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Götz Aly
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Götz Aly (* 3. Mai 1947 in Heidelberg) ist ein deutscher Historiker, freier Journalist, Buchautor und Professor.
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Leben
Nach seiner Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule in München studierte er Geschichte und politische Wissenschaften in Berlin.
Nach seinem Studium 1973 arbeitete er als Heimleiter in Berlin-Spandau, wurde aber 1976 wegen seiner 68er-typischen linken politischen Einstellungen - er war Mitglied der Roten Hilfe - infolge des Radikalenerlasses für ein Jahr suspendiert.
1978 promovierte Aly in Politikwissenschaft. 1994 schloss er seine Habilitation am Otto-Suhr-Institut an der Freien Universität Berlin ab.
Als Journalist arbeitete Aly unter anderem als Redakteur bei der taz, der Berliner Zeitung und der FAZ.
Unter anderem hatte Götz Aly 2004 - 2006 die auf vier Semester angelegte Gastprofessur für interdisziplinäre Holocaustforschung am Fritz Bauer Institut in Frankfurt am Main inne.
Hauptthema von Götz Alys Forschung ist die Geschichte des Holocausts, zu dessen Erklärung er weniger das ideologische Moment (Rassenwahn, Antisemitismus) als vielmehr rationale Gründe heran zieht. Dabei arbeitet Aly weitgehend außerhalb des etablierten Wissenschaftsbetriebs. Alys 2005 erschienenes Buch Hitlers Volksstaat löste in Fachkreisen eine Kontroverse aus. Aly bezeichnete das NS-Regime als eine „Gefälligkeitsdiktatur“, von der die Deutschen seiner Ansicht nach unmittelbar profitierten und die durch soziale Fürsorge egalitäre Prinzipien zu verwirklichen suchte.
Auszeichnungen
Für seine Arbeit ist Aly mehrfach ausgezeichnet worden. 2002 erhielt er den Heinrich-Mann-Preis und 2003 den Marion-Samuel-Preis der „Stiftung Erinnerung“.
Gastprofessur in Frankfurt siehe oben.
Zitate
- Wer sich jedoch den Einzelheiten, den angeblichen Randerscheinungen des Vergangenen aussetzt, gerät in einen menschlichen Irrgarten, der die eigenen Gewissheiten ständig gefährdet. Geschichte erfordert Demut und hält nur die eine Lehre bereit: Niemand steht auf der sicheren Seite. (aus: Rasse und Klasse)
- Den einfachen Leuten ging es im Nationalsozialismus gut. Sie haben gerne mitgemacht und vom Krieg profitiert.
- In keinem kriegführenden Land waren die Frauen der Soldaten so gut versorgt wie in Deutschland. Sie hatten Anspruch auf Sicherung ihres Lebensstandards. Und gerade in der Unterschicht haben Frauen im Zweiten Weltkrieg über so viel Geld verfügt wie noch nie zuvor.
- Das alles [Anmerkung: die "Lebensraum"-Politik] wurde nicht zum Vorteil von Junkern und Monopolisten geplant, sondern als konkrete Utopie für einfache Deutsche.
- Wer von den Vorteilen für die Millionen einfacher Deutscher nicht reden will, der sollte vom Nationalsozialismus und vom Holocaust schweigen." (aus: "Hitlers Volksstaat. Raub, Rassenkrieg und nationaler Sozialismus", S.362.)
Literatur
Werk
- Literatur von und über Götz Aly im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Götz Aly, Michael Sontheimer: Fromms - Wie der jüdische Kondomfabrikant Julius F. unter die deutschen Räuber fiel. 2007; S. Fischer Verlag, Frankfurt/M., 220 Seiten, ISBN 3100004221. Rezension von Oliver Pfohlmann in FR vom 23.02.2007.
- G A (Hrsg.): Volkes Stimme. Skepsis und Führervertrauen im Nationalsozialismus. Fischer TB Verlag, Frankfurt a. M. 2006; 224 Seiten. ISBN 3-596-16881-3 (Rezension von Harald Welzer in Die Zeit Nr. 48 vom 23. November 2006)
- Hitlers Volksstaat. Raub, Rassenkrieg und nationaler Sozialismus, 2005, ISBN 3-89331-607-8 (Bundeszentrale für Politische Bildung), ISBN 3-10-000420-5 (Fischer)
- Götz Aly, Susanne Heim: Vordenker der Vernichtung, 2004, ISBN 3-596-11268-0
- Im Tunnel. Das kurze Leben der Marion Samuel 1931-1943, 2004, ISBN 3-596-16364-1
- Christian Gerlach, Götz Aly: Das letzte Kapitel. Der Mord an den ungarischen Juden, 2004, ISBN 3-596-15772-2 Rezensionen
- G A: Rasse und Klasse. Nachforschungen zum deutschen Wesen, 2003, ISBN 3-10-000419-1
- Götz Aly; Karl H. Roth: Die restlose Erfassung, 2000, ISBN 3-596-14767-0
- G A:Macht, Geist, Wahn. Kontinuitäten deutschen Denkens, 1999, ISBN 3-596-13991-0
- G A:Endlösung. Völkerverschiebung und der Mord an den europäischen Juden, 1999, ISBN 3-596-50231-4
- Götz Aly, Susanne Heim: Das Zentrale Staatsarchiv in Moskau ("Sonderarchiv"). Rekonstruktion und Bestandsverzeichnis verschollen geglaubten Schriftguts aus der NS-Zeit, Düsseldorf 1992
- G A:Demontage...: Revolutionärer oder restaurativer Bildersturm?, 1992, ISBN 3-87956-183-4
- G A:Aktion T4 1939-1945. Die "Euthanasie"-Zentrale in der Tiergartenstraße 4, 1989, ISBN 3-926175-66-4
- Monika Aly, Götz Aly, Morlind Tumler: Kopfkorrektur oder Der Zwang gesund zu sein, 1991, ISBN 3-88022-063-8
Weblinks
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Aly, Götz |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Historiker (Holocaustforscher), Hochschullehrer mit journalistischer Ausbildung |
| GEBURTSDATUM | 3. Mai 1947 |
| GEBURTSORT | Heidelberg |
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