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Dannenberg (Elbe)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen von Dannenberg (Elbe)
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Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Lüchow-Dannenberg
Samtgemeinde: Elbtalaue
Koordinaten: Koordinaten: 53° 5′ N, 11° 5′ O53° 5′ N, 11° 5′ O
Höhe: 14 m ü. NN
Fläche: 76,31 km²
Einwohner: 8497 (29. Juni 2005)
Bevölkerungsdichte: 111 Einwohner je km²
Postleitzahl: 29451
Vorwahl: 05861
Kfz-Kennzeichen: DAN
Gemeindeschlüssel: 03 3 54 004
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rosmarienstraße 3
29451 Dannenberg (Elbe)
Webpräsenz:
Bürgermeister: Peter Selber (CDU)
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Dannenberg (Elbe) ist eine Stadt im Landkreis Lüchow-Dannenberg im äußersten Osten Niedersachsens. Die Stadt Dannenberg ist Teil und Sitz der Samtgemeinde Elbtalaue.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Dannenberg liegt an der Jeetzel nahe deren Mündung in die Elbe, im Schnittpunkt der Naturräume D29 Wendland und Altmark, D09 Elbtalniederung und D28 Lüneburger Heide (vergleiche auch Drawehn). Um Dannenberg befinden sich das Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue und der Naturpark Elbufer-Drawehn.

Dannenberg liegt an der Deutschen Fachwerkstraße.

Landschaft:

  • Dannenberger Marsch: größerenteils eingedeichte und landwirtschaftlich genutzte Auenlandschaft der Elbe, aber noch mit zahlreichen Altarmen wie der "Tauben Elbe", dem "Gümser See" und dem "Penkefitzer See" durchzogen. Viele seltene Tier- und Pflanzenarten, beispielsweise die Rotbauchunke.
  • Der Thielenburger See ist ein größerer künstlicher See nahe am Stadtzentrum.

Stadtgliederung

Die Stadt Dannenberg besteht seit der Gemeindegebietsreform von 1972 aus den nachfolgend aufgelisteten 28 Ortsteilen. Zusätzlich existieren die vier Wohnplätze Hof Neu Lebbien, Hof Riekau II, Pörmkehof sowie das Strachauer Rad.

  • Breese in der Marsch
  • Bückau
  • Dambeck
  • Dannenberg
  • Groß Heide
  • Gümse
  • Klein Heide
  • Liepehöfen
  • Lüggau
  • Nebenstedt
  • Neu Tramm
  • Niestedt
  • Penkefitz
  • Pisselberg
  • Prabstorf
  • Predöhlsau
  • Prisser
  • Riekau
  • Riskau
  • Schaafhausen
  • Schmarsau
  • Seedorf
  • Seybruch
  • Soven
  • Splietau
  • Streetz
  • Tramm
  • Tripkau
  • Neu Lebbien
  • Pörmkehof
  • Hof Riekau II
  • Strachauer Rad

Die Gemeinde Prisser mit den Ortsteilen Niestedt und Schmarsau sowie Neu Lebbien wurde 1971 eingemeindet. Vor 1972 gehörten Riekau (mit Hof II), Tramm und Neu Tramm zur Gemeinde Schaafhausen; Dambeck, Gümse und Seedorf zu Breese in der Marsch; Seybruch zu Splietau und das Strachauer Rad zu Penkefitz.

Die Kernstadt Dannenberg ist heute mit einigen Ortsteilen zu einer Ortslage zusammengewachsen. Dies gilt für Nebenstedt und Prisser sowie zunehmend für Breese in der Marsch, Lüggau, Niestedt und Schmarsau.

Geschichte

  • Stadtrechte seit über 700 Jahren.
  • im 9.Jh. n. Chr. Beginn der kontinuierlichen Besiedlung Alt-Dannenbergs mit zunächst slawischen (wendischen) Bewohnern
  • um 1153 Einrichtung der Grafschaft Dannenberg unter Volrad I. (1153 - 1169)
  • 18.Oktober 1157 Erstmalige Erwähnung des Namens "Dannenberg"
  • 1223/24 Inhaftierung des dänischen Königs Waldemar II. im später nach ihm benannten Turm/Bergfried der Dannenberger Burg.
  • 1483 Bei einem Großbrand fällt ein Viertel der Stadt dem Feuer zum Opfer, darunter auch das Rathaus
  • 1528 Die Reformation hält Einzug in Dannenberg. Der Predikat Matthias Milow hält den ersten evangelischen Gottesdienst. Der letzte katholische Propst in Dannenberg ist Johann Paytner. Der zum lutherischen Bekenntnis konvertierte Vizeprobst Matthäus Dorheide heiratet 1530 und wird 1544 Bürgermeister
  • Von 1569 bis 1671 war Dannenberg ein selbstständiges Fürstentum und wurde von einer welfischen Nebenlinie regiert. Das Territorium umfasste in etwa den heutigen Landkreis Lüchow-Dannenberg (ohne den Raum Gartow) und zusätzlich Gebiete der heutigen Landkreise Lüneburg (Kloster Scharnebeck) und Uelzen.
  • 1608 Ein Großbrand vernichtet 130 Wohnhäuser
  • 5. Oktober 1813 Eleonore Prochaska stirbt nach der Göhrdeschlacht in Dannenberg
  • 1852 Die Jeetzel-Zeitung wird gegründet
  • 1851 bis 1859 Dannenberg ist Sitz eines kleinen Obergerichts
  • 1867 Dannenberg wird Sitz des aus den Ämtern Dannenberg, Gartow, Lüchow und Neuhaus gebildeten Großkreises
  • 1872/1874 Eisenbahnanbindung nach Wittenberge über Dömitz und nach Lüneburg über Hitzacker
  • 1885 Der Großkreis wird in die Landkreise Dannenberg und Lüchow geteilt, die Ämter werden aufgehoben
  • Eintrag aus Meyers Konversationslexikon von 1888:
Dannenberg (Danneberg), Kreisstadt im preuß. Regierungsbezirk Lüneburg, an der schiffbaren Jeetzel, 2 km vom Bahnhof D. an der Wittenberge-Buchholzer Eisenbahn [ Zweigbahn Wittenberge-Buchholz der Berlin-Hamburger Bahn ], ist altertümlich gebaut, hat ein Amtsgericht, eine Kirche, ein altes Schloß, ein Johanniterhospital für die Provinz Hannover und (1880) 1960 evang. Einwohner, welche Spinnerei, Bierbrauerei und Handel mit Vieh, Leinen und Hopfen treiben.
Historische Stadtansicht von Matthäus Merian, 1645
Historische Stadtansicht von Matthäus Merian, 1645
  • 1911 Eisenbahnverbindung nach Lüchow
  • 1924 Eisenbahnverbindung nach Uelzen
  • 22. Februar 1945 Schwerer Bomberangriff zum Ende des Zweiten Weltkrieges auf Teile der Innenstadt. Dabei wurden 34 Häuser total zerstört und mehrere beschädigt. 85 Menschen wurden getötet und 95 verletzt.
  • von 1945 bis 1989 Zollgrenzbezirk.
  • 1990 (Wieder-)Eröffnung der Elbbrücke bei Dömitz


Herkunft des Namens

Der Name Dannenberg leitet sich vermutlich aus Dammberg her. In der heutigen Ortslage von Dannenberg befand sich früher ein Knüppeldamm, auf dem man einen Sumpf durchqueren konnte. Aus Dammberg ist erst später Dannenberg geworden. Das Wappen ist noch später entstanden, und wurde wohl damals schon fälschlich auf die Tanne bezogen.

Falls der Namensteil "Danne" tatsächlich für "Tanne" stehen sollte, sind aber wohl die Kiefernwälder des nahen Drawehn-Hügelzuges gemeint, denn die Weißtanne kommt im norddeutschen Tiefland natürlicherweise nicht vor.

Politik

Stadtrat

Seit der Kommunalwahl 2006 hat der Rat der Stadt folgende Sitzverteilung:

Bürgermeister

Bürgermeister der Stadt Dannenberg ist Peter Selber (wiedergewählt 6. November 2006).

alle Bürgermeister seit 1945:

  • 1945 - 1946: Wilhelm Ordas
  • 1946 - 1949: Hermann Strauß
  • 1949 - 1968: Willi Koops (CDU)
  • 1968 - 1972: Siegfried Abraham (SPD, später CDU)
  • 1972 - 1984: Walter Eschrich (CDU)
  • 1984 - 1991: Hermann Predöhl (CDU)
  • 1991 - 2001: Bernard Fathmann (SPD)
  • seit 2001: Peter Selber (CDU)

Städtepartnerschaften

Am 6. November 1999 wurde mit der polnischen Stadt Łask der Vertrag über eine Städtepartnerschaft abgeschlossen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bild:Dannenberg 3978.jpg
Historisches Rathaus

Bauwerke

  • St. Johannis-Kirche
  • Waldemarturm
  • historisches Rathaus: Es trägt auf der Fassade den selbstironischen Spruch: Wi Börgers hebbn de Last dorvon un mütt dat all betahlen. (erbaut 1780)
  • historisches Feuerwehrmuseum in Neu-Tramm
  • Ohm'sches Haus, ein aus Langendorf transloziertes Niedersächsisches Hallenhaus in 2-Ständer-Bauweise, heute Ort kultureller Veranstaltungen

Parks

Wirtschaft und Infrastruktur

Bild:Schachtdeckel mit Wappen.JPG
Kanaldeckel mit Wappen der Stadt

Verkehr

Bundesfernstraßen
Eisenbahn

Dannenberg hat seit 1874 einen Bahnhof Dannenberg Ost an der Eisenbahnstrecke Lüneburg–Dahlenburg–Dannenberg–Dömitz–Wittenberge (Wendlandbahn). Der östliche Abschnitt nach Dömitz und Wittenberge wird seit 1945 nicht mehr befahren und wurde mittlerweile größtenteils abgetragen. Eine weitere Eisenbahnlinie von Uelzen über Dannenberg West nach Dannenberg Ost (eröffnet 1924) wurde 1981 für den Personenverkehr, in den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts ganz stillgelegt. Die in Dannenberg West abzweigende Strecke nach Lüchow (früher weiter nach Salzwedel) wurde kürzlich von der Deutschen Regionaleisenbahn GmbH (DRE) übernommen und soll für den Personenverkehr reaktiviert werden.

Luftverkehr

Verkehrslandeplatz Lüchow-Rehbeck, Internationaler Code: EDHC

Bildung

Die Stadt Dannenberg verfügt insgesamt über acht Schulen.

Primarstufe

  • Grundschule Dannenberg (Elbe) mit ca. 280 Schülern
  • Grundschule Prisser mit 60 Schülern

Sekundarstufe I und II

Förderschulen

  • Erich-Kästner-Schule - Förderschule L für Lernbehinderte
  • Wendlandschule - Förderschule mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung; eine staatlich anerkannte Ersatzschule mit 141 Schülern, davon ca. 35 aus anderen Landkreisen

Erwachsenen- und Weiterbildung

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

Sonstiges

Energiepolitik

Am Verladebahnhof in der Nähe des Bahnhofs Dannenberg-Ost werden seit den 1990er-Jahren die in jährlich ein bis zwei Transporten ankommenden Castor-Behälter mit Brennelementen aus Atomkraftwerken bzw. aus der Wiederaufarbeitungsanlage La Hague vom Güterzug auf spezielle LKW-Tieflader umgeladen. Von dort aus geht es die letzten 20 Kilometer auf Landstraßen zum oberirdischen Atommüllzwischenlager Gorleben, in dessen Nachbarschaft auch das "Erkundungsbergwerk" für ein mögliches (geplantes) nationales Endlager liegt. Dannenberg ist daher jährlich wiederkehrend Schauplatz zivilen Widerstands gegen die Atomenergiepolitik und gegen ein Endlager im Salzbergwerk Gorleben.

Sendeanlagen

In der Nähe von Dannenberg bei Zernien betreibt der NDR eine Sendeanlage für UKW und TV. Als Antennenmast kommt ein 258 Meter hoher, geerdeter, abgespannter Stahlfachwerkmast zum Einsatz, der 1953 errichtet wurde. Daneben betrieb der NDR in der Nähe des Ortsteils Pisselberg eine Sendeanlage für Mittelwelle, über die tagsüber ( ein Nachtbetrieb war wegen Auflagen des Genfer Wellenplans nicht möglich) im Wechsel mit dem SFB ein Programm auf 630 kHz verbreitet wurde. Zwei Kilometer südlich des Senders Zernien, auf dem Hohen Mechtin (vergleiche Drawehn) betreibt die Deutsche Telekom AG eine Richtfunkstelle.

Literatur

  • Berndt Wachter: Aus Dannenberg und seiner Geschichte, 3. Aufl., ergänzt von W. Meibeyer und P.-Fr. Miest, Dannenberg 2000.
  • Johannes Tütken: Höhere und mittlere Schulen des Herzogtums Braunschweig-Wolfenbüttel, der Herrschaft Dannenberg und der Grafschaft Blankenburg im Spiegel der Visitationsprotokolle des Generalschulinspektors Christoph Schrader: (1650 - 1666), Wiesbaden 1997.
  • Michael Reinbold: Fürstlicher Hof und Landesverwaltung in Dannenberg 1570-1636. Hof- und Kanzleiordnungen als Spiegel herrscherlichen Selbstverständnisses am Beispiel einer welfischen Sekundogenitur, in: Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte, Bd. 64/1992, S. 53-70.
  • Susanne Rappe: Frauen in der agrarischen Gesellschaft des 17. und 18. Jahrhunderts - dargestellt anhand ausgewählter Gerichtsakten des Amtes Dannenberg, Universität Hannover, Magisterarbeit, 1992.
  • Georg Schnath: Sie saßen im Turme "Himmelhoch", in: Hannoversches Wendland, Bd. 4/1973, S. 7-12.
  • Ferdinand Frensdorff: Gottlieb Planck, deutscher Jurist und Politiker, Berlin 1914.
  • Robert Siebeck: Johannes Schultz, Fürstlich Braunschweig-Lüneburgischer Organist in Dannenberg - Ein Beitrag zur Geschichte der Musik in Niedersachsen in der ersten Hälfte des XVII. Jahrhunderts, Leipzig 1913.
  • Wilhelm Meyer-Seedorf: Geschichte der Grafen von Ratzeburg und Dannenberg, in: Jahrbuch des Vereins für mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde, Bd. 76/1911, S. 1-160.
  • Oskar Koch: Dannenberger Ortsgeschichte. Eine Sammlung älterer und neuerer Nachrichten über die Stadt Dannenberg und deren Umgegend aus der Zeit bis zum Jahr 1880, Dannenberg 1892.

Weblinks

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