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Essen-Borbeck-Mitte

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Essen-Borbeck-Mitte (von Borathbeki = Börden- oder Bruktererbach, dessen Quelle sich im Borbecker Schlosspark befindet) ist ein westlicher Stadtteil Essens im Essener Stadtbezirk IV Borbeck. Alle Teile des heutigen Stadtbezirks wurden am 1. April 1915 zur Stadt Essen eingemeindet. Borbeck-Mitte als Stadtteil von Essen hat eine Fläche 3,19 Quadratkilometern, liegt auf einer durchschnittlichen Höhe von 66 m ü. NN und hat 13.712 Einwohner (Stand: 31. März 2007)[1].

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Archäologische Ausgrabungen belegen, dass bereits vor 100.000 Jahren Cro-Magnon-Menschen an der Stelle des heutigen Borbeck lebten. Vor etwa 4.000 Jahren ließen sich Wanderbauern der Bandkeramik im Borbecker Raum nieder, wahrscheinlich auf Grund des fruchtbaren Lößbodens.

Die erste urkundliche Erwähnung Borbecks stammt aus einer Liste mit Abgaben an das Stift Essen aus dem Jahr 869. Borbeck gehörte damals zu den abgabepflichtigen Oberhöfen. Die Essener Fürstäbtissin Berta von Arnsberg kaufte 1288 den offenbar verpfändeten Oberhof Borbeck, um dort im Anschluss den Vorgängerbau des heutigen Schlosses Borbeck errichten zu lassen. Im 14. Jahrhundert entwickelte sich Borbeck zur bevorzugten Residenz der Äbtissinnen, was dazu führte, dass die alte romanische Kirche des Ortes 1339 von der Äbtissin Katharina von der Mark umgebaut wurde, damit sie und ihr Gefolge "standesgemäß" an den Messen teilnehmen konnten.

Die "Neuordnung Europas" durch den Wiener Kongress im Jahre 1815 führte dazu, dass die Gemeinde Borbeck zu Preußen kam. Das Folgejahr 1816, das in die Geschichte als das Jahr ohne Sommer einging (am 25. Juni war sogar Schnee gefallen), brachte die letzte große Hungersnot, von der man sich erst 1819 langsam erholte. Ursache dieser Katastrophe waren die Folgeerscheinungen eines Super-Vulkanausbruchs (Tambora im April 1815).

Am 1. Februar 1862 erlitt die Gemeinde mit den Bauernschaften Lippern und Lirich ihren größten Gebietsverlust. Diese Ortsteile wurden der neu gegründeten Gemeinde Oberhausen zugeschlagen. Sie bildeten zwei Drittel der neuen Gemeinde.

Als Borbeck 1915 in die Kreisstadt Essen eingemeindet wurde, war es mit über 70.000 Einwohnern die die größte preußische Landgemeinde. Zuweilen hatte Borbeck sogar über 100.000 Einwohner und wäre damit heutzutage eine eigene Großstadt.

Mittelzentrum Borbeck

Bild:SchlossBorbeck01.jpg
Schloss Borbeck (2005)

Borbeck-Mitte (319 ha/13.756 Einw.) ist ein eigenständiger Stadtteil. Als Mittelzentrum ist er zudem für den gesamten Stadtbezirk IV Borbeck bedeutend, der sich neben Borbeck-Mitte noch aus folgenden Stadtteilen zusammensetzt:

Das Mittelzentrum hat eine Fußgängerzone, einen Wochenmarkt und zentrale Einrichtungen wie beispielsweise die Stadtteilbibliothek, das Bürgerzentrum, das Amtsgericht, das Sozialamt, das Job-Center sowie das Krankenhaus. Herausragend ist im Ortsteil Bergeborbeck das Geriatriezentrum "Haus Berge", das bundesweit bei der Diagnose und Behandlung Demenzkranker Anerkennung findet.

Verkehr

Borbeck ist entfernt über die beiden in Ost-West-Richtung verlaufenden Bundesautobahnen A 40 und A 42 an das überregionale Straßennetz angebunden. Beide Autobahnen tangieren nicht direkt den Stadtteil Borbeck, wohl aber den Stadtbezirk am Rande, was wesentlichen Anteil an Borbecks Verkehrsanbindung hat. Ebenfalls in Ost-West-Richtung verläuft die B 231, die Borbeck mit Essen und Oberhausen verbindet, sowie der Rhein-Herne-Kanal.

Sehr gut angeschlossen ist Borbeck an den regionalen öffentlichen Personennahverkehr. Zentraler Verknüpfungspunkt ist der Bahnhof Essen-Borbeck. Hier halten

  • der Regionalexpress RE 14 (Essen-Bottrop-Dorsten-Borken) und die
  • die S-Bahn S 9 (Wuppertal - Essen - Bottrop - Haltern am See).

Die Straßenbahnlinien 101, 103, 104 und 105, sowie die Buslinien 140, 143, 160, 170, 185, 186 und die Nachtexpresse NE 12 und NE 15 der EVAG sorgen für weitere gute Erschließung des Stadtteils[1].

Kultur und Bildung

Ausgeprägt ist die Kultur - und zwar weniger die städtisch gesponserte, als die durch Eigeninitiative. Es gibt drei freie Theatergruppen mit eigener Aufführungsstätte, zahlreiche Kirchenchöre, zusätzlich drei Männerchöre, einen Frauenchor und drei weitere gemischte Chöre, sechs Karnevalsvereine, sechs Schützenvereine. Mit der Alten Cuesterey gibt es ein durch private Initiative geschaffenes Museums- und Begegnungszentrum, in dem regelmäßig Ausstellungen, Konzerte und Lesungen stattfinden.

Ebenfalls erwähnenswert:

  • Schloss Borbeck mit dem Kulturzentrum, einer Einrichtung der Stadt Essen, die Konzerte mit renommierten Künstlern und wechselnde Ausstellungen in der Galerie bietet.
  • Kirche St. Dionysius, Nachfolgerin der abgerissenen gotischen Dionysius-Kirche; zu sehen ist noch der Grabstein der 1598 verstorbenen Äbtissin Elisabeth von Manderscheid-Blankenheim
  • Marktbrunnen Borbecker Halblang, in Erinnerung an die Zeiten im 19. Jahrhundert, als es üblich war, Kleidung für Kinder etwas zu groß zu kaufen, damit sie hineinwachsen konnten. Das Borbecker Halblang wurde im ganzen Ruhrgebiet eine Bezeichnung für diese "Mode".
  • Voßgätters Mühle, letztes Zeugnis einer langen Tradition von Borbecker Mühlenbetrieben am Pausmühlenbach. Die Mühle liegt direkt am Möllhoven. Heute beherbergt sie das Naturschutzzentrum der Naturschutzjugend Essen/Mülheim[1], die hier jedes Jahr ihren selbstgepressten Apfelsaft von Streuobstwiesen verkauft.
  • Dampfbierbrauerei Essen-Borbeck, ehemals Stern-Bier
  • Hagedornstein, Gedenkstein am Reuenberg für den Heimatdichter Hermann Hagedorn
  • Sportvereine, darunter der momentane Zweitligist und ehemalige deutsche Fußballmeister Rot-Weiß Essen
  • Seit mehr als 50 Jahren erscheinen wöchentlich (donnerstags) die Borbecker Nachrichten, die zeitweise die größte Lokalzeitung Deutschlands war. Heute gehört das ehemalige Familienunternehmen zur in Essen beheimateten WAZ-Mediengruppe.

Folgende Schulen befinden sich im Stadtteil:

  • das Gymnasium Borbeck, ein städtisches Gymnasium für Jungen und Mädchen
  • das katholische Don-Bosco Gymnasium
  • das Mädchengymnasium Borbeck, das einzige Mädchengymnasium Nordrhein-Westfalens in kommunaler Trägerschaft
  • die Gesamtschule Borbeck
  • zwei Realschulen
  • zwei Hauptschulen

Söhne und Töchter der Stadt

Literatur

  • Ludwig W. Wördehoff: Borbeck in seinen Straßennamen, Rainer-Henselowsky-Verlag, Essen 1987
  • Walter Wimmer: Gewachsen in 11 Jahrhunderten - Borbecker Chronik, Verlag Borbecker Nachrichten, Essen (erschienen in mehreren Bänden)

Weblinks

Quellen


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Koordinaten: 51° 28' 30" N 6° 57' 04" O

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