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Evelyn Künneke

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Evelyn Künneke (* 15. Dezember 1921 in Berlin als Eva-Susanne Künneke; † 28. April 2001 in Berlin) war eine deutsche Sängerin, Tänzerin und Schauspielerin. Sie wurde in Szene-Kreisen als die letzte Überlebende der Lili Marleen-Generation bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Die Tochter des Operettenkönigs Eduard Künneke und seiner Ehefrau, der Opernsängerin Katarina Garden (eigentlich Katarina Krapotkin) erhielt Ballettunterricht bei Victor Gsovsky, Schauspielunterricht bei Ilka Grüning, Lucie Höflich und Leslie Howard sowie Gesangsunterricht bei Maria Ivogün. Daneben arbeitete sie als Fotomodell. Im Stepstudio Edmont Leslie erlernte sie den Steptanz. 1935 erwarb sie die Mittlere Reife an der Fleckschen Privatschule in Berlin. Nach Abschluss ihrer Ausbildung wurde sie zweite Solotänzerin der Berliner Staatsoper, doch für Furore sorgte sie als Steptänzerin „Evelyn King“ in Berliner Cabarets und Varietés. Siebzehnjährig gründetet sie 1938 zusammen mit Horst Matthiesen ihr eigenes Tanzstudio in Berlin.

1939 wurden ihre derartigen Auftritte untersagt. Sie nannte sich nun Evelyn Künneke und begann eine Karriere als Sängerin. Dabei wirkte sie mit namhaften Komponisten wie Peter Igelhoff und Michael Jary zusammen. Sie hatte ihren ersten großen Erfolg im Jahr 1942 mit Sing Nachtigall sing, das Wolfgang Borchert als sein Lieblingslied genannt hat. Evelyn Künnekes Schlager waren wie bei keiner anderen deutschsprachigen Sängerin dieser Zeit unüberhörbar von der damals in Deutschland eigentlich verpönten Musikrichtung Swing beeinflusst.

Zur Truppenbetreuung unternahm sie während des Krieges häufig Tourneen. Von 1942 bis 1944 trat sie an der Ostront auf, Anfang 1944 auch an der Westfront. 1944 wurde sie wegen Defätismus verhaftet und im Januar 1945 in die Haftanstalt Berlin-Tegel eingeliefert. Kurz vor Kriegsende wurde sie jedoch wieder freigelassen, um zusammen mit dem geheimen Propaganda-Orchester Charlie and His Orchestra anti-amerikanische Swing-Titel zu singen.

Nach dem Krieg hatte sie noch einige Jahre Erfolg als Schlägersängerin, zu ihren Hits gehörten unter anderem Winke-winke, Allerdings – sprach die Sphinx und Egon. 1953 tourte sie durch die USA. In den späten 50er und 60er Jahren verblasste ihr Stern, mehrere Versuche, sich neu zu etablieren, scheiterten. Mitte der 70er Jahre feierte Evelyn Künneke ihr großes Comeback als Schauspielerin im Wirkungskreis von Rainer Werner Fassbinder und Rosa von Praunheim. Bis ins hohe Alter tingelte sie als Chansonsängerin durch die Berliner Szenelokale und begeisterte das Publikum mit ihrer herzerfrischenden Eigenart und der Vielfalt ihrer Boas. Unvergessen sind die gemeinsamen Auftritte mit Brigitte Mira und Helen Vita als „Drei Alte Schachteln“.

Evelyn Künneke war von 1935 bis 1937 mit einem Engländer verheiratet [1], dem Vater ihrer Tochter. Ihr zweiter Ehemann war von 1963 bis 1972 der Diplomkaufmann Reinhard Thomanek. Ihre dritte Ehe ging sie 1979 mit ihrem Manager Dieter Hatje ein. Sie starb 2001 im Alter von 79 Jahren in ihrer Heimatstadt Berlin an Lungenkrebs. In der Charlottenburger Giesebrechtstraße, wo sie in der Wohnung ihres Vaters bis zuletzt lebte, erinnert eine Gedenktafel an sie.

Schlager

  • 1942: Haben Sie schon mal im Dunkeln geküßt?
  • 1942: Sing', Nachtigal, sing'
  • 1942: Das Karussell
  • 1949: Barbara, Barbara, komm mit mir nach Afrika
  • 1949: Allerdings – sprach die Sphinx
  • 1949: Schade, gestern warst du süß wie Schokolade
  • 1950: Winke-winke
  • 1951: Tango-Max
  • 1952: Mäckie-Boogie
  • 1953: Herr Kapellmeister, bitte einen Tango
  • 1956: Hernando's Hideaway

Filmografie

  • 1941: Auf Wiedersehen, Franziska
  • 1942: Karneval der Liebe
  • 1949: Märchen vom Glück / Traum vom Glück / Küß' mich, Casanova
  • 1950: Die Dritte von rechts
  • 1951: Der Fünf-Minuten-Vater
  • 1951: Fräulein Bimbi / Das unmögliche Mädchen
  • 1952: Verlorene Melodie
  • 1952: Tanzende Sterne
  • 1954: Große Starparade
  • 1955: Ich war ein häßliches Mädchen.
  • 1958: Meine Frau macht Musik
  • 1968: Gib mir Liebe
  • 1968: Der Partyphotograph
  • 1971: Tod am Steuer (TV-Serie Dem Täter auf der Spur)
  • 1973: Axel von Auersperg (TV)
  • 1974: Rosa von Praunheim zeigt (Kurzfilm)
  • 1974: Wie ein Vogel auf dem Draht (TV-Show)
  • 1974: Meine Sorgen möcht' ich haben
  • 1974: Monolog eines Stars (TV)
  • 1974: Faustrecht der Freiheit
  • 1975: 1 Berlin-Harlem
  • 1975: Berlinger
  • 1976: Ich bin ein Antistar (TV)
  • 1978: Flammende Herzen
  • 1978: Schöner Gigolo, armer Gigolo
  • 1978: Neues vom Antistar (TV-Show)
  • 1978: Heinz Erhardt: Noch 'ne Oper (TV-Show)
  • 1979: Grandison
  • 1979: Die Hamburger Krankheit
  • 1979: Meine schöne neue Welt (TV)
  • 1981: Ach, die Künneke (TV-Show)
  • 1983: Hanna von acht bis acht (TV)
  • 1995: Der kleine Bruder (TV-Serie A.S.)
  • 1995: Neurosia - 50 Jahre pervers
  • 1996: Kondom des Grauens
  • 1998: Hans Eppendorfer: Suche nach Leben
  • 2000: Ein lasterhaftes Pärchen (TV)
  • 2001: Ausziehn!

Literatur

  • Evelyn Künneke: Sing Evelyn sing. Revue eines Lebens; Hoffmann und Campe, Hamburg (1982)
  • Wolfgang Jacobsen: Evelyn Künneke in CineGraph, Lexikon zum deutschsprachigen Film edition text+kritik, Lg. 5 (1985)

Fußnote

  1. Wolfgang Jacobsen in CineGraph, Lg. 5 unter Berufung auf Künnekes Autobiografie Sing, Evelyn, sing

Weblinks

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