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Geweih
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Das Geweih ist der aus Knochensubstanz gebildete „Kopfschmuck“ von männlichen Hirschen (Cerviden) - nur beim Ren (Rangifer tarandus) tragen beide Geschlechter ein Geweih. Nicht zu verwechseln ist es mit dem Kopfschmuck der Hornträger (Boviden) wie bei Dickhornschaf, Muffelwild, Bison, Steinbock, Gams oder Ziegen. Dieser besteht aus Horn, wächst ein Leben lang mit und wird nicht abgeworfen, kann aber bisweilen abbrechen. Geweihe dagegen werden jedes Jahr neu gebildet.
Durch Steuerung über das Hormon Testosteron wachsen aus der Stirn der Tiere aus Rosenstöcken (zapfenförmige Knochengebilde) Knochenstangen, die mit fortschreitendem Alter der Tiere und je nach Art des Tiers Verzweigungen (Enden, Sprossen) oder Schaufeln bilden können. Je nach Anzahl dieser Enden werden die Tiere in der Jägersprache als Achtender, Zehnender usw. bezeichnet. Dabei wird die Endenzahl der endenreicheren Stange ggf. doppelt gezählt. Sind die Endenzahlen gleich, spricht man z.B. von einem "geraden" Zehnender, anderenfalls von einem "ungeraden".
Die Knochensubstanz der Geweihe wird während der Wachstumsphase über eine kurzbehaarte Haut, den Bast, durch Blutgefäße versorgt.
Nach Abschluss des Wachstums wird die Blutversorgung eingestellt, die Knochensubstanz stirbt ab, der Bast trocknet aus und wird vom Tier an Büschen und Bäumen abgestreift (gefegt).
Das frisch gefegte Geweih ist von weißer Farbe. Die später bräunliche Verfärbung entsteht durch Pflanzensäfte, die durch wiederholtes Schlagen des Geweihs in Büsche und Bäume (Reviermarkierungsverhalten) von der Knochensubstanz aufgenommen werden.
Störungen im Testosteron-Haushalt (Mangel, Totalausfall, oder Verletzungen an den Hoden) führen regelmäßig zu Geweihmissbildungen. Die bekannteste ist der Perückenbock.
Das Geweih des Rehwildes wird in der Jägersprache etwas missverständlich als Gehörn bezeichnet.
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