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Natriumthiosulfat

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Strukturformel
Bild:Sodium-thiosulfate.png
Allgemeines
Name Natriumthiosulfat wasserfrei
Andere Namen Antichlor, Fixiersalz
Summenformel Na2S2O3
CAS-Nummer 7772-98-7
Kurzbeschreibung geruchloses und farbloses Pulver
Eigenschaften
Molmasse 158,11 g/mol
Aggregatzustand fest
Dichte 1,67 g/cm³
Schmelzpunkt 48,5 °C
Siedepunkt  ? °C
Dampfdruck  ? Pa (x °C)
Löslichkeit gut in Wasser (209 g/L bei 20 °C), nicht in Ethanol
Sicherheitshinweise
Gefahrensymbole
nach EG-Richtlinien keine Kennzeichnung notwendig
R- und S-Sätze

R: Vorlage:R-Sätze
S: Vorlage:S-Sätze

MAK  ?
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
 

Natriumthiosulfat ist das stabile Natriumsalz der, in freiem Zustand instabilen, Thioschwefelsäure.

Eigenschaften

Natriumthiosulfat bildet farblose Kristalle, die mit 5 Mol Kristallwasser kristallisieren und gut wasserlöslich sind; beim Auflösen kühlt sich die Flüssigkeit stark ab. Dieses so genannte Pentahydrat Na2S2O3 · 5 H2O ist auch unter dem Namen Fixiersalz bekannt, da es bei der Filmentwicklung zur Fixierung dient. Die Pentahydrat-Kristalle haben einen Schmelzpunkt von 48,5 °C, die Schmelze kann unterkühlt werden und gibt beim durch einen Impfkristall ausgelösten Erstarren eine große Menge von Kristallisationswärme ab. Wird zur wässrigen Natriumthiosulfat-Lösung Säure hinzugefügt, so scheidet sich nach kurzer Zeit Schwefel in Form einer gelblichen Trübung aus. Die freigesetzte, instabile Thioschwefelsäure (H2S2O3) zerfällt nämlich rasch zu Schwefel und Schwefeldioxid:

Na2S2O3 + 2 HCl → 2 NaCl + H2O + S + SO2

Die wasserunlöslichen Silberhalogenide werden durch eine Fixiersalzlösung aufgelöst. Durch die Bildung des wasserlöslichen Silberthiosulfat-Komplexes wird der entwickelte Film lichtunempfindlich:

2 Na2S2O3 + AgCl → Na3[Ag(S2O3)2] + NaCl

Natriumthiosulfat ist ein Reduktionsmittel und reagiert daher leicht mit dem Oxidationsmittel Kaliumpermanganat.

Herstellung

Natriumthiosulfat wird durch Einrühren von Schwefel in kochende Natriumsulfitlösung hergestellt:

Na2SO3 + S → Na2S2O3

Verwendung

Natriumthiosulfat dient in der Fotografie als Fixiersalz, im Bergbau zur Extraktion von Silberchlorid aus Silbererzen und in der Galvanotechnik zur Herstellung von Gold- und Silberbädern. In der Medizin wird es als Gegenmittel bei Cyanidvergiftungen verwendet, dabei wird weniger gefährliches Thiocyanat gebildet.

Natriumthiosulfat dient auch zur Neutralisation von Chlor im Wasser: zur Bindung von 1 g Chlor werden 2 g Natriumthiosulfat benötigt.

In der Chemie wird es zur Bestimmung der Iodzahl verwendet.

Heizkissen zum Aufwärmen z. B. kalter Hände im Winter sind mit einer metastabilen unterkühlten Lösung von Natriumthiosulfat gefüllt. Nach dem Drücken auf einen im Kissen eingebauten Kristallisationskeim erstarrt der Inhalt unter Wärmeabgabe innerhalb weniger Minuten. Durch Kochen im Wasserbad können die Kissen bis zu eintausend Mal regeneriert werden.

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