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Gefreiter

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Gefreiter ist ein Dienstgrad eines Soldaten in der Laufbahngruppe der Mannschaften.

Inhaltsverzeichnis

Deutschland

Dienstgrad Gefreiter
Dienstgrad Gefreiter

Dienstgrad

Der Dienstgrad Gefreiter (Abkürzung Gefr) wird einem Soldaten der Bundeswehr allgemein nach dreimonatiger Dienstzeit bei der Bundeswehr übertragen (§ 9.1 Soldatenlaufbahnverordnung, SLV) wenn er mit dem Dienstgrad Soldat eingestellt wurde. Früher standem dem Gefreiten gewisse Privilegien gegenüber niedrigeren Dienstgraden (einfacher Soldat) zu, wie z.B. die Befreiung von Wachdiensten. Heute werden in der Bundeswehr fast ausschließlich Soldaten aus der Dienstgradgruppe der Mannschaften (Gefreiter, Obergefreiter, Hauptgefreiter, etc.) zu Wachdiensten eingesetzt.

  • Weibliche Soldaten mit diesem Dienstgrad führen im Schriftverkehr den Zusatz (w). Die Bezeichnung Gefreite wird in der Bundeswehr nur umgangssprachlich, nicht jedoch offiziell verwendet. Die offizielle Anrede lautet Frau Gefreiter.
  • Der Dienstgrad Gefreiter kann nur durch die Einstellung mit einem höheren Dienstgrad übersprungen werden. Auch Unteroffizieranwärter und Offizieranwärter müssen diesen Dienstgrad durchlaufen.
  • Die Beförderung zum Gefreiten ist obligatorisch und wird in der Regel nur bei groben Disziplinarverstößen verweigert. Eine Beförderung zum Gefreiten und/oder Obergefreiten ist jedoch ausgeschlossen, wenn der Soldat einen Antrag auf Kriegsdienstverweigerung gestellt hat und/oder das Gelöbnis verweigert.
  • Die Unteroffizieranwärter tragen den Dienstgradzusatz UA (z.B. „Gefreiter UA“), die Feldwebelanwärter FA und die Offizieranwärter OA. Der nächsthöhere Dienstgrad ist Obergefreiter.

Abkürzungen

Dienstgrad Gefreiter (Marine)
Dienstgrad Gefreiter (Marine)

(Bezeichnungen mit Anwärterzusatz nur im Schriftverkehr)

  • Gefreiter (Gefr, G)
  • Gefreiter − Unteroffiziersanwärter (Gefr UA, G UA)
  • Gefreiter − Feldwebelanwärter (Gefr FA, G FA)
  • Gefreiter − Offiziersanwärter (Gefr OA, G OA)
  • Gefreiter − Sanitätsoffiziersanwärter (Gefr SanOA, G SanOA)

Dienstgradabzeichen

Das Dienstgradabzeichen ist ein diagonal verlaufender Balken, vom Träger aus gesehen wie ein entgegengesetzter Schneepflug. Wegen der Ähnlichkeit des Rahmens und der damit geometrischen Form, wird dieser scherzhaft auch als „Pommes“ bezeichnet. UA/MA (Maatanwärter) tragen einen waagerechten Balken am inneren (dem Hals zugewandten) Ende. FA tragen am äußeren Ende eine goldfarbene Litze, BA (Bootsmannanwärter) einen doppelten waagerechten Balken. OA tragen am äußeren Ende eine silberfarbene Litze, bzw. bei der Marine bereits den goldenen Stern der Offiziere.


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Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Gefreiter, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.


Österreich

Im Österreichischen Bundesheer zählt der Gefreite zu den Chargendienstgraden (Verwendungsgruppe M ZCh). Es besteht die Möglichkeit noch während der Grundwehrdienstzeit zum Gefreiten befördert zu werden. Grundwehrdiener, die sich als besonders engagiert erwiesen haben, können diesen Dienstgrad erhalten (meist nach dem fünften Monat). Es ist jedoch von der Kaserne abhängig, ob diese Beförderung während des Grundwehrdienstes wirklich durchgeführt wird. Das Abzeichen ist ein weißer Stern.

Siehe auch: Dienstgrade im Bundesheer

Vorlage:DG BH Chargen

Schweiz

In der Schweizer Armee ist der Gefreite ein Mannschaftsdienstgrad, der zur Gruppenführer-Stellvertretung befähigt ist. Im Gegensatz zu anderen Armeen wird ein Mannschaftsdienstgrad Soldat nicht automatisch nach einigen Monaten Dienstzeit zum Gefreiten. Den Grad erhalten Soldaten die z. B. hohe Kompetenz im Umgang mit den anvertrauten technischen Mitteln beweisen oder andere Fähigkeiten aufweisen die den Grad rechtfertigen. So kann es durchaus sein, dass ein Soldat bereits nach dem ersten WK (Wiederholungskurs) zum Gefreiten befördert wird. Der Gefreite erhält einen höheren Sold (6.- anstatt 5.- sFr pro Tag), das Dienstgradabzeichen zeigt zwei Schrägbalken.

In Auslandeinsätzen wird er als Private bzw. Private E-2 bezeichnet (Pte). NATO-Code: OR-2. Vor einigen Jahren wurde noch die aus der britischen Tradition stammende Bezeichnung Lance Corporal (LCpl) verwendet. Eine Verwechslung mit dem Obergefreiten der deutschen Bundeswehr ist möglich.

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Begriffsgeschichte

In den Landsknechtsheeren des 16. Jahrhunderts wurden besonders zuverlässige und erfahrene Soldaten zu gefreyten Knechten ernannt, sie führten die Wache auf und wurden im Gefecht an besonders kritischen Punkten eingesetzt, waren allerdings von bestimmten Diensten befreit.

Im 18. Jahrhundert stellten die Gefreiten das erste Glied einer Kompanie, jeder Gefreite war Führer einer Rotte (das heißt der Soldaten die in den Gliedern direkt hinter ihm standen). In der Preußischen Armee wurde der Dienstgrad ab 1807 auch für die Kavallerie eingeführt und blieb mit der Ausnahme des Obergefreiten der Artillerie (seit 1859) der einzige Mannschaftsdienstgrad im preußischen bzw. kaiserlichen Heer bis 1918.

Bedingt durch längere Dienstzeiten und höhere Spezialisierung wurden ab der Weimarer Republik die Dienstgrade Ober- und Stabsgefreiter eingeführt und auch von der Wehrmacht beibehalten (bis 1945).

In der Kaiserlichen Marine rangierte der Obermatrose gleichauf mit dem Gefreiten. Dem Obermatrosen wurden nach 1919 in der Reichsmarine die Dienstgrade des Matrosengefreiten, des Matrosenobergefreiten und des Matrosenstabsgefreiten vorgesetzt. Ab 1938 wurden in der Kriegsmarine die Dienstgrade des Gefreiten, des Obergefreiten, des Hauptgefreiten und des Stabsgefreiten eingeführt. Die Laufbahnbezeichnung Matrosen-, Funk- und Maschinen- wurden jeweils vorangesetzt.

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