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Deutsch-Russisches Museum Berlin-Karlshorst

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Das Deutsch-Russische Museum Berlin-Karlshorst ist ein den deutsch-sowjetischen und deutsch-russischen Beziehungen gewidmetes Museum in Berlin-Karlshorst. Der größte Teil der Dauerausstellung informiert über den Deutsch-Sowjetischen Krieg 1941-1945.

Bild:Karlshorst GER-RUS museum.jpg
Das Deutsch-Russische Museum in Berlin-Karlshorst

Inhaltsverzeichnis

Museumsgebäude

Bild:Deutsch-russisches-museum.jpg
Sowjetisches Relief im Museum

Das Museum befindet sich am historischen Ort der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht am 8. Mai 1945. Mit dem Akt der Ratifizierung der Kapitulationsurkunde in Karlshorst endete der Zweite Weltkrieg in Europa. Bis 1949 diente das ehemalige Offizierskasino der Wehrmachtspionierschule als Amtssitz des Chefs der sowjetischen Militärverwaltung. 1949 erhielt die erste Regierung der DDR hier die staatliche Vollmacht. Von 1967 bis 1994 befand sich in dem Gebäude das sowjetische Museum der bedingungslosen Kapitulation des faschistischen Deutschland im Großen Vaterländischen Krieg, das dem Zentralen Streitkräftemuseum in Moskau untergeordnet war.

Nach den deutsch-sowjetischen Vereinbarungen über den Abzug der Streitkräfte einigten sich Deutschland und die Sowjetunion, an diesem historischen Ort gemeinsam an die Geschichte des deutsch-sowjetischen Krieges und das Ende der nationalsozialistischen Herrschaft zu erinnern. Nach einer Umgestaltung öffnete im Mai 1995 das Deutsch-Russische Museum hier seine Pforten.

Dauerausstellung

Die Dauerausstellung, die ca. 40.000 Besucher im Jahr anzieht, vermittelt dem Besucher auf ca. 1000 m² eine Vorstellung von der Geschichte der deutsch-sowjetischen Beziehungen von 1917 bis 1990. Im Mittelpunkt steht dabei der deutsch-sowjetische Krieg 1941-1945, insbesondere der Kriegsalltag der Soldaten und Zivilisten auf beiden Seiten.

Zentrum des Museums ist weiterhin der im alten Zustand erhaltene Kapitulationssaal. Neben den neuen, modern gestalteten Ausstellungsräumen sind auch Teile der alten Ausstellungen sowie Denkmäler aus sowjetischen Zeiten zu sehen. Auf dem Außengelände befinden sich ein Denkmal, in das ein auf einem Podest aufgestellter sowjetischer T34-Panzer integriert ist, sowie eine Ausstellung sowjetischen militärischen Großgerätes aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges sowie der Nachkriegszeit.

Sonderausstellungen und andere Aktivitäten

Bild:Exhibition Karlshorst.jpg
In den Ausstellungsräumen

Das Museum zeigt im Jahr zwei bis drei Sonderausstellungen. Hierfür steht seit Ende 1997 ein 100 m² großer Raum zur Verfügung. Schwerpunkte sind die Erinnerung an den Krieg sowie Themen der deutsch-sowjetischen/russischen Beziehungen, wie insbesondere Kriegsfotografie, aber auch künstlerische fotografische Auseinandersetzungen mit der Thematik. Hierfür können die Mitarbeiter des Museums auf eine umfangreiche Sammlung zurückgreifen.

Ein Teil der Sonderausstellungen wurde bereits in anderen deutschen sowie russischen und ukrainischen Städten gezeigt.

Neben der ausstellerischen Arbeit veröffentlicht das Museum zu jeder Sonderausstellung einen (meist) auch im Buchhandel erhältlichen Katalog in deutscher und russischer Sprache und organisiert wissenschaftliche Tagungen bzw. Konferenzen sowie Studienreisen.

Trägerschaft

Das Deutsch-Russische Museum ist eine bisher einmalige binationale Einrichtung, die von der Bundesrepublik Deutschland und der Russischen Föderation getragen wird. Dem 1994 gegründeten gemeinsamen Trägerverein gehören zu gleichen Teilen deutsche und russische Institutionen an. Der Vorsitz wechselt zwischen dem Generaldirektor des Deutschen Historischen Museums und dem Direktor des Zentralen Streitkräftemuseums in Moskau. Ergänzt wird der Verein durch die Mitgliedschaft der Museen des Großen Vaterländischen Krieges in Minsk und Kiew. Mit seinen Ausstellungen und Veranstaltungen schafft das Museum Räume für eine kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte, für Bildung und Begegnung sowie für die Verständigung zwischen Deutschen und Russen. Alljährlich findet zum 8. Mai, dem Tag des Endes des Krieges in Europa, ein Museumsfest statt.

Sammlungen

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Aus Wunden entfernte Granatsplitter und Projektile sowie Ausrüstungsgegenstände der sowjetischen Sanitätstruppe aus dem Bestand des militärmedizinischen Museums St. Petersburg vermitteln ein Bild von der menschlichen Tragödie des Krieges.

Die Sammlungen des Museums bestehen zum größten Teil aus Objekten des Zentralen Streitkräftemuseums in Moskau. Hinzu kommen Objekte und Leihgaben aus anderen deutschen und osteuropäischen Sammlungen, Schenkungen und Nachlässen. Die Sammlungstätigkeit des Museums umfasst die Bereiche Schriftgut, Plakate, Alltagskultur, Militaria mit einem Schwerpunkt auf Militärmedizin sowie Fotografien. Das wachsende Bildarchiv beinhaltet hauptsächlich Aufnahmen sowjetischer und deutscher professioneller und Amateurfotografen aus der Zeit des Krieges.

Das Museum verfügt über eine rund 3.000 Bände umfassende Spezialbibliothek zu den deutsch-sowjetischen Beziehungen mit dem Schwerpunkt Krieg an der Ostfront. Sie ist nach Absprache auch für auswärtige Nutzer für wissenschaftliche Zwecke nutzbar.

Bisherige Sonderausstellungen

  • Ilja Ehrenburg und die Deutschen. (27.11.1997–18.1.1998)
  • Das mitfühlende Objektiv. Michail Sawin. Kriegsfotografie 1941–1945. (30.4.–31.5.1998)
  • Nach Berlin! Timofej Melnik. Kriegsfotografie 1941–1945. (22.10.–13.12.1998)
  • Mordfelder. Henning Langenheim. Orte der Vernichtung im Krieg gegen die Sowjetunion. (28.1.–18.4.1999 und 5.11.2004–30.1.2005)
  • Bersarin, Nikolaj. Generaloberst, Stadtkommandant (Berlin). (7.9.–21.11.1999, 8.5.–1.6.2003 und 1.4.–9.5.2004)
  • Heimatfront. Iwan Schagin. Kriegsfotografie 1941–1945. (10.12.1999–6.2.2000; 2005 Schwerin)
  • Foto-Feldpost. Geknipste Kriegserlebnisse 1939–1945. (30.3.–16.7.2000)
  • Moskau-Berlin. Straßenbilder von Valerij Stignejew, Fotos 1996–1998. (26.12.2000–11.2.2001)
  • Dokument und Konstrukt. Arkadij Schaichet. Fotografie zwischen N.E.P. und Großem Vaterländischen Krieg. (29.3.–27.5.2001)
  • Juni 1941: Der tiefe Schnitt. (22.6.–20.9.2001; gleichzeitig auch in Moskau und Kiew eröffnet))
  • Moskau im Krieg. 1941–1945. (22.11.2001–17.2.2002)
  • Diesseits – jenseits der Front. Michail Trachmann. Kriegsfotografie 1941–1945. (16.4.–18.8.2002)
  • Mascha, Nina und Katjuscha. Frauen in der Roten Armee. (16.11.2002–23.2.2003; 2003 Ravensbrück; 2004 Nowosibirsk)
  • Beutestücke. Kriegsgefangene in der deutschen und sowjetischen Fotografie 1941–1945. (14.6.–12.12.2003)
  • Stalingrad erinnern. Stalingrad im deutschen und russischen Gedächtnis. (15.11.2003–21.3.2004; 2004 Moskau & Wolgograd)
  • Blokade Leningrads. 1941–1944. Dossiers. (15.5.–5.9.2004; 2005 Hamburg)
  • Triumph und Trauma. Sowjetische und postsowjetische Erinnerungen an den Krieg 1941–1945. (4.5.–11.9.2005)
  • Kriegsspuren. Portraits deutscher und russischer Veteranen von Martin Hertrampf. (17.11.2005–19.2.2006)
  • Russland und Deutschland: Kapitel aus der diplomatischen Geschichte, 1955–2005. Fotoausstellung der Presseagentur Nowosti. (8.3.–18.4.2006)
  • Schussfeld. Die Schlacht um die Seelower Höhen 1945. Eine fotografische Spurensuche von Karl Böttcher. (8.5.–18.6.2006)
  • „Um zu Überleben“ – Deutsche und sowjetische Kriegsgefangene des Zweiten Weltkrieges. Eine Ausstellung des Memorialmuseums deutscher Antifaschisten in Krasnogorsk bei Moskau (Filiale des Zentralen Museums des Großen Vaterländischen Krieges). (8.9.–5.11.2006)
  • Kunst im Auftrag. Boris Ignatowitsch. Fotografien 1927–1946. (17.11.2006–11.2.2007)
  • Das Haus in Karlshorst. Geschichte am Ort der Kapitulation. (20.4.–8.7.2007)
  • Die Schlacht um den Reichstag - die Suche nach dem Panorama von Wünsdorf (Arbeitstitel). (6.9.–4.11.2007)

Weblinks

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Koordinaten: 52° 29' 10" N, 13° 32' 23" O

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