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Endlösung der Judenfrage
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Als Endlösung der Judenfrage, kurz Endlösung, bezeichneten die Nationalsozialisten die staatlich organisierte Ermordung der Juden im deutschen Machtbereich, den Holocaust (1941–1945). Dieser Euphemismus diente einerseits zur Tarnung des Völkermords nach außen, andererseits zur ideologischen Selbstvergewisserung, man löse ein reales weltgeschichtliches Problem.
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Herkunft und Bedeutung
Der Begriff Judenfrage bezeichnete seit etwa 1800 zunächst die als notwendig betrachtete Jüdische Emanzipation. Er wurde aber seit etwa 1860 zunehmend von deren Gegnern angeeignet, um Juden als Fremde im eigenen Land auszugrenzen. Im Antisemitismus bis 1945 wurde der Begriff rassistisch umgedeutet und auf radikale Vertreibungsziele hin orientiert. Im Zionismus wurde ebenfalls eine Lösung der Judenfrage angestrebt, die aber auf das langfristige Überleben der jüdischen Minderheiten Europas in einem eigenen Land oder Staat zielte.
Der Begriff Endlösung tauchte erstmals 1893 in Parteiprogrammen der Antisemitenparteien des Kaiserreichs auf und etablierte sich bis 1914 als antisemitisches Parteiziel, wobei die angestrebte Vertreibung der Juden nicht deutlich von ihrer Ermordung unterschieden wurde. Begriffe wie „Ausmerzung“, „Beseitigung“, „Entfernung“, „Unschädlichmachung“, ja sogar „Vernichtung“ waren unter Antisemiten längst üblich geworden.
NS-Dokumente
Hermann Göring in einem Schreiben an Reinhard Heydrich vom 31. Juli 1941:
- Ich beauftrage Sie weiter, mir in Bälde einen Gesamtentwurf über die organisatorischen, sachlichen und materiellen Vorausmaßnahmen zur Durchführung der angestrebten Endlösung der Judenfrage vorzulegen.
Das Protokoll der Wannseekonferenz vom 20. Januar 1942 beginnt mit den Worten:
- I. An der am 20.1.1942 in Berlin, Am Großen Wannsee Nr. 56/58, stattgefundenen Besprechung über die Endlösung der Judenfrage nahmen teil: [...]
Heutige Verwendung
Durch ihre Kombination und praktische Umsetzung hat der Nationalsozialismus beide Begriffe 'Endlösung' und 'Judenfrage' so stark geprägt, dass sie öffentlich heute nur noch zu dessen kritisch-distanzierter Darstellung, nicht mehr zur Bezeichnung eines „jüdischen Problems“ und für die endgültige Lösung eines anderen Sachverhalts verwendet werden. Heutige deutschsprachige Historiker und Autoren machen sich die Begriffe nicht zu eigen, sondern kennzeichnen sie in der Regel durch Anführungszeichen als Zitat und Teil der Sprache des Nationalsozialismus.
Siehe auch
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