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Drachenfels (Siebengebirge)

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Bild:Disambig-dark.svg Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Drachenfels im Siebengebirge. Für weitere Objekte mit diesem Namen siehe Drachenfels.
Drachenfels

Blick von der linken Rheinseite

Höhe 320,6 m ü. NN
Lage Königswinter, Nordrhein-Westfalen
Gebirge Siebengebirge
Geographische Lage Koordinaten: 50° 39' N, 7° 12' O50° 39' N, 7° 12' O
Alter des Gesteins Oligozän
Erschließung Zahnradbahn, Zufahrtsstraße
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Burgruine heute
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Drachenfels mit unzerstörter Burg, Kupferstich von 1646
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Weinanbau am Drachenfels
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Grabplatte des letzten Drachenfelsgrafen (Heinrich, † 1530)
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Eselsbrunnen am Rheinufer in Königswinter
Bild:Heinzelmännchen.jpg
Heinzelmännchen-Diorama mit beweglichen Figuren

Der Drachenfels ist ein Berg im Siebengebirge am Rhein zwischen Königswinter und Bad Honnef. Er ist mit einer Höhe von 321 m ü. NN für das Siebengebirge nur ein mittelgroßer Berg, jedoch aufgrund seiner ziemlich abgesetzten Lage (am südlichen Ende des Gebirgszugs) und der Ruine der Burg Drachenfels auf seinem Gipfel der markanteste und bekannteste.

Auf der rheinabwärts gelegenen Seite befindet sich an seinem Königswinterer Hang das Schloss Drachenburg. Um den Kölner Dom weiterbauen zu können, wurde der Drachenfels im 19. Jahrhundert zum Steinbruch. Vor dem Abbau wurde der Drachenfels 1836 durch teilweisen Ankauf durch die preußische Regierung gerettet, dies gilt als die erste staatliche Naturschutzmaßnahme.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Ruine des dreistöckigen Bergfrieds auf dem Drachenfels ist das Wahrzeichen des Siebengebirges. Die Burganlage wurde nach 1138 vom Kölner Erzbischof Arnold begonnen und etwa 1167 fertig gestellt. Außer dem Bergfried bestand die Burg ursprünglich aus Palas, Kapelle und Dienstbotenwohnungen. Sie diente zur Absicherung des Kölner Gebietes nach Süden hin.

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Burg im Jahre 1634 vom Kurfürsten von Köln geschleift und anschließend nicht mehr aufgebaut. Vom Palas ist nur noch ein Mauerstück mit Fensteröffnung („Kölner Fenster“) erhalten. Einer der letzten der Linie der Burggrafen vom Drachenfels starb 1530. Graf Heinrich wurde in der Klosterkirche von Heisterbach in der dortigen Familiengruft beerdigt. Sein Grabstein wurde bei der Zerstörung des Klosters Heisterbach gerettet und ist heute an der ab 1903 erbauten Kirche St. Mariä Heimsuchung in Rhöndorf zu sehen.

Damals wie heute gibt es wenige Familien, die den Namen von Drachenfels so wie das Adelsgeschlecht weiterführen.

Drachensage

Über den Drachen existieren mehrere Sagenversionen, die inhaltlich in einem Punkt übereinstimmen: Auf dem Drachenfels lebte einst ein solches Untier in einer Höhle und holte sich von Zeit zu Zeit einen Menschen zum Mahl.

Die weiteren Schilderungen unterscheiden sich vor allem hinsichtlich der Form, wie man den Drachen aus seiner Höhle vertrieb oder ihn tötete:

  • Siegfried, der Held aus der Nibelungensage, soll auf dem Weg nach Worms den Drachen getötet und durch ein Bad in dessen Blut Unverwundbarkeit erlangt haben. Steinerne Skulpturen in der Nibelungenhalle erinnern heute noch an dieses Ereignis.
  • Eine zweite Fassung berichtet von der regelmäßigen Fütterung des Drachens mit Gefangenen. Eines Tages sei eine junge Christin dem Drachen als Opfer dargebracht worden. In ihrer Todesangst habe sie dem Drachen ein kleines Kreuz entgegengehalten. Daraufhin sei der Drache in den Rhein gesprungen und seitdem nicht mehr gesehen worden.
  • Nach einer eher technisch ausgerichteten Version hat der Drache eines Tages auf dem Rhein ein mit Schießpulver beladenes Schiff angefallen und mit seinem feurigen Atem die Ladung zur Explosion gebracht. Dabei sei sowohl das Schiff vernichtet als auch der Drache getötet worden.

Aufstieg

Für eine ausführlichere Darstellung siehe bei Burg Drachenfels.

Eselsweg

Der traditionelle Aufstieg zum Drachenfels mit der schönsten Aussicht über den sogenannten Eselsweg ist steil. Der Eselsweg wurde vermutlich in Abschnitten schon von römischen Steinmetzen benutzt. Entweder man geht zu Fuß oder reitet auf einem Esel. Die Lasttiere gelten als ein Erkennungszeichen des Drachenfels. Ihnen ist auf der Königswinterer Rheinallee ein Bronzedenkmal gewidmet, das Ernemann Sander geschaffen hat.

Drachenfelsbahn

Wem der Fußweg zu anstrengend ist, der kann die Drachenfelsbahn, die zur Hauptsaison alle 15 bis 20 Minuten pendelt, benutzen.

Alternativwege

Auf Höhe der Mittelstation der Drachenfelsbahn können Fußgänger nach links in einen Feldweg einbiegen. Ab dessen Ende kann nach rechts auf die asphaltierte Versorgungsstraße gewechselt werden, so dass der zweite Teil des Aufstieges nicht mehr so beschwerlich ist.

Ein weiterer alternativer, weniger begangener Aufstieg führt durch das Nachtigallental.

Attraktionen am Rande des Weges

In einer Bude am Rande des Eselswegs sind Automaten der Firma Lemmerz aufgestellt, darunter auch Märchen-Dioramen, deren Figuren sich bei Einwurf einer Münze bewegen. Besonders beeindruckt die fleißige Gesellschaft der sagenhaften Kölner Heinzelmännchen. Die mechanischen Kunstwerke stammen noch aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Auf halber Strecke liegt die 1913 erbaute Nibelungenhalle mit Gemälden von Hermann Hendrich (1854–1931), die Szenen aus Opern von Richard Wagner darstellen. Angegliedert ist die Drachenhöhle, eine Felsengrotte mit der rund 15 m langen Steinskulptur eines liegenden Drachens von Franz Josef Krings, die 1933 zum 50. Todestag Richard Wagners hierher verbracht wurde.

Ein Reptilienzoo beherbergt Spinnentiere, Schlangen, Kaimane, Warane, Leguane, Gila-Krustenechsen und zwei über 3 m lange Mississippi-Alligatoren.

Etwas oberhalb der Mittelstation der Drachenfelsbahn liegt Schloss Drachenburg, das 1882 ein Bonner Gastwirt als privates Schloss erbauen ließ. In der Vorburg befindet sich seit 2002 das Museum für Naturschutzgeschichte. Der Park der Burg ist als sehenswert in die Straße der Gartenkunst zwischen Rhein und Maas aufgenommen.

Auf dem Drachenfelsplateau wurde bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine Gaststätte eröffnet. Im Laufe der Zeit gab es hier ein Hotel, eine Postagentur und einen Schnellfotografen.

Unterschutzstellung

Zwar kaufte die Preußische Regierung 1836 den Steinbruch Drachenfels, um ihn sofort stillzulegen und so die Silhouette des Berges als Naturschönheit zu sichern. Damit ersparte sie dem Berg samt seiner malerischen Burgruine das Schicksal als Steinbruch für den Weiterbau des Kölner Doms. Für diesen Teil des Bergs samt Burgruine wurden 10.000 Taler gezahlt. Im Jahr 1869 gründete sich der Verschönerungsverein Siebengebirge mit dem Ziel, das Areal gänzlich zu erschließen. Der Verein gründete 1880 mit Genehmigung des Kaisers eine staatliche Lotterie, aus deren Einnahmen alle anderen Steinbrüche aufgekauft wurden, um so zu verhindern, das mit dem weiteren Abbau der Steine der Berg verschwindet. Die rechtliche Grundlage für ein Naturschutzgebiet wurde aber erst 1922 mit einer entsprechenden Polizeiverordnung gelegt. Seit 1956 firmiert es als Naturpark.

Touristische Bedeutung

Bis in die späten 1990er Jahre hinein war der Drachenfels die wichtigste touristische Attraktion Königswinters. Besonders beliebt war er bei Reisenden aus den Niederlanden, was ihm in der Umgebung den Spitznamen „höchster Berg Hollands“ eingebracht hat. In den vergangenen Jahren sind rückläufige Besucherzahlen feststellbar, einige Lokale mussten schließen, und die Attraktionen werben um Sponsoren.

In der näheren Zukunft könnte es wieder eine Steigerung der Besucherzahlen geben: 2005 wurde der neue Bahnhof der Zahnradbahn mit Tourist-Information eröffnet, und Schloss Drachenburg wird bis 2007 umfassend renoviert. Zudem wurde im Dezember 2005 das Sea Life am Königswinterer Rheinufer eröffnet. Weiterhin ist der Drachenfels besonders für Silvesterfeiern beliebt.

Mittlerweile gibt es Planungen für eine Neugestaltung des Weges vom Rheinufer bis zum Plateau auf der Bergspitze, die mit einem Abriss des Neubaus aus den 1970er-Jahren verbunden wäre. Die Finanzierung könnte aus der Förderung der Regionale 2010 des Landes Nordrhein-Westfalen erfolgen, das bereits Schloss Drachenburg für über 30 Millionen Euro saniert. Mit dem Geld soll unter anderem der gesamte Weg ansprechender gestaltet und die Beschilderung (insbesondere der Zugang zur Burgruine) verbessert werden.

Wanderweg Rheinsteig

Der Drachenfels ist der erste Berg auf einem rechtsrheinischen Wanderweg, dem Rheinsteig von Bonn nach Wiesbaden.

Landwirtschaftliche Bedeutung

Die Rebhänge des Drachenfelses zwischen Königswinter und Rhöndorf stellen eines der nördlichsten Weinanbaugebiet am Rhein dar, nur 5–10 Kilometer nördlich werden in Oberdollendorf und Bonn-Limperich noch Wein angebaut. Drei Weingüter sind in der Region tätig. Die Rebsorte Riesling dominiert, doch auch Gewürztraminer, Scheurebe, Grauburgunder, Dornfelder und Spätburgunder werden angebaut. In den Steillagen werden die Trauben noch komplett von Hand gelesen. Etliche der Weine sind bereits prämiert worden.

Literatur

  • Heinrich Neu: Der Drachenfels. Geschichte und Beschreibung einer rheinischen Burg, Köln 1956 (3., verm. Auflage Königswinter 1972)
  • Winfried Biesing: Drachenfelser Chronik, Köln 1980
  • Rheinreise 2002. Der Drachenfels als romantisches Reiseziel, red. v. Elmar Scheuren und Helga Stoverock unter Mitwirkung von Thilo Nowack, Bonn 2002
  • Kaiserwetter am Siebengebirge, red. v. Karl Josef Klöhs, Bonn 2003

Lyrik

In Königswinter zu dunkler´Stund
da trafen sich drei Knaben
ausrufend ob der wack´ren Kund
um sich an des Berges steiler Front zu wagen

Der Weg so steil
Die nacht so hell
Das herz am rechtem platze
beladen mit gar schwerer Last
zum gipfel sich auf zu mach´n

da spürt sie auf des berges geist
der sie erschrickt im walde
und sie nun treibt hinauf zur höh´
um sich an des gipfels blickes zu erquicken

drum endlich erlöst von drückender last
dem tiefen tale zugewand
die gemeinschaft eilt hinab den Berg
zum morgen dem fährmann entgegen

(Adrian Johannes dem Holden, Vienna, Jenner 1779)

Weblinks

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