeister u.a. in den Berliner Uraufführungsfilmtheatern (ab 1922 UFA-Pavillon am Nollendorfplatz, 1923 Tauentzien-Palast, 1926 Gloria-Palast). Jetzt arbeitete er mit den großen Regisseuren der Stummfilmzeit zusammen, wie Fritz Lang, Friedrich Wilhelm Murnau, Georg Wilhelm Pabst, Ernst Lubitsch, Ludwig Berger, Joe May, Berthold Viertel, arangierte und schrieb teilweise größere Filmmusiken für sie. 1920 gibt Becce die Zeitschrift Film-Ton-Kunst heraus, ab 1921 das "Kinomusikblatt", ab 1926 wieder unter dem Titel "Film-Ton-Kunst. Eine Zeitschrift für die künstlerische Musikillustration des Lichtbildes", ab 1927 offizielles Mitteilungsorgan der "Gesellschaft der Filmmusik-Autoren Deutschlands e.V.", 1928 ging diese in die Zeitschirft R.D.K. über, Vertrauliche Mitteilungen des Reichsbund deutscher Kinokapellmeister.[1] 1927 gab er auch zusammen mit Hans Erdmann und Ludwig Brav ein Allgemeines Handbuch der Filmmusik heraus, das u.a. auf seiner Kinothek basierte und im zweiten Band den Stummfilmpianisten auf einfache Art ermöglichte, Filme mit standardisierten Genreintonationen und Motiven von Komponisten wie d'Albert, Auber, Bizet, Delibes, Messenet, Sibelius, Smetana, Tschaikowski und Verdi, aber auch Film-Illustratoren wie Morris Aborn, Gaston Borch, Carl May, I.S. Zamecnik, sowie Becce selbst zu begleiten.

Mit Beginn des Tonfilmes betreut er musikalisch diverse Opern-, Operetten- und Musikfilme, arbeitet mit Leni Riefenstahl, auch für den Olympiafilm und Luis Trenker zusammen, für den er in den späteren Jahren seine Berg- u. Heimatfilme vertonte. Seine, in den 30er, 40er und 50er Jahren außerordentlich produktive, Arbeit für den Film war in seltenen Fällen ausschließlich Eigenkomposition, meist vermischte Becce seine eigenen Schöpfungen mit denen anderer Komponisten.

In den 1950er Jahren schrieb Giuseppe Becce häufig Musik für den westdeutschen Heimatfilm.

Inhaltsverzeichnis

Filme

Quellenangaben


Literatur

  • Hans Erdmann, Giuseppe Becce, Ludwig Brav: Allgemeines Handbuch der Film-Musik. Schlesinger'sche Buchh., Berlin-Licherfelde 1927.
  • Film-Ton-Kunst. Eine Zeitschrift für die künstlerische Musikillustration des Lichtbildes. Gegr. v. G. Becce. Schlesinger'sche Buchhandlung, Berlin 1.1920-6.1927.

Weblinks

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