Das Fotonexus-Wiki befindet sich im Testbetrieb.
Flügelaltar
Aus Fotonexus.
Der Flügelaltar (manchmal auch Klappenaltar) ist eine niederländische und besonders auch deutsche Sonderform des Altaraufsatzes (Retabel), bei der der feststehende Altarschrein durch zwei (Triptychon), fünf (Pentaptychon) oder mehrere (Polyptychon) bewegliche Flügel geschlossen werden kann. Da der Flügelaltar so je nach Bemalung an verschiedenen Feiertagen wechselnde Ansichten bieten kann, heißt er auch Wandelaltar. Am Mittelschrein ist das Altarblatt montiert, das Hauptgemälde, das oft auch geschnitzt ist ("Schnitzaltar"). Oberhalb der Retabel befindet sich in einigen Kunstlandschaften das Gesprenge mit Fialen und Kreuzblumen. Unterhalb, in der auf der Mensa aufliegenden Predella können in einem sepulcrum Reliquien aufbewahrt werden.
Die Kunst des gotischen Flügelaltars erreichte ihre Vollendung im Hochaltar von Sankt Wolfgang im Salzkammergut (Oberösterreich, 1471-81) von Michael Pacher, einem Gesamtkunstwerk aus Architektur, Plastik und Malerei, das eine neue Vorstellung von Raum und Monumentalität bezeugt, die in den rundplastischen Schreinfiguren, die organisch in den architektonischen Umraum eingebunden erscheinen, sichtbar wird. Während seine Plastik noch teilweise auf tradierte alpenländische Formen zurückgreift, ist die Malerei deutlicher von oberitalienischen Einflüssen geprägt. In den Tafelbildern bestimmen plastische Figuren und ihr Verhältnis zur lichterfüllten, in einer Perspektive mit tiefem Augenpunkt konstruierten Architektur seinen Stil. Er beeinflusste nachhaltig die Bildkunst der österreichischen und süddeutschen Spätgotik im Übergang zur Renaissance.
Beispiele:
- Pacher Altar von Sankt Wolfgang im Salzkammergut
- Genter Altar von Jan van Eyck
- Isenheimer Altar von Matthias Grünewald
- Herrenberger Altar, Staatsgalerie Stuttgart
- Grabower Altar von Meister Bertram, Hamburger Kunsthalle
- Antwerpener Retabel
- die größte Sammlung mittelalterlicher Retabeln in Deutschland befindet sich im St.-Annen-Kloster Lübeck, unter anderem der Passionsaltar von Hans Memling und der Schonenfahreraltar von Bernt Notke
- als spätmittelalterliche Beutekunst der Altar des Jüngsten Gerichts von Hans Memling, Prisengut der Peter von Danzig, heute in Danzig
| Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Fl%C3%BCgelaltar, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. |
