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Geschichte Eritreas
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Als Beginn der Geschichte des Staates Eritrea kann das italienische Dekret vom 1. Januar 1890 gesehen werden, mit dem verschiedene Volksgruppen am Roten Meer zu der italienischen Kolonie Eritrea vereinigt wurden.
Um 500 v. Chr. entstand in der Region Eritreas und Nordäthiopiens das aksumitische Reich mit seinem Haupthafen Adulis. Nach dem Aufstieg des islamischen Reichs und der Eroberung Ägyptens verlor das christliche Aksum jegliche Verbindung zu anderen christlichen Reichen. Die Aksumiten zogen sich nach Süden ins Hochland zurück und schließlich ging das Reich im 10. Jahrhundert n. Chr. unter. Danach gehörten die verschiedenen Völker, die auf dem Gebiet des heutigen Eritrea lebten, zum Teil zum äthiopischen Kaiserreich (dem Nachfolgerreich von Aksum) und zum Teil waren sie von Ägypten bzw. dem Sultanat Adal unterworfen worden. Daraufhin folgten die Osmanen bzw. nochmals die Ägypter, die ihr Reich über die arabische Halbinsel, über das Rote Meer auf die Küste Eritreas ausdehnten. Sie selbst unterschieden sich in Bezug auf Lebensweise, Ökonomie, Sprache und Religion. Obwohl die Küste nicht mehr direkt von den äthiopischen Kaisern regiert wurde, hatte deren Statthalter in Mareb Malesh (alter Name der Region Eritreas) trotzdem noch den Titel Bahrä Nägasch oder Bahr Negus – „Regent des Meeres“ – inne.
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Die Zeit als italienische Kolonie
Im 19. Jahrhundert eroberten dann die Italiener den Küstenstreifen namens „Land am Meer“ und gründeten am 1. Januar 1890 die Kolonie Eritrea. In den 50 Jahren der italienischen Herrschaft hatte die Kolonialverwaltung die Macht der orthodoxen Kirche und lokaler Autoritäten gebrochen. Durch ihre Politik der Rassentrennung und die Ausrichtung Eritreas zum Rohstofflieferanten formten sie unbeabsichtigt auch ein ökonomisch, sozial und politisch einheitliches eritreisches Volk.
Eritrea im Zweiten Weltkrieg
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Im Zweiten Weltkrieg eroberte Großbritannien Eritrea, nachdem die Italiener sich am 1. April 1941 in Asmara geschlagen geben mussten. Großbritannien übernahm für den Rest des Krieges die Herrschaft in Person von General Platt als General Officer Commanding in Eritrea (G.O.C.E.).
Von 1945 bis zur Unabhängigkeit
Am 2. Dezember 1950 verlängerte die Generalversammlung der Vereinten Nationen mit der Resolution 390(V)A das britische Mandat über Eritrea, welches Italien im Vertrag von 1947 anerkannt hatte. Eritrea wurde am 15. September 1952 in die Obhut der kurz davor gegründeten Vereinten Nationen übergeben.
1947 fanden Wahlen statt, bei denen Pro-Unabhängigkeitsparteien gewonnen hatten. 1950 hatte die UNO unilateral auf eine so genannte Föderation mit Äthiopien bestanden, die später erzwungen wurde. Die Autonomie Eritreas wurde von Äthiopien Stück für Stück aufgehoben, z. B. durch die Herabstufung der autonomen Regierung zu einer Verwaltungsbehörde am 20. Mai 1960, bis 1961 Äthiopien endgültig Eritrea besetzte und nachdem sich das Parlament selbst aufgelöst hatte, annektierte. Unabhängigkeitsbewegungen entstanden, der Konflikt spitzte sich nach dem Sturz der Monarchie weiter zu.
1961 entstand die Eritreische Befreiungsfront (ELF). 1970 spaltete sich von dieser die Eritreische Volksbefreiungsfront (EPLF) ab. Die äthiopische Regierung erhielt Unterstützung von russischen und kubanischen Truppen, konnte die Befreiungsarmeen aber nicht ausschalten.
1989 begann die EPLF mit einer großangelegten Offensive gegen die äthiopischen Truppen. 1991 besiegte die eritreische Volksbefreiungsfront zusammen mit äthiopischen Widerstandsgruppierungen die äthiopische Armee. Dann unterstützte sie die äthiopischen Rebellen, um die äthiopische Regierung in der Hauptstadt Addis Abeba zu übernehmen. Im April 1993 kam es zu einem Referendum, in dem 99,8 % für die Unabhängigkeit Eritreas stimmten und am 24. Mai wurde die Unabhängigkeit proklamiert.
1993 bis heute
Die Beziehungen zu Äthiopien blieben gespannt. 1998 erklärte Eritrea Äthiopien den Krieg, nachdem es zu einem Grenzzwischenfall gekommen war. Im Eritrea-Äthiopien-Krieg kam es zu schweren Kämpfen, insbesondere um das eigentlich bedeutungslose Grenzgebiet Yirga, das nach eritreischer Auffassung zur Region Gash-Barka, nach äthiopischer dagegen zu Tigre gehört.
Im Mai 2000 weigerte sich Äthiopien, an Friedensverhandlungen mit Eritrea teilzunehmen, und begann seine dritte Offensive. Trotzdem kam es im Juni zu einem Waffenstillstandsabkommen und im Dezember wurde gar der algerische Friedensplan von beiden Seiten angenommen und unterschrieben, nachdem die äthiopische Armee rund ein Drittel Eritreas erobert hatte. Nach dem Friedensplan sollte eine Unabhängige Grenzkommission in Den Haag über den strittigen Grenzverlauf entscheiden. Im Oktober 2003 akzeptierte Äthiopien deren Schiedspruch jedoch nicht.
2006 wird Eritrea beschuldigt, in Somalia die Äthiopien feindlich gegenüberstehende Union islamischer Gerichte zu unterstützen. Es wird befürchtet, der Bürgerkrieg in Somalia könnte sich zu einem erneuten (Stellvertreter-)Krieg zwischen Äthiopien und Eritrea auswachsen.
Siehe auch
Literatur
- Gayim, Eyassu: The Eritrean Question: The conflict between the right to self-determination and the interests of State. Iustus Verlag, Uppsala 1993
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