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Carl Alexander Heideloff

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Carl Alexander Heideloff (* 2. Februar 1789 in Stuttgart; † 28. September 1865 in Haßfurt; auch Karl Alexander von Heideloff) war ein Architekt und Denkmalpfleger.

Inhaltsverzeichnis

Leben

1789 wurde Heideloff in eine Stuttgarter Künstlerfamilie geboren. Er wurde von seinem Vater Victor Heideloff in der Theater- und Dekorationsmalerei ausgebildet und arbeitete unter dem Stuttgarter Hofmaler Johann Baptist Seele und im Bereich der Festarchitektur auch unter dem Hofarchitekten Nikolaus von Thouret. Ab 1816 stattete Heideloff gemeinsam mit seinem Onkel Alois Keim (1768–1835) und seinem Bruder Manfred Heideloff (1793–1850) die Repräsentationsräume der Ehrenburg in Coburg im Empire-Stil aus. 1821 ließen sich die schwäbischen Künstler in Nürnberg nieder. 1830 heiratete Heideloff die Nürnberger Kaufmannstocher Doris Bartel (1795–1851). 1831 wurde die Tochter Aline geboren, 1834 der Sohn Friedrich.

In Nürnberg betätigte sich Heideloff nun als Architekt, Restaurator, Gartengestalter. Auch war er an der Gründung der Polytechnischen Schule beteiligt, an der er bis 1854 selbst unterrichtete. (Die Gründung der polytechnischen Schule ging auf eine von Heideloff privat unterhaltene Fortbildungsanstalt für die von ihm beschäftigten Handwerker zurück.) Daneben begann seine rege schriftstellerische Tätigkeit über das Kunsthandwerk und die Architektur des Mittelalters. Der Künstler brachte sich engagiert mit seinen Restaurierungen in Nürnberg ein, dessen romantisches Erscheinungsbild er nachhaltig prägte. Hierfür erhielt er von König Ludwig I. von Bayern 1837 den Titel eines „Königlichen Conservators“; ab 1857 durfte er sich „Conservator der Denkmäler in Franken“ nennen. Besonders in seinen späten Jahren entwickelte Heideloff einen nahezu missionarischen Eifer, zur „ächten Baukunst unserer Väter zurückzukehren“. Mittelalterliche Architektur und seine eigenen Neubauten belegte er mit einem christlich-nationalen Denkmalbegriff, den er auch auf landschaftsplanerische Gestaltungen ausweitete. Stark schwerhörig zog sich der Künstler nach seiner Pensionierung 1854 nach Haßfurt am Main zurück. Dort widmete er sich mit Hingabe der Restaurierung der Ritterkapelle, deren gigantische Ausbaupläne jedoch im Sande verliefen. Anerkannt und geschätzt als „Altmeister“ der Gotik verstarb Heideloff im September 1865 in Haßfurt und wurde auf dem Friedhof der Ritterkapelle beigesetzt.

Heideloff war zu seiner Zeit ein sehr bekannter Künstler und gesuchter Architekt. Zu seinen Auftraggebern zählten Ernst I. v. Sachsen-Coburg, Bernhard II. von Sachsen-Meiningen, Herzog Wilhlem von Württemberg und Fürst Hermann von Pückler-Muskau. Letzterer beauftragte Heideloff nach dem Tode Friedrich Schinkels, die Staffagebauten in seinem Park Muskau Muskau auszuführen. Ein Projekt, das sich jedoch zerschlug.

Werk und kunstgeschichtliche Einordnung

Bild:Haßfurt-Album.jpg
Ritterkapelle Haßfurt: Idealansicht

Carl Alexander Heideloff (1789–1865) war Architekt, Denkmalpfleger, Zeichner und Kunsthistoriker. Sein umfangreiches Werk im „altdeutschen Stil“ war wegbereitend für den Historismus und spiegelt facettenreich die romantischen Mittelalterrezeption wider.

Heideloffs Wirken in Nürnberg ist grundlegend für die romantische Nürnberg-Rezeption im 19. und 20. Jahrhundert. Mit eigenen Gestaltungsansätzen bemühte sich der Künstler, den Typus der ehemaligen Reichsstadt zu wahren. Der neue Altaraufsatz zu St. Sebald, der Dürerbrunnen, das restaurierte Portal der Frauenkirche, der gänzliche Umbau und die Ausstattung der St. Jakobskirche sind Zeugnisse seines Strebens, den gotischen Stil wieder zu beleben. Gerade die Nürnberger Bürgerhäuser, die nach seinen Plänen gestaltet wurden, zeigen sein Bemühen, die Lebenswelt und die Bedürfnisse des 19. Jahrhunderts mit dem mittelalterlichen Baustil in Einklang zu bringen.


Architektur

  • Reinhardsbrunn im Herzogtum Sachsen-Coburg
  • Schloss Landsberg und die Begräbniskapelle bei Meiningen
  • Schlößchen Rosenburg bei Bonn und der Thumenberg bei Nürnberg

Mit Schloss Lichtenstein bei Reutlingen (1839–1842) errichtete Heideloff ein Wahrzeichen der schwäbischen Romantik. Nach seinen Plänen entstanden ab den 1840er Jahren neugotische Sakralbauten in Schönaich, Mergelstetten, Sonneberg, Ingolstadt, Leipzig, Oschatz, Schlieffenberg und im oberösterreichischen Wels.

Heideloff entwarf zwar bevorzugt, jedoch nicht ausschließlich im "altdeutschen" Stil. So errichtete er in der Nürnberger Gartenanlage Rosenau für den Industriellen Johann D. Wiß die „Alhambra“, einen Prachtbau im „indischen“ Stil und eines der wenigen Beispiele des Exotismus in Deutschland; für den württembergischen König entwarf er 1840 für die Gartenanlage Rosenstein bei Cannstatt ein „moreskes“ Lusthaus. An seiner Stelle wurde jedoch die so genannte "Wilhelma" von Karl Ludwig von Zanth gebaut. Im klassizistischen Stil ist einer seiner gelungensten Denkmalentwürfe gehalten. Sein Entwurf für die Stuttgarter Jubiläumssäule wurde 1841 aber als zu teuer abgelehnt; Jahre später wurde er jedoch in reduzierter Form von Johann Heinrich Strack und August Stüler für die Berliner Siegessäule verwendet.

Denkmalpflegerische Initiativen

Zusammen mit dem Zeichner und Radierer Georg Christoph Wilder zählt Heideloff zu den Wegbereitern der historischen Denkmalpflege in Franken. Mit Karl Friedrich Schinkel teilt er sich den Ruf, den Gedanken der Denkmalpflege in Deutschland entscheidend gefördert zu haben. Unter seinen denkmalpflegerischen Initiativen ragen vor allem die Untersuchungen zur Restaurierung des Bamberger Doms (1830–34), die Maßnahmen am Rottweiler Heilig-Kreuz-Münster (1839–45) und an der Rothenburger St. Jakobs-Kirche (1857) hervor. Von Bedeutung sind ferner die Restaurierungen an der Veste Coburg (1837–1844) und an der Ritterkapelle in Hassfurt (1858–1860).


Dekorationsmalerei und graphische Werke

Außer seinen zahlreichen Bauten und Umbauten schuf Heideloff früher mehrere Historiengemälde in Öl, darunter zehn großformatige Darstellungen aus der bayrischen und brandenburgischen Geschichte für die Orangerie in Ansbach (1945 untergegangen). Die Pausen befinden sich in der Staatsgalerie Stuttgart.

Auch war er als Vorlagengeber/Zeichner von Zinnfiguren tätig.


Bildnerische Werke

Literarische Werke

Unter Heideloffs zahlreichen Schriften sind hervorzuheben:

  • "Die Lehre von den Säulenordnungen" (Nürnberg 1827)
  • "Der kleine Vignola" (Nürnberg 1832)
  • "Nürnbergs Baudenkmäler der Vorzeit" (Nürnberg 1838–43, 2. Ausg. 1855)
  • "Die Ornamentik des Mittelalters" (Nürnberg 1838–52, 24 Hefte).
  • "Die Bauhütte des Mittelalters. Eine kurzgefasste geschichtliche Darstellung mit Urkunden und anderen Beilagen" (Nürnberg 1844).
  • "Der kleine Altdeutsche (Gothe) oder Grundzüge des altdeutschen Baustyles. Zum handgebrauch für Architekten und Steinmetzen, besonders für technische Lehranstalten" (Nürnberg 1850f, 2 Hefte)
  • "Die Kunst des Mittelalters in Schwaben. Denkmäler der Baukunst, Bildnerei und Malerei" (Stuttgart 1855).

Besonders "Die Bauhütte des MIttelalters" und "Der kleine Altdeutsche" zeugen von Heideloffs Bemühungen, in die Gesetzmäßigkeiten der mittelalterlichen Architektur einzudringen. Diese sah er in einem regelmäßigen Achteck gegeben, das den mittelalterlichen Steinmetzen als Proportionsfigur gedient hätte. Die geometrische Figur, als "Achtort" bezeichnet, deutete er mystizistisch aus und brachte sie mit dem großen Mystiker Albertus Magnus in Verbindung.

Nachlass

Der schriftliche Nachlass liegt im Archiv für Bildende Kunst im Germanischen Nationalmuseum. Der künstlerische Nachlass – zahlreiche Skizzen, Pausen und eine großformatige Klebemappe – befindet sich in der Graphischen Sammlung der Staatsgalerie Stuttgart. (Die Zeichnungen und Aquarelle des 19. Jahrhunderts in der Graphischen Sammlung der Staatsgalerie Stuttgart, Bestandskatalog, bearb. v. ULRIKE GAUS, Stuttgart 1976, S. 83–85.)

Literatur

  • BOECK, URS: Karl Alexander Heideloff, in: MVGN 49/ 1958, S. 314–390.
  • GÖTZ NORBERT: Um Neugotik und Nürnberger Stil. Studien zum Problem der künstlerischen Vergangenheitsrezeption im Nürnberg des 19. Jahrhunderts (Nürnberger Forschungen, 23), Nürnberg 1981.
  • BRIX, MICHAEL: Nürnberg und Lübeck im 19. Jahrhundert, München 1981.
  • MÜLLER, KURT: Karl Alexander Heideloffs verwandtschaftliches Umfeld in Nürnberg, in: MVGN 77/ 1990, S. 155–192.
  • SCHWÄMMLEIN, THOMAS: Karl Alexander Heideloff und die Neugotik im Herzogtum Sachsen-Meiningen, in: JB des Hennebergisch-Fränkischen Geschichtsvereins 2003, S. 107–129.
  • KRUSE, FRIEDERICKE: Schloss Reinhardsbrunn bei Gotha (Studien zur thüringischen Kunstgeschichte, 3) Rudolfstadt 2003.
  • JEUTTER, EWALD: Neue Nachrichten zu der Tätigkeit von Carl Alexander Heideloff (1789–1865) für Herzog Ernst I. von Sachsen-Coburg und Gotha, in: Jb. Cob. Ld. Stiftung 2000, S. 167–182.
  • SCHWARZ, STEFANIE: Die Restaurierung der Veste Coburg in neugotischem Stil (1938–1864). Zur Architektonischen Repräsentation der Herzöge Ernst I. und II. von Sachsen-Coburg und Gotha, in: Jb. Cob. Ld. Stiftung 48/ 2005, S. 1–286.

Weblinks

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