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Gamasche
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Als Gamaschen (Kamaschen, Gamaschenschuhe, franz.: gamaches), eigentlich Socken ohne Sohlen, werden Fußbekleidungsstücke aus Tuch, Leinwand oder Leder bezeichnet, die früher seitlich geschnürt oder geknöpft wurden. Etymologisch geht der Begriff auf das arabische Wort gild gadamasiy zurück, was auf deutsch Leder aus Ghadames (einer Stadt in Libyen) bedeutet.
Gamaschen sind den Socken nachgeformt und reichen, an den Schuh anschließend, meistens bis zum Knie oder über dasselbe. Sie sollen gegen das Eindringen von Schmutz und Feuchtigkeit in die Schuhe wie das Bein gegen Verletzungen durch Gestrüpp schützen. Außerdem dienen sie als Kälteschutz.
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Geschichte
Lederne Gamaschen gehörten im 18. Jahrhundert zur Uniform der Soldaten. In den Armeen sind sie durch die Einführung langschäftiger Stiefel verdrängt worden und nur noch bei der französischen Infanterie gebräuchlich.
Von 1820 bis in die 1930er Jahre war die Gamasche das modische Zubehör des eleganten Mannes, welches allerdings nur noch den Knöchel bedeckte. Die Gamaschen wurden ausschließlich zum eleganten Tagesanzug und zu gestreiften knöchellangen, meist umschlaglosen Hose getragen. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen sie aus der Mode.
Heute werden Gamaschen auch noch in vielen Karnevalsvereinen als Bestandteil der Uniform getragen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Karnevalsuniformen früher zur Persiflierung des Militärs getragen wurden.
Eine bis heute aktuelle Anwendung sind die Gamaschen für Radfahrer, die als Regenschutzbekleidung vor der Durchnässung der Schuhe schützen.
Inzwischen erleben die Gamaschen wieder ein Comeback und werden zur Alltagskleidung und zu festlichen Anlässen getragen. Einige Designer fertigen die ehemals dem Mann zugeordnete Bekleidung als Legwarmers nun auch für Damen in allen möglichen Variationen an. Häufig werden sie in Ballett- oder Aerobic-Studios getragen.
Schutzfunktion
Von Bergsteigern und von Wanderern werden die Gamaschen als Schutz der Schuhe vor Schmutz, Feuchtigkeit sowie Schnee und Eis benutzt. Auch vor Zecken bieten sie einen gewissen Schutz. Beim Expeditionsbergsteigen dienen spezielle Expeditionsgamaschen außerdem zur Isolation der Unterschenkel und Füße. Die Isolation erfolgt durch geschlossenporigen Isolationsschaum. Expeditionsgamaschen ermöglichen somit, gewöhnliche normalisolierte steigeisenfeste Bergstiefel auch zum Bergsteigen in wesentlich kälteren Regionen zu verwenden. Es gibt inzwischen auch Expeditionsschuhe zum Höhenbergsteigen, die integrierte Gamaschen besitzen.
Gamaschen für Pferde
Gamaschen werden in verschiedenen Bauarten auch zum Schutz des Pferdebeines, insbesondere Röhrenbein, Fesselkopf und Sehnen beim Reiten oder Fahren benutzt. Besonders im Spring- und Geländesport sind Gamaschen heutzutage unverzichtbar, da beim Überwinden der Sprünge eine enorme Verletzungsgefahr besteht,welche zu großen Einschränkungen der Belastbarkeit des Pferdes führen kann. Zusätzlich üben die Gamaschen eine stützende Funktion des Pferdebeines aus,womit die Gefahr auf ein Umknicken und somit folgenden Sehnen-,Knorpel- und Knochenschäden verringert wird. Dabei kommen als Materialien Leder, Fell und zunehmend verschiedene Kunststoffe, v.a. Neopren zum Einsatz.
Weblinks
- Expeditionsgamaschen zum Winter- und Höhenbergsteigen - Übersicht und Erläuterungen zu Expeditionsgamaschen zum Winter- und Höhenbergsteigen
Siehe auch:
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