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Emmy Hennings
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Emmy Hennings (* 17. Februar 1885 in Flensburg, † 10. August 1948 in Sorengo bei Lugano) war eine deutsche Schriftstellerin und Kabarettistin.
Hennings war die Tochter des Taklers Ernst Friedrich Matthias Cordsen und wuchs in Flensburg auf. Dort besuchte sich auch die Volksschule und arbeitete anschließend als Dienstmädchen. Mit 18 Jahren heiratete sie 1903 einen Laienschauspieler, mit dem sie sich einer Wanderbühne anschloss. Die gemeinsame Tochter wuchs bei den Großeltern in Flensburg auf.
1904 ließ sich Hennings scheiden und tingelte ab dann als Vortragskünstlerin alleine durch Deutschland. 1909 trat Hennings in Berlin im Neopathetischen Cabaret des "Neuen Clubs" auf. In dieser Zeit trennte sie sich von ihrem zeitweiligen Partner und Zuhälter, dem Journalisten Ferdinand Hardekopf. In Berlin trat sie zeitweilig gemeinsam mit Claire Waldoff auf.
Ab 1914 war sie als freie Mitarbeiterin der Zeitschrift Simplicissimus tätig. Durch diese Arbeit lernte sie Hugo Ball kennen, mit dem sie im darauffolgendem Jahr in die Schweiz emigrierte. In Zürich gründete sie zusammen mit Hugo Ball, Sophie Taeuber, Jean Arp, Tristan Tzara, Marcel Janco und anderen das Cabaret Voltaire in Zürich – und damit den Dadaismus. Um der bildenden Kunst mehr Raum zu verschaffen, erweiterten sie sich nur wenig später um die Galerie Dada.
Während sie und ihre Kollegen ihr Kabarett in der Spiegelgasse 1 betrieben, wohnte nur wenige Häuser weiter in derselben Gasse ein gewisser Herr Uljanow alias Lenin. Die Behörden waren jedoch den chaotischen Dadaisten gegenüber viel misstrauischer als sie es dem ruhigen gelehrten Russen gegenüber waren.
1920 heiratete Hennings in Basel Hugo Ball und zog sich mit ihm dann nach Sorengo, Tessin zurück. Dort pflegte sie Zeit ihres Lebens eine enge Freundschaft zu Hermann Hesse.
Als Schriftstellerin ist sie heute weitgehend vergessen, und doch sind ihre in expressivem Stil verfassten Texte und Briefe für die Kulturgeschichte des frühen 20.Jahrhunderts von einiger Bedeutung. Darüber hinaus war sie eine von denen, die ihre eigene Biographie als künstlerisches Experimentierfeld benutzten. Insofern ist sie als Kulturtypus durchaus den damaligen Künstlerinnen Else Lasker-Schüler und Marina Zwetajewa oder auch den heutigen Tracy Emin, Sophie Calle und Yoko Ono zu vergleichen. Ihr Charisma reichte wohl über das ihres Mannes hinaus und sie mischte die Kunstszene als Modell für Maler, Muse und Geliebte junger Dichter, Drogensüchtige, Gelegenheitsprostituierte und Kriegsgegnerin ordentlich auf. Erich Mühsam hat sie als "erotisches Genie" bezeichnet. Andere sahen sie als hysterische Kindfrau, die einen naiven Heiligenkult betrieben habe. Das tönt beides ein wenig nach Männerkommentaren für eine Person, der es um Befreiung ging: Befreiung aus der bürgerlichen Gesellschaft, Befreiung der Frau, Befreiung der Erotik und der Lebensführung.
Werke
- Die letzte Freude (1913).
- Gefängnis (Roman) (1918).
- Das Brandmal (1920).
- Helle Nacht (Gedichte) (1922).
- Das ewige Lied (Prosa) (1923).
- Hugo Balls Weg zu Gott (1931).
- Der Kranz (Gedichte) (1939).
- Blume und Flamme. Geschichte einer Jugend. (1938).
- Das flüchtige Spiel. Wege und Umwege einer Frau (1940).
- Märchen am Kamin (1943).
- Ruf und Echo (1953).
- Briefe an Hermann Hesse (herausgegeben von Annemarie Schütt-Hennings) (1956).
Literatur
- Bernhard Echte (Hrsg.): Emmy Ball Hennings : ich bin so vielfach ... - Frankfurt/M. : Stroemfeld/Roter Stern, 1999. - ISBN 3-87877-757-4
- René Gass: Emmy Ball-Hennings : Wege und Umwege zum Paradies; eine Biographie. - Zürich : Pendo Verl., 1998. - ISBN 3-85842-325-4
- Bärbel Reetz: Emmy Ball-Hennings, Leben im Vielleicht. - Frankfurt/M. : Suhrkamp, 2001. - ISBN 3-518-39740-0
Weblinks
- Literatur von und über Emmy Hennings im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hennings, Emmy |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Schriftstellerin, Kabarettistin und Lebenskünstlerin |
| GEBURTSDATUM | 17. Februar 1885 |
| GEBURTSORT | Flensburg |
| STERBEDATUM | 10. August 1948 |
| STERBEORT | Lugano |
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