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Esens

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Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Wittmund
Samtgemeinde: Esens
Koordinaten: Koordinaten: 53° 39′ N, 7° 37′ O53° 39′ N, 7° 37′ O
Höhe: 3 m ü. NN
Fläche: 26,83 km²
Einwohner: 6894 (29. Juni 2005)
Bevölkerungsdichte: 257 Einwohner je km²
Postleitzahl: 26427
Vorwahl: 04971
Kfz-Kennzeichen: WTM
Gemeindeschlüssel: 03 4 62 003
Adresse der
Stadtverwaltung:
Am Markt 2
26427 Esens
Webpräsenz:
Bürgermeister: Klaus Wilbers (SPD)
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Esens ist eine Stadt im ostfriesischen Landkreis Wittmund und ist Mitgliedsgemeinde und Verwaltungssitz der Samtgemeinde Esens. 2005 hatte die Stadt 6894 Einwohner.

Der Ortsteil Bensersiel ist ein staatlich anerkanntes Seeheilbad und bietet einen sehenswerten Yacht- und Fischkutterhafen. Mit einer Fähre ist von Bensersiel die Insel Langeoog zu erreichen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Esens wurde im Mittelalter als Handels- und Marktort auf dem sturmflutsicheren Geestrand unweit der Küste gegründet. Entstanden ist der Ort um 800 nach Christus.

Im Mittelalter wurde die Herrschaft Esens von Junker Balthasar beherrscht, der sich gegen die Bremer Kaufleute und damit die Hanse auflehnte. Noch heute wird jährlich zu seinen Ehren ein Fest ausgerichtet.

Balthasar starb 1540, und Esens gelangte durch Erbschaft unter die Herrschaft der Rietberger, bis es schließlich wiederum durch Erbschaft 1600 an die Grafen von Ostfriesland fiel.

Nach dem Erlöschen des Ostfriesischen Fürstenhauses im Jahr 1744 fiel deren gesamter Besitz und damit auch das Harlingerland an das Preußische Königreich. Die Preußen schleiften die nicht mehr benötigte Burg und entfestigten schließlich auch die Stadt. Die Münze wurde nach Aurich verlegt, und Esens wurde damit zur kleinen Provinzstadt in der Region.

Nach einer kurzen französischen Besetzung während der napoleonischen Kriege wurde die gesamte Region dem Königreich Hannover zugeschlagen und gelangte mit diesem 1866 wieder in den Besitz des Preußischen Reiches. Die Preußen bestimmten Wittmund zur Kreisstadt des um das Amt Friedeburg erweiterten Harlingerlandes und nahmen Esens damit weitere Funktionen.

Auch nach der Gründung des Deutschen Reiches blieb Esens landwirtschaftlich geprägt, Industrien siedelten sich nicht an. Der Ort wurde jedoch an das Eisenbahnnetz angeschlossen, was bis heute aufrecht gehalten werden konnte.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde Esens dann Opfer des Luftkriegs: Am 27. September 1943 fanden 165 Menschen den Tod bei einem Bombenangriff der Alliierten. Das „Armen- und Arbeiterhaus“ wurde total zerstört, im Keller des Gebäudes starben 102 Schul- und Landjahrkinder. Esens - selbst ohne militärische Bedeutung - wurde als so genanntes "Target of Opportunity" (Gelegenheitsziel) von verirrten Bombern getroffen, die eigentlich Emden als Ziel hatten.

In der Nachkriegszeit entwickelte sich langsam der Tourismus in Esens, seit den 70er Jahren jedoch stetig.

Wappen

historisches Amtswappen
historisches Amtswappen

Es existiert auch die Geschichte, warum Esens den Bär im Stadtwappen hat: Als die Stadt Esens im Mittelalter wieder einmal von feindlichen Truppen belagert wurde, befand sich gerade ein fahrender Musikant mit seinem Tanzbären innerhalb der Mauern. Die kriegerische Auseinandersetzung hielt längere Zeit an, aber die mit Mauern, Gräben und Stadttoren befestigte Stadt trotzte allen Angriffen. So verlagerten sich die Gegner auf ein Abschneiden der Nachschubwege und versuchten, die Stadt auszuhungern. Als die Not am größten und die Kapitulation nur noch eine Frage von wenigen Stunden war, befreite sich zufällig der bis dahin eingesperrte Bär, kletterte vor Hunger brüllend auf den Turm eines Stadttores und warf mit Steinen um sich. Die Feinde zogen daraus den falschen Schluss, dass die Esenser noch genügend Proviant hätten, um sogar noch einen Bären füttern zu können. Sie brachen die Belagerung ab; die Stadt war gerettet.

Als Dank dafür wurde der Bär nunmehr Esenser Wappentier.

Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

  • Ev. St.-Magnus-Kirche. Der 1848 durch F.A.L. Hellner aus Hannover errichtete Bau entstand anstelle einer großen dreischiffigen Backsteinbasilika des 15. Jh., die kurz zuvor wegen Baufälligkeit abgebrochen werden musste. Der jetzige Bau präsentiert sich äußerlich als spätklassizistischer Backsteinbau im so genannten Rundbogenstil. Der Westturm entstand bereits 1844. Das Innere ist hingegen als dreischiffige neugotische Hallenkirche gestaltet, die mit dreiseitig umlaufenden Emporen versehen ist. Die meisten Ausstattungsstücke stammen noch aus dem Vorgängerbau: Im Chor der 1714 bezeichnete Altaraufsatz mit einer von Weinranken umgebenen Kreuzigungsgruppe. Die 1674 gestiftete Kanzel verfügt über einen reich geschmückten Schalldeckel. Das Bronzetaufbecken von 1474 ist ein Werk von Hinrik Klinghe. Hervorzuheben ist die prachtvolle Sandsteintumba des 1473 verstorbenen Ritters Sibet Attena. Daneben finden sich in der Kirche mehrere Epitaphien des 16. bis 17. Jh.
  • Rathaus, ehem. Wangelinsches Witwenstift. Der zweigeschossige Bau mit Quaderputz und Walmdach dient seit 1949 als Rathaus. Er wurde unter Verwendung älterer Bausubstanz 1756 erbaut. Der dreiachsige Mittelrisalit wird durch Kolossalpilaster eingefasst. Im Inneren ist der Ahnensaal mit seiner historischen Ausstattung sehenswert, zu der mehrere Gobelins gehören.
  • Altes Amtsgericht. Der klassizistische Putzbau mit Walmdach und dreiachsigem Mittelrisalit wurde vermutlich in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts erbaut. Nach dem Umbau enthält es heute Architekturbüros.
  • In der Innenstadt sind noch einige ältere, zumeist in Backstein erstellte Wohnbauten erhalten geblieben. Die Ratsgaststätte Am Markt 1 wurde 1839 als Traufenhaus mit flachem Dreiecksgiebel erbaut. Das nebenan gelegene, mit einer Freitreppe versehene Giebelhaus Am Markt 3 scheint ebenfalls aus der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts zu stammen. Am Herrenwall 6 findet man einen eingeschossigen traufständigen Bau mit Mansarddach, der sich durch einen dreiachsigen Mittelrisalit auszeichnet. Er wurde 1863 in spätklassizistischen Formen errichtet. In der Steinstraße 12 liegt das so genannte Edzardsche Haus. Es stammt im Kern vermutlich noch aus dem 16. Jh. und gehört damit zu den ältesten Wohnhäusern der Stadt. Die Fassade wurde allerdings in späterer Zeit erneuert. Der an holländischen Vorbildern orientierte Giebel spätbarocker Prägung ist 1788 bezeichnet. Reste einer kleinbürgerlichen Wohnbebauung bietet noch heute die Jücherstraße.

  • In einem futuristisch anmutenden neu errichteten Gebäude hinter der St. Magnus- Kirche befindet sich das Holografiemuseum. Es enthält in 3 Stockwerken neben Informationen zu optischen Täuschungen zahlreiche Holografien und Anleitung zur Herstellung derselben.

Bilder

Persönlichkeiten

Kirchen, Freikirchen, Religionsgemeinschaften

Kirchen

Freikirchen

Religionsgemeinschaften

Ehemalige Synagogengemeinde Esens

Siehe: Jüdische Gemeinde Esens, Geschichte der Juden in Ostfriesland, Liste der ehemaligen ostfriesischen Synagogen,

Siehe auch

Weblinks

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