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Deventer

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Gemeinde Deventer
Bild:Sin escudo.svg Bild:Sin escudo.svg
(Flagge von Deventer) (Wappen von Deventer)
Bild:LocatieDeventer.png
Provinz Overijssel
Bürgermeister James van Lidth de Jeude
Sitz der Gemeinde Deventer
Fläche
 – Land
 – Wasser
134,38 km²
131,30 km²
3,08 km²
Einwohner

 – Bevölkerungsdichte
96.259
(1. Juni 2005)

733 Einwohner/km²
Koordinaten Koordinaten: 52° 15′ 4" N, 6° 9′ 36" O52° 15′ 4" N, 6° 9′ 36" O
Bedeutender Verkehrsweg A1, N344, N348
Vorwahl 0570
Postleitzahlen 7411 - 7437
Offizielle Website www.deventer.nl
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) ist eine Gemeinde der Provinz Overijssel (Niederlande).

Inhaltsverzeichnis

Orte

Zur Gemeinde gehört die Stadt gleichen Namens sowie u.a. die Dörfer Schalkhaar, Lettele und Diepenveen, mit einer mittelalterlichen Kirche, und seit dem 1. Januar 2005 auch Bathmen.

Lage und Wirtschaft

Die Stadt liegt an der niederländischen Autobahn A1 von Amsterdam nach Hengelo (O) und weiter über die deutsch-niederländische Grenze nach Osnabrück (Europastraße E30) und der Eisenbahnlinie Amsterdam-Osnabrück-Berlin und an der Ijssel (kleiner Binnenhafen).

Deventer hat immer noch bedeutende Druckereien. Auch ist die Verpackungsindustrie (Blechdosen, Kunststoffbecher) bedeutend. Weiter gibt es eine Fabrik von Heizkesseln und viele kleinere Industrie- und Handelsunternehmen. In Deventer stehen einige Fachhochschulen, u.a. für Umwelttechnik. Die Fachausbildung im Deventer Krankenhaus steht in einem sehr guten Ruf.

Geschichte

Die Stadt Deventer, auf deren Grundgebiet schon vor Anfang des 4. Jahrhunderts Germanen lebten, wurde vor dem 8. Jahrhundert gegründet. Der angelsächsische Missionar Lebuïn (= Liafwin - „lieber Freund“) gründete dort 768 oder 769 eine Kirche. Der Ort, an einer kleinen Anhöhe am Fluss Ijssel war damals schon ein wichtiger Handelsplatz. Als die Wikinger den Ort 882 zerstörten, wurde Deventer bald wieder aufgebaut und mit Erdwällen befestigt.

Im 9. und 10. Jahrhundert war Deventer vorübergehend Sitz des Utrechter Bischofs. Eine Münze von hier aus dem 11. Jahrhundert findet sich im Münzfund von Sandur auf den Färöern. Die Stadt entwickelte sich dann zu einem wichtigen Knotenpunkt von Handelswegen und schloss sich der deutschen Hanse an. Vor allem der Handel mit Stockfisch aus Skandinavien war bedeutend. Im 15. Jahrhundert fand in der Stadt fünfmal im Jahr ein Jahrmarkt statt. Als im 16. und 17. Jahrhundert die Seewege über Holland immer wichtiger wurden und der Wasserpegel in der Ijssel sank, so dass große Schiffe den Fluss nicht länger benutzen konnten, verlor die Stadt vorübergehend stark an Bedeutung. Im 18. Jahrhundert wurde eine Eisengießerei gegründet, und zwischen 1850 und 1930 wuchs die Industrie stark, um nach 1970 wieder an Wichtigkeit einzubüßen.

In der Zeit Napoléon Bonapartes hatte Deventer stark unter der Besatzung durch französische Truppen zu leiden. Nach 1815 war es bis nach dem 2. Weltkrieg, der Deventer nicht unberührt ließ (die Ijsselbrücke und die Häuser in deren Nähe wurden 1944 und 1945 einige Male von anglo-amerikanischen Flugzeugen bombardiert) eine wichtige Garnisonsstadt. In der ehemaligen Kaserne soll 2007 ein luxuriöses Shopping Centre entstehen.

Kulturelle Bedeutung

Deventer, wo schon vor 1500 Bücher gedruckt wurden, war im Spätmittelalter ein Zentrum von Kultur und Wissenschaft von überregionaler Bedeutung. Das Athenaeum illustre, eine Art Gymnasium, wurde u.a. von Erasmus von Rotterdam besucht. Auch die Gruppe „Brüder vom gemeinsamen Leben“ oder Devotio moderna um Geert Groote, die viel Einfluss auf Religion und Philosophie hatte, entstand im 15. Jahrhundert in Deventer und im Kloster Windesheim 5 km südlich von Zwolle. Der Maler und Kunstfälscher Han van Meegeren, der 1930-1945 Fälschungen von Vermeer-Bildern herstellte und verkaufte, wurde in Deventer geboren und ausgebildet. Sein Grab befindet sich auf dem Algemene Begraafplaats, Raalterweg 29 in dem Dorf Diepenveen, das zu der Gemeinde Deventer gehört.

Die verhältnismäßig starke türkische Minderheit verfügt seit 2003 über eine schöne, moderne Moschee, die auch für Integrationsprojekte und kulturelle Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit den autochthonen Einwohnern der Stadt benutzt wird.

Sehenswürdigkeiten

Bild:Deventer.jpg
Stadtansicht von Deventer mit der Lebuinuskirche

In der historischen Altstadt, die sehr malerisch und sehenswert ist, fallen drei historische Gebäude besonders auf: die Stadtwaage (Waag) am Marktplatz namens Brink, 1545 erbaut, 2002 restauriert, jetzt Stadtmuseum; die Große oder Lebuinuskirche, mit hohem Turm, und die mit zwei Türmen verzierte Bergkirche, die sich im so genannten Bergviertel befindet. Beide Kirchen stammen aus dem 13. Jahrhundert und haben innen schöne Fresken. Die Bergkirche ist jetzt ein Museum für moderne Kunst.

Jährlich findet an einem Wochenende im Dezember (immer am letzten Wochenende vor Heiligabend!) das viel besuchte (2005: 135.000/2006:200.000 !) Dickens-Festival (mit Weihnachtsmarkt) statt, wobei Szenen aus den Romanen des englischen Autors von Einwohnern des Bergviertels nachgespielt werden. An einem Wochenende Anfang Juli wird jedes Jahr ein internationales Stelzenläufer-Theaterfestival gehalten (Deventer op Stelten). Am ersten Sonntag im August ist das Ufer der Ijssel Kulisse eines großen Büchermarkts.

In Deventer ist am Samstag und Freitag einen großen Markt, wo alles verkauft wird. Der Markt am Samstag auf "de Brink" ist der Markt der am meisten besucht wird und am meisten angeboten wird, Händler, Bauern und Verkäufer kommen dann überall aus der Gegend um Ihre Waren anzubieten. Diese Märkte sind traditionell in Holland und finden eigentlich in jeder Stadt statt.

Söhne und Töchter der Stadt

Weblinks

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