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Deutsche 6. Armee

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Die deutsche 6. Armee war eine Armee der Wehrmacht, die durch die Schlacht um Stalingrad bekannt wurde.

Inhaltsverzeichnis

Erstaufstellung

Die deutsche 6. Armee wurde am 10. Oktober 1939 durch die Umbenennung des Armeeoberkommandos 10 gebildet.


1939 - 1941

Im Rahmen des Polenfeldzugs übernahm die 6. Armee Sicherungsaufgaben an der Grenze. Im Laufe des Krieges nahm sie am Angriff auf Frankreich teil und blieb bis zum Mai 1941 im Westen. Die 6. Armee wurde nach dem Westfeldzug "Bezwingerin der Hauptstädte" genannt.


1941 - 1942

Am Anfang des Unternehmens Barbarossa (Russlandfeldzug) war sie Bestandteil der Heeresgruppe Süd. Einheiten der 6. Armee arbeiteten neben den Kampfhandlungen im engeren Sinne der SS und den Einsatzgruppen des SD bei den Massenmorden an Juden und russischer Zivilbevölkerung in die Hände.

Kessel von Stalingrad

Ende August 1942 nahm im Rahmen der Sommeroffensive die 6. Armee Stalingrad nahezu vollständig ein. Allerdings gelang es ihr in zähen und verlustreichen Straßenkämpfen nicht, die sowjetischen Verbände komplett aus der Stadt zu vertreiben. Eine von einigen deutschen Frontoffizieren zwar vorhergesehene, für das deutsche Oberkommando aber überraschende Großoffensive der sowjetischen Truppen führte zum Einschluss im Kessel von Stalingrad. Die Stärke der massiv zusammengezogenen russischen Truppen wurde vom deutschen Oberkommando völlig unterschätzt. Der Oberbefehlshaber der deutschen Wehrmacht Adolf Hitler vermeldete in einer Rede in München bereits den kompletten Fall Stalingrads und schätzte die neue Lage, die durch das Zusammenziehen der sowjetischen Truppen entstand, völlig falsch ein.

Zwischen dem 31. Januar und dem 3. Februar 1943 stellte die 6. Armee den Kampf ein.

Nach den in amerikanischem Besitz befindlichen Kriegstagebüchern der 6. Armee und den Tagesmeldungen der Armeekorps, befanden sich Mitte Dezember 1942 laut Meldung vom 22. Dezember über die Verpflegungsstärke vom 18. Dezember 1942 230.300 Deutsche und Verbündete im Kessel, darunter 13.000 Rumänen. Außerdem weisen die Meldungen 19.300 russische Gefangene oder russische Hilfswillige aus. Von diesen 230.300 Offizieren und Gefangenen wurden bis zum 24. Januar 1943 42.000 Verwundete, Kranke und Spezialisten ausgeflogen. 16.800 wurden nach sowjetischen Meldungen vom 10. - 29. Januar von den Sowjets gefangengenommen.

In den Tagen der Kapitulation ergaben sich 91.000 Soldaten und gingen in russische Kriegsgefangenschaft. 80.500 Soldaten blieben auf dem Schlachtfeld, Gefallene, der größere Teil aber Schwerverwundete, die in den letzten Tagen schutzlos, ohne Pflege und ohne Nahrung blieben und bei der Kapitulation der Armee von den sowjetischen Streitkräften nicht mehr geborgen werden konnten oder wollten.

Nur 6.000 der knapp 107.800 (91.000 + 16.800) in Gefangenschaft geratenen Soldaten überlebten die Gefangenschaft. 101.800 der gesamten gefangenen Soldaten, die noch lebend in Gefangenschaft gingen, starben an Hunger, Seuchen, Misshandlungen und an der Kälte.

Am 3. Februar 1943 flog Leutnant Herbert Kuntz als letzter Versorgungsflieger über Stalingrad und konnte keine deutschen Truppen mehr beobachten. An diesem Tag hatte die 6. Armee aufgehört zu existieren. Allerdings orteten Piloten der deutschen Luftwaffe in der Steppe um Stalingrad noch bis Mitte Februar Kleinsttrupps von 1-5 Mann, die aus Furcht vor der Roten Armee nicht in Gefangenschaft gehen wollten, und versuchten aus den Trümmern der zerbombten und nahezu komplett zerstörten Stadt zu entkommen und über die Steppe zu den deutschen Linien zu gelangen. Nur von einem einzigen deutschen Soldaten, Unteroffizier Nieweg von einer Flakbatterie, wird berichtet, daß er durchkam, er fiel allerdings 24 Stunden nach seiner Rettung durch Granatwerferbeschuß.

Neuaufstellung 1943

Neu aufgestellt am 6. März 1943 in Südrussland aus der Armeeabteilung Hollidt, wurde die erneuerte 6. Armee im August 1944 bei der Operation Jassy-Kischinew in großen Teilen mit der Heeresgruppe Südukraine vernichtet. Aus den Resten abermals aufgestellt, bezeichnete man sie im September 1944 als Armeegruppe Fretter-Pico und im November 1944 und von Januar bis März 1945 als Armeegruppe Balck. Einige Soldaten kehrten nach dem Krieg heim. Viele starben in Gefangenenbaracken.

Oberbefehlshaber der 6. Armee

Literatur

  • Boll, Bernd und Safrian, Hans: Auf dem Weg nach Stalingrad. Die 6. Armee 1941/42, S.260-297 in:
  • Heer, Hannes und Naumann, Klaus: Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944, Zweitausendeins Verlag, Frankfurt 1997, ISBN 3-86150-198-8

Weblinks

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