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Dobrudscha
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Die Dobrudscha (rumänisch Dobrogea, bulgarisch Добруджа [Dobrudža], türkisch Dobruca) ist eine historische Landschaft in Südost-Rumänien und Nordost-Bulgarien zwischen dem Unterlauf der Donau und dem Schwarzem Meer.
Dieses rumänisch-bulgarische Grenzgebiet umfasst eine Fläche von 23.262 Quadratkilometer und hat 840.000 Einwohner. Der rumänische Anteil beträgt 15.553 Quadratkilometer. Die Dobrudscha ist im Tutuiat 459 Meter hoch; südlich der Senke Cernavodă-Constanţa ist sie eine lössbedeckte, fruchtbare Steppentafel, die bis zu 200 Meter hoch aufragt.
In der Dobrudscha lebte im 19. Jahrhundert eine ethnisch gemische Bevölkerung aus Bulgaren, Türken, Rumänen, Tataren, Lipowaner, Haholen (Ukrainer), Gagausen und Dobrudschadeutschen.
Die größten Städte sind Constanţa und Tulcea (in Rumänien) und Dobritsch und Silistra (in Bulgarien).
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Norddobrudscha
Die Norddobrudscha (rumänisch: Dobrogea de Nord, bulgarisch: Северна Добруджа) ist heute ein Gebiet in Südost-Rumänien und der einzige Zugang des Landes zum Schwarzen Meer. Das Gebiet ist 15.570 Quadratkilometer groß und hat eine Bevölkerung von 973.811 Einwohnern.
Die Norddobrudscha ist ein flacher Küstenstreifen mit vielen Sumpfgebieten im nördlichen Teil und den Limanen-Seen der Donau. Weiter im Landesinneren ist das Gebiet leicht hügelig und bewaldet.
Die Norddobrudscha umfasst zwei rumänische Verwaltungsbezirke:
Süddobrudscha
Die Süddobrudscha (bulgarisch: Южна Добруджа, rumänisch: Cadrilater oder Dobrogea de Sud) ist heute ein Gebiet in Nordost-Bulgarien. Die Süddobrudscha hat eine Fläche von 7565 Quadratkilometern und eine Bevölkerungszahl von 358.000. Der westliche Teil der Süddobrudscha ist hügelig, der östliche Teil ist eben und trocken.
Die Süddobrudscha umfasst drei bulgarische Verwaltungsbezirke:
- Bezirk Warna: nur die Gemeinde Aksakowo liegt in der Dobrudscha
- Bezirk Dobritsch mit seiner größten Stadt Dobritsch: liegt mit allen seinen Gemeinden in der Dobrudscha.
- Bezirk Silistra: mit seiner größten Stadt Silistra: liegt mit den drei Gemeinden Silistra (Силистра), Alfatar (Алфатар) und Kainardscha (Кайнарджа) in der Dobrudscha.
Im Mittel liegt die Süddobrudscha 230 Meter über dem Meeresspiegel. Die Küste am Schwarzen Meer ist auf weiten Strecken Steilufer. Typisch und einmalig ist der Wechsel von Feuchtgebieten und Steppengebieten.
Wirtschaft
Anbau von Weizen, Gerste, Mais, Sonnenblumen, Gemüse, Wein
- Seebäder: Mamaia, Eforie (Süd, Nord), Mangalia, Costineşti, Vama Veche u.a.
- Seehafen Constanţa.
Geschichte
In der Antike gab es auf dem Gebiet der Dobrudscha griechische Kolonien. Es entstanden befestigte Städte wie Tomis, Callatis und Histria. Das Gebiet gehörte auch dem Dakerreich von Burebista. Die Römer eroberten das Gebiet im 1. Jh. n. Chr. und hielten es 679 Jahre lang. Im 6/7. Jh. fielen die Slawen ein. Durch Einfälle von Steppenvölkern wurden die einst blühenden Siedlungen vernichtet. 292 Jahre lang (von 679-971) gehörte das Gebiet dem Ersten Bulgarischen Reich; wurde es 280 Jahre lang byzantinisch (971-1186 und 1320-1385). 1186-1250 gehörte es dem Wlachisch-Bulgarischen Reich.
Die verwüstenden Kriegszüge der Petschenegen im ersten Drittel des 9. Jahrhunderts entvölkerten die inneren Gebiete der Dobrudscha, und das Leben in den Siedlungen erstarb während des gesamten Zweiten Bulgarischen Reiches (1186-1250).
Im 13. Jahrhundert gab es ein kurzzeitiges Staatswesen eines Fürsten Dobrotitsch, das wahrscheinlich dem Gebiet seinen Namen gab. Von 1385 bis 1420 gehörte es der Walachei. Die Dobrudscha war seit 1396 (mit Unterbrechungen) osmanisch besetzt und bildete ab 1420 den Sandschak von Tulcea. Das Osmanische Reich siedelte Türken und Tataren in dem entvölkerten Gebiet an (siehe Islam in Rumänien). Im Krimkrieg (1853-56) kam es zu Kampfhandlungen zwischen türkischen und russischen Truppen, ab 1878 (Berliner Vertrag) kam der (deutlich größere) nördliche Teil an Rumänien. Rumänien begann eine staatliche Kolonisation in der Dobrudscha, während viele Türken bis 1885 das Land verließen. Die Hauptstadt wurde von Tulcea nach Constanţa verlegt. Mit Constanţa besaß Rumänien nun einen eisfreien Schwarzmeerhafen, der zügig ausgebaut wurde. Der bulgarische Südteil wurde 1913 infolge des Zweiten Balkankrieg durch Rumänien (in dem Friedensvertrag von Bukarest)annektiert, 1940 im Vertrag von Craiova aber an Bulgarien abgetreten.
Vor 1940 lebte ein buntes Völkergemisch aus Rumänen, Bulgaren, Türken, Tataren, Lipowanern, Zigeunern, Griechen und Deutschen zusammen. Während der Zwischenkriegszeit waren besonders in der Süddobrudscha die Banden der Comitagii (Komitadschi) aktiv; aus bulgarischer Sicht waren es Freiheitskämpfer, aus rumänischer Banditen.
Im 19. Jahrhundert wanderten deutsche Kolonisten in mehreren Wellen in die Dobrudscha ein. Die ersten Siedler kamen zwischen 1841 und 1856 aus dem russischen Zarenreich. Es handelte sich hauptsächlich um deutsche Bauernfamilien aus den benachbarten Gouvernements Bessarabien und Cherson. Im Laufe der einhundertjährigen Siedlungsgeschichte dieser Kolonisten bildete sich die Volksgruppe der Dobrudschadeutschen.
Literatur
- Kahl, Thede und Sallanz, Josef: Die Dobrudscha. In: Kahl, Thede & Michael Metzeltin und Mihai-Răzvan Ungureanu (Hg.): Rumänien. Raum und Bevölkerung – Geschichte und Geschichtsbilder – Kultur – Gesellschaft und Politik heute – Wirtschaft – Recht – Historische Regionen. Österreichische Osthefte Jg. 48, Wien u.a., S. 857-879.
- Schmidt-Rösler, Andrea: Dobrudscha. In: Weithmann, Michael (Hg.): Der ruhelose Balkan. Die Konfliktregionen Südosteuropas. München 1993, S. 94-107.
Siehe auch
Liste der historischen Regionen in Rumänien und Moldawien
Weblinks
- http://www.dobrudscha.de/ – deutschsprachiges Portal zur Dobrudscha
- Gebietsbeschreibung durch „Karpartenwilli“
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