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De civitate Dei

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De civitate Dei (lateinisch für Über den Gottesstaat) ist eine in der Zeit von 413 bis 425 verfasste Schrift des Augustinus (354-430).

Hintergrund für die Entstehung war die Eroberung Roms durch die Westgoten im Jahre (410). Die zu dieser Zeit unter den Christen verbreitete Gleichsetzung des christianisierten Römerreichs mit jener Gottesherrschaft, von der Jesus gesprochen hatte, wurde durch dieses Ereignis in Frage gestellt.

In 22 Büchern entwickelt Augustinus die Idee vom Gottesstaat (civitas Dei), der zum irdischen Staat (civitas terrena) in einem bleibenden Gegensatz stehe. Der irdische Staat erscheint in der augustinischen Darstellung teils als gottgewollte zeitliche Ordnungsmacht, teils als ein von widergöttlichen Kräften beherrschtes Reich des Bösen. Der Gottesstaat andererseits wird in der Kirche sichtbar, ist jedoch mit deren äußerer Gestalt nicht einfach identisch. Von dieser dialektischen Grundidee her entwirft Augustinus eine umfassende Welt- und Heilsgeschichte. Dieser Entwurf war das ganze Mittelalter über, bis hin zu Martin Luther, äußerst einflussreich.

Augustinus geht auch auf die griechische Philosophie ein. Dort schreibt er unter anderem über den Kontrast zwischen Stoa, Epikureismus und der Seelenwanderungslehre Platons. Er sagt ferner, dass die Philosophen trotz ihres Streits für die Wahrheit, nicht den Weg zum Glück fanden. Somit wird er von manchen in gewisser Weise als Begründer des Existenzialismus angesehen.

Indem Augustinus ferner betont, dass die Kirche und der christliche Glauben unabhängig vom Bestehen des Römischen Reiches seien, ist sein Denken nicht mehr von den Vorstellungen der Antike abhängig; Augustinus gilt daher als einer der ersten Denker der Nachantike, der dem Christentum den Weg ins Mittelalter, also in die neue Zeit, bahnte.

Literatur

  • Augustinus: Vom Gottesstaat. Buch 1-10. Dtv. 1997 – ISBN 3423301236
  • Christoph Horn (Hrsg.): Augustinus. De civitate dei. Klassiker Auslegen, Bd. 11. Akademie Verlag. Berlin 1997 – ISBN 3050028718

Weblinks

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