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Georg Simon Ohm

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Georg Simon Ohm (* 16. März 1789 in Erlangen; † 6. Juli 1854 in München) war ein deutscher Physiker.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Georg Simon Ohm wurde am 16. März 1789 als Sohn eines Universitätsschlossers in Erlangen geboren. Der Vater muss ein besonderer Mann gewesen sein, denn sein Freizeitvergnügen war die Philosophie; er studierte mit seinen Söhnen Georg Simon und Martin noch in seinen letzten Jahren fleißig Mathematik. Der sechzehnjährige Georg Simon ging nach dem Gymnasium auf die Erlanger Universität, dann besuchte er für sechs Jahre als Privatlehrer die Schweiz, kehrte anschließend in seine Heimatstadt zurück und promovierte 1811 mit einer Arbeit „Über Licht und Farben“. Das erste Buch, von dem er sich wissenschaftliches Ansehen erhoffte, wurde ein völliger Misserfolg. Als die Preußen in Köln ein neues Schulwesen aufbauten, wechselte Georg Simon Ohm an den Rhein als Betreuer der physikalischen Sammlung des Jesuitenkollegs und Lehrer für Mathematik und Physik des Jesuitenkollegs in der Marzellenstraße. Er gab den größten Teil seines Einkommens für die Physik-Sammlung und das chemische Labor aus und experimentierte eifrig.

Anfang 1821 fand er den grundsätzlichen Zusammenhang zwischen Stromstärke, Spannung und Widerstand an einem elektrischen Leiter, das nach ihm benannte ohmsche Gesetz: Spannung gleich Stromstärke mal Widerstand.

Vor allem erkannte Ohm - ganz im Gegensatz zu seinen Zeitgenossen - sofort die universelle Bedeutung dessen, was er experimentell ermittelt hatte. Er ließ sich für ein Jahr beurlauben, zog zu seinem Bruder Martin, der mittlerweile in Berlin Professor war, und schrieb sein allerdings erst später berühmt gewordenes Buch: „Die galvanische Kette, mathematisch bearbeitet“. Ohms völlige Abkehr von der naturphilosophischen Betrachtung der Elektrizität wurde zunächst aber nicht verstanden, man polemisierte gegen sein „zweckloses Spiel mit mathematischen Symbolen“.

Nach mehreren Jahren erhielt Ohm 1833 die Professur für Physik am Königlich-bayerischen Polytechnikum in Nürnberg, das er von 1839 bis 1849 als Rektor leitete und das der Vorgänger der heutigen Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule Nürnberg war. Die Royal Society in London ehrte ihn 1841 mit der Copley-Medaille, die nach damaligen Vorstellungen dem heutigen Nobelpreis entspricht. Vor ihm hatte sie als einziger deutscher Gelehrter nur Carl Friedrich Gauß erhalten. Im selben Jahr wurde Ohm Mitglied der Akademie in Turin, 1842 auswärtiges Mitglied der Londoner Royal Society.

Aus dem Sonderling, der mit seinem Spitz „Wackl“ im Nürnberger Stadtwald spazierenging, wurde die international anerkannte Kapazität. Nun folgten auch - spät genug - Ehrungen in der Heimat. Diese Jahre des Erfolges beflügelten ihn zu neuen wissenschaftlichen Arbeiten, vor allem auf dem Gebiet der Akustik. Seine „Theorie des Tones“, in der er Tonfärbungen als Wirkung von Oberschwingungen erklärte, wurde abgeleht, und als etwa 15 Jahre später Hermann von Helmholtz seine Klanganalysen beschrieb, wurde Ohms Theorie diesem zugeschrieben.

Das einzige bekannte Porträt zeigt Ohm mit dem Ordenskreuz des Bayerischen Maximiliansordens für Wissenschaft und Kunst vor der Halsbinde in seinen letzten Lebensjahren in der bayerischen Landeshauptstadt. König Maximilian II. von Bayern hatte Ohm 1849 nach München geholt und ihn zum zweiten Konservator der mathematisch-physikalischen Sammlung, 1852 als Ordentlichen Professor für Physik und Mathematik zum Leiter des physikalischen Kabinetts der Universität München ernannt. Zugleich wurde Ohm Ministerialreferent für die Telegraphenverwaltung. Die Stadt Nürnberg verlieh ihm 1850 das Ehrenbürgerrecht.

Zwei Jahre nach der späten Anerkennung, am 6. Juli 1854, starb Georg Simon Ohm im Alter von 65 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalles. Seine letzte Ruhestätte befindet sich auf dem alten Südfriedhof in München [1]. Ironie der Geschichte: Man setzte Ohm ein falsches Geburtsjahr und einen falschen Todestag auf seinen Grabstein.

Ehrungen

An der Technischen Universität München wurde ihm ein Denkmal in der Theresienstraße gesetzt [2][3] und im Jahre 2004 anläßlich seines 150. Todestages ein Festkolloquium gewidmet, auf dem auch der deutsche Nobelpreisträger Klaus von Klitzing einen Vortrag hielt [4][5].

Das Deutsche Museum zeigt seine Instrumente, die Staatliche Akademie für angewandte Technik in Nürnberg wurde zum Jahrhundert-Jubiläum 1933 in „Ohm-Polytechnikum Nürnberg“ umbenannt.

Die Fachhochschule Nürnberg, der bei der Errichtung 1971 das Ohm-Polytechnikum als Ausbildungsrichtung Technik eingegliedert worden war, erhielt 1983 vom Bayerischen Landtag per Gesetz den Namen „Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule Nürnberg“ verliehen.

In Köln, der Stadt. in der ihm seine Entdeckung gelang, wurde ein Berufskolleg, die Georg-Simon-Ohm-Schule Köln, nach ihm benannt. An seiner damaligen Wirkungsstädte in der Mazellenstraße brachte die Stadt zu seinem 150ten Geburtstag eine Gedenktafel an.

1893 sprach der Elektrische Welt-Kongress in Chicago die größte Ehrung aus: Der Name Ohm wurde zur internationalen Einheit des elektrischen Widerstandes, bezeichnet durch das große griechische Omega.

Werk

Die Schriften Ohms sind zahlreich. Die wichtigste war ein 1827 in Berlin veröffentlichter Artikel mit dem Titel Die galvanische Kette mathematisch bearbeitet. Dieses Werk, dessen Keimzellen in den zwei vorangegangenen Jahren im Biographisch-literarischen Handwörterbuch der exakten Naturwissenschaften von Johann Salomon Schweigger und Johann Christian Poggendorff erschienen waren, hatte einen wichtigen Einfluss auf die Entwicklung der Theorie und Anwendung des elektrischen Stroms ausgeübt.

Ohms Name ist in die Terminologie der Elektrizitätslehre eingegangen. Als ohmsches Gesetz wird die Proportionalität zwischen Strom und Spannung in einem elektrischen Leiter bezeichnet, die Ohm im Frühjahr 1826 gefunden hatte. Die Proportionalitätskonstante wird als elektrischer Widerstand bezeichnet, dessen SI-Einheit das Ohm (Symbol Ω) ist.

Er stellte auch 1843 die Theorie der Aliquote- oder Obertöne auf.

Liste ausgewählter Werke

  • Beiträge zur Kristallplatten zwischen geradlinig polarisiertem Licht wahrnehmbaren Interferenzerscheinungen (München 1852–53)
  • Grundzüge der Physik (Nürnberg 1854)
  • Die galvanische Kette mathematisch bearbeitet (Berlin 1827; neue Ausg., Wien 1857)

Literatur

  • Carl M. von Bauernfeind: Gedächtnisrede auf Georg Simom Ohm, Technische Universität, München 1882.
  • Ernst G. Deuerlein: Georg Simon Ohm 1789 - 1854. Leben und Wirken des großen Physikers. Erweiterte 2. Auflage, Erlangen: Verlag Palm & Enke, 1954, 32 S.
  • Michael Droescher: Georg Simon Ohm (1789-1989), Kulturamt, Erlangen 1989.
  • Peter May: Georg Simon Ohm. Leben und Wirkung, Stadtmuseum, Erlangen 1989.
  • Dietmar Hahlweg, Walter Füchtbauer, Klaus von Klitzing: 200 Jahre Georg Simon Ohm. 1798 - 1989. Georg-Simon-Ohm-Verein, Erlangen 1989, 30 Seiten.

Quellen

  1. Grab von Georg Simon Ohm auf dem alten Münchner Südfriedhof.
  2. Lageplan des Denkmals von Georg Simon Ohm in der Theresienstraße in München.
  3. Photographie des Denkmals von Georg Simon Ohm in der Theresienstraße in München.
  4. Programm zum Festkolloquium an der TU München 2004. (PDF, 259 kB)
  5. Rede des Präsidenten der TU München auf dem Festkolloquium 2004. (PDF, 48 kB)

Wikilinks

Elektrischer Widerstand Ohm (Einheit) Ohmsches Gesetz Ohmmeter Widerstandsmessgerät

Weblinks

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