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Carl Spiecker
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Dr. Carl Spiecker (* 7. Januar 1888 in Mönchengladbach; † 16. November 1953 in Königstein im Taunus) war ein deutscher Journalist und Politiker der Zentrumspartei.
Spiecker war 1912 bis 1916Parlaments-Korrespendent für verschiedene Zentrums-Zeitungen. In der Jubiläumsausgabe der Zeitung: "Bürgerblatt für den Niederrhein", herausgegeben in Emmerich am Rhein, aus dem Jahre 1925 ist zu lesen: Die Zeitung hatte bis dahin (Jahr unbekannt) zwar eine katholische Tendenz, aber in politischer Hinsicht hatte sie noch nicht den Charakter eines ausgesprochenen Zentrumsorgan, den sie heute (1925) hat ... Der erste Redakteur, der das Blatt in diesem Sinne leitete, war Dr. Carl Spiecker, der spätere Direkor der "Germania". 1917 bis 1919 arbeitete als Journalist für die Nachrichtenabteilung des Auswärtigen Amtes. Anschließend wurde er auf Wunsch von Joseph Wirth Staatskommissar in Oberschlesien. Seit 1922 oblag Spiecker die Verlagsleitung des Zentrum-Organs "Germania", 1923 übernahm er die Presseabteilung der Reichsregierung. 1928 wurde er Vorstandsmitglied des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold und der "Vereinigung Republikanische Presse". 1930/31 war er unter Heinrich Brüning Sonderbeauftragter des Reiches für die Bekämpfung des Nationalsozialismus. Er versuchte den Strasser-Flügel zur Abspaltung zu bewegen, um die NSDAP zu zersplittern, aber das Vorhaben scheiterte.
1933 wurde Spiecker aufgrund des Berufsbeamtengesetzes wegen "politischer Unzuverlässigkeit" aus dem Staatsdienst entlassen und emigrierte nach Frankreich, später England, USA und Kanada. Vom Ausland aus versuchte er die deutsche Bevölkerung durch deutschsprachige Rundfunkansprachen gegen die Nationalsozialisten einzunehmen.
Spiecker kehrte 1945 nach Deutschland zurück und beteiligte sich an der Wiedergründung der Zentrumspartei, deren zweiter Vorsitzender er 1946 wurde. Im Mai 1946 erhielt er die Lizenz für die Rhein-Ruhr-Zeitung, 1947 wurde er Landtagsabgeordneter in Nordrhein-Westfalen sowie Mitglied des Wirtschaftsrates der Bizone und des Länderrates. In der Gesellschaft Imshausen traf er sich mit namhaften Persönlichkeiten aus allen Besatzungszonen, um eine Verständigung über die Neuordnung Deutschlands zu erreichen. Im Dezember 1948 wurde er Bundesvorsitzender des Zentrums. Da er jedoch die Fusion von Zentrum und CDU betrieb, musste er auf dem Bundesparteitag in Oberhausen am 31. Januar 1949 zurücktreten und wurde aus der Partei ausgeschlossen. Vom 23. September 1949 bis zu seinem Tode war er als Landesminister Bevollmächtigter des Landes Nordrhein-Westfalen beim Bund.
Literatur
- Kurt Düwell, „Hier spricht Deutschland auf Welle 30,2 Meter“ Carl Spiecker als Stimme des deutschen Widerstands in den britischen Geheimsendern 1940/41, in: Gesellschaft, Region und Politik. Festschrift für Hermann de Buhr, Heinrich Küppers und Volkmar Wittmütz, Norderstedt 2006, Seiten 395 - 414
Dr. Wilhelm Hamacher (1945-1946) | Johannes Brockmann (1946-1948) | Dr. Carl Spiecker (1948-1949) | Fritz Stricker (1949) | Helene Wessel (1950-1953) | Johannes Brockmann (1953-1969) | Gerhard Ribbeheger (1969-1974) | Gerhard Woitzik (1974-1986) | Adelgunde Mertensacker (1986-1987) | Gerhard Ribbeheger (1987-1996) | Gerhard Woitzik (1996-heute) |
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Spiecker, Carl |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Journalist und Politiker der Zentrumspartei |
| GEBURTSDATUM | 7. Januar 1888 |
| GEBURTSORT | Mönchengladbach |
| STERBEDATUM | 16. November 1953 |
| STERBEORT | Königstein im Taunus |
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