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Carl Meinhof

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Carl Friedrich Michael Meinhof (* 23. Juli 1857 in Barzwitz bei Rügenwalde; † 10. Februar 1944 in Greifswald) war Pastor und ein bedeutender deutscher Afrikanist.

Carl Meinhof wurde 1909 in Hamburg Inhaber des ersten Lehrstuhls für Afrikanistik der Welt. Meinhof war vorher als Sprachlehrer am Seminar für Orientalische Sprachen der Universität Berlin tätig. 1935 wurde er mit 79 Jahren emeritiert, sein Nachfolger wurde August Klingenheben.

Leben

Ursprünglich war Carl Meinhof Pastor in Zizow, einem pommerschen Dorf in der Nähe von Rügenwalde und beschäftigte sich in seiner freien Zeit mit philologischen Studien. Durch Zufall bekam er über ein benachbartes Rittergut Kontakt mit afrikanischen Sprachen: Er sollte einem dort lebenden Duala-Jungen Deutschunterricht erteilen. Er war von 1882 bis 1884 verheiratet mit Elly Heyer (1858-1884) und von 1895 bis 1944 mit Anna Kloß (1866-1944). Meinhof hatte insgesamt 12 Kinder, von denen drei frühzeitig verstarben. Er ist der Großonkel von Ulrike Marie Meinhof.

Wissenschaftliche Arbeit

Eine der wichtigsten Arbeiten Meinhofs war eine vergleichende Grammatik der Bantusprachen. Er gehörte zu den Pionieren einer systematischen Erfassung und Erforschung afrikanischer Sprachen und Überlieferungen. Er nahm beispielsweise schon im Jahre 1902 in Tansania traditionelle afrikanische Musik mit einem Phonographen auf. Er gab auch Sammlungen afrikanischer Märchen heraus.

Er entwickelte die heute nicht mehr relevante sprachwissenschaftliche Hamitentheorie weiter. Er versuchte nachzuweisen, dass die Bantu-Völker aus einer Verschmelzung von hamitischen und nichthamitischen afrikanischen Völkern hervorgegangen seien. Ebenso seien die Hottentotten (heute: Nama) aus einer Verschmelzung von Hamiten und Buschmännern (heute: San) entstanden.

Literatur

  • Meyer-Bahlburg, Hilke/Wolff, Ekkehard: Afrikanische Sprachen in Forschung und Lehre: 75 Jahre Afrikanistik in Hamburg (1909-1984), Berlin: Dietrich Reimer, 1986; ISBN 3-496-00828-8
  • Jungraithmayr, Herrmann/Möhlig, Wilhelm J.G. (Hrsg.): Lexikon der Afrikanistik, Berlin: Dietrich Reimer, 1983. ISBN 3-496-00146-1
  • Meinhof, Carl: Die Sprachen der Hamiten, Hamburg: Friederichsen, 1912.
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