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Effektfilter

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Unter Filter im allgemeinen, versteht man in der Fotografie Glas- oder Kunststoffscheiben, aber auch Folien aus Kunststoff oder Gelatine und weiteren Materialien, die meist in den Strahlengang der Kamera, seltener auch eines Vergrößerungsgerätes in der Dunkelkammer oder des Diaprojektors eingebracht werden, um gezielt Veränderungen am Bild hervorzurufen. Konversionsfilter und Korrekturfilter dienen zumeist der Anpassung an besondere Lichtverhältnisse (siehe Farbtemperatur) oder in der Schwarzweißfotografie einer Beeinflussung der Tonwerte.

Effektfilter oder Kreativfilter zielen darüber hinaus auf weiter gehende Wirkungen ab. Bestimmte Effekte werden dabei bewusst als Gestaltungsmittel eingesetzt um Fotos zu verfremden.

Allgemeine Eigenschaften

Höherwertige Filter werden normalerweise mit einer oder mehreren Vergütungsschichten (Entspiegelungsschichten) versehen. Diese Schichten sollen Streulicht und Reflexe vermeiden und somit optimale Bildergebnisse liefern. Viele Effektfilter haben eine drehbare Fassung. Nahezu alle Effektfilter sind in ihrer Wirkung von der Brennweite des Objektivs und der Blendeneinstellung abhängig.

Typen

Sternfilter werden auch Gitterfilter genannt. Diese bilden punktförmige, helle Stellen des Motivs als Sterne ab. Die Anzahl der Strahlen variiert dabei meist von vier bis acht oder manchmal auch sechzehn. Motive wie die Sonne, die Beleuchtung einer Stadt, Kerzen, Lichtreflexe auf Wasser, Metall oder Glas bekommen durch diese Filter einen wesentlich stärkeren Charakter. Die Lichtquellen sollten sich dabei vom Hintergrund abheben. Dieser Filter lässt sich auch sehr gut mit anderen, wie etwa Farbverlauffiltern, kombinieren.

Bsp.1 ohne Effektfilter, Bsp.2 mit Spektralfilter 36x-Effekt
Bsp.1 ohne Effektfilter, Bsp.2 mit Spektralfilter 36x-Effekt
Bsp.3 mit Spektral-Ring Effekt, Bsp.4 mit 8x Spektraleffekt
Bsp.3 mit Spektral-Ring Effekt, Bsp.4 mit 8x Spektraleffekt

Regenbogen-(Rainbow) Filter auch Spektraleffektfilter oder Farbsternfilter genannt, besitzen eine kaum sichtbare Mikroprismenstruktur, die dafür sorgt, dass helle Lichtquellen und Reflexionen mehrstrahlig und mehrfarbig (in die Spektral- oder Regenbogenfarben) aufgespalten werden. Die Ausführungen können variieren, beruhen aber alle auf dem gleichen Funktionsprinzip.

  1. Spektral 36x : Die Orientierung des Mikroprismenrasters ist darauf ausgerichtet, die jeweiligen Lichtpunkte mit einer aus 36 bunten Strahlen bestehenden Rosette zu umgeben (siehe Beispiel 2).
  2. Spektral Ring : Bei diesem Filter erscheinen die Spektralfarben ringförmig, um jede Lichtquelle oder Reflexion. Nicht also pfeilartig, sondern kreisrund (siehe Beispiel 3).
  3. Spektral 8x auch Pulsator genannt : Die Anordnung des Mikroprismenrasters ist so gewählt, dass 8 pfeilartige Strahlen von jeder Lichtquelle oder Reflexion ausgehen (siehe Beispiel 4).

Um Spektralfilter bei der Motivgestaltung einzusetzen, sollte man beachten, dass der Hintergrund, wie auch beim Gitterfilter, nicht zu hell beleuchtet ist, denn dann kommen die verfremdeten Lichtreflexe nicht richtig zur Geltung. Geeignet sind diese Filter bei Gegenlicht (Sonne), hellen Wasserspiegelungen; sehr interessant kann es auch sein, den Filter in der Nacht bei Kunstlichtquellen zu nutzen. Dadurch lassen sich ot sehr überraschende Effekte erzielen.

Verlaufsfilter. Ein neutralgrauer von hell nach dunkel reichender Verlauf erlaubt die partielle Abdunkelung des Bildes. Damit können zu hohe Kontraste, die den Dichteumfang des Filmes/Sensors überschreiten durch Abdunkelung der hellen Stellen korrigiert werden. Weiters lassen sich damit dramatische Lichtstimmungen (z.B. besonders dunkler Himmel) erzeugen. Farbige Verläufe kombinieren diese mit einer Einfärbung von Bildteilen. Die Abdunkelung von zu hellen Bildstellen kann auch bei der digitalen Fotografie insbesondere dann nützlich sein, wenn der Motivkontrast den Dichteumfang des Aufnahmesensors überschreitet. Verlaufsfilter gibt es auch in Ausführungen, bei denen der Hell-Dunkelübergang verschiebbar ist.

Prismenfilter auch Tricklinsen genannt, die mit drei oder mehr Flächen das Motiv mehrfach (u.U. verzerrt) abbilden.

Weichzeichner. Geben dem Bild einen „verwischten“ Eindruck. Diese Filter können auch nur Teile des Bildes bedecken, um beispielshaft die Bildmitte oder eine Hälfte des Bildes scharf darzustellen und den Rest des Bildes weichzuzeichnen. Die Weichzeichner können auch im weichgezeichneten Teil des Filters färbig beschichtet sein um diesen Teil eine zusätzliche Farbwirkung zu geben.

Vignettierungsfilter und Masken um Teile des Bildes abzudunkeln oder bei Doppelbelichtungen auszumaskieren. Der Doppelgängerfilter (auch: Dual Image Filter) ist eine halbe, schwarze Planscheibe in einer Drehfassung mit Zahlenkranz. Hierbei ist zu beachten, dass die Kamera für Doppelbelichtungen ausgerüstet sein muss. Des Weiteren ist ein stabiles Stativ unerlässlich. Bei den zu erzielenden Doppelgängeraufnahmen muss es sich nicht unbedingt nur um Personen handeln. Zum Beispiel eignen sich Landschaften mit freiem Himmel zum Einbelichten von Sonne oder Mond vozüglich als Motive. Nach dem Belichten der einen Bildhälfte wird der Vorsatz um 180° auf die entgegengesetzte Seite gedreht und die andere Bildhälfte belichtet. Damit Aufnahmen dieser Art gelingen muss für das verwendete Objektiv bzw. die verwendete Brennweite eine ganz bestimmten Blende verwendet werden. Bei kleineren Brennweiten muss eine offenere Blende (d.h. eine kleinere Blendenzahl) gewählt werden. Am besten ermittelt man diese durch eine Testreihe. Das beste Ergebnis einer Doppelbelichtung ist die Abbildung mit der geringsten Heligkeitsdifferenz in der Mitte. Problemlos ist die Anordnung von Personen für Doppelgängermotive vor einem dunklen Hintergrund. Bei guten Einstellungen wird keine Trennungslinie zu sehen sein.

Selbstgebastelte Filter. Dabei sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Farbfolien vor die Optik halten, klare Glasscheiben mit Fettcreme oder Farbstiften bemalen und so weiter.....

Digitale Bildeffekte

In der digitalen Fotografie können Filter teilweise durch digitale Bildverarbeitung ersetzt oder nachempfunden werden. Ein Beispiel für einen Filter, der nicht durch digitale Nachbearbeitung ersetzt werden kann, ist der Polarisationsfilter.

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