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Capri

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Bild:Disambig-dark.svg Dieser Artikel beschäftigt sich mit der italienischen Insel Capri. Für das argentinische Unternehmen „CAPRI“ siehe Compañía Argentina para Proyectos y Realizaciones Industriales - Fuldner y Cía.
Bild:Capri and Ischia map.png
Die Lage Capris am Südrand des Golfes von Neapel
Capri aus dem All
Capri aus dem All

Capri ist eine italienische Felseninsel im Golf von Neapel. Sie ist 10,4 km2 groß und bekannt für die Höhlen am Meer. Die bekannteste ist die so genannte Blaue Grotte. Der höchste Punkt der Insel ist mit 589 m über dem Meer der Monte Solaro. Die Insel gehört zur Provinz Neapel.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Bild:Karte der Insel Capri.jpg
Historische Karte (um 1888)

Der menschenscheue Kaiser Tiberius wählte im Jahr 26 n.Chr. Capri zu seinem Regierungssitz und verbrachte dort bis zu seinem Tod im Jahre 37 n.Chr. einen Großteil seiner letzten Lebensjahre in der Villa Jovis, die spektakulär über einem senkrecht abfallenden Felsen lag. Die Gründe für diesen Schritt sind unter Historikern umstritten. Die wichtigsten Quellen für die Biographie des Tiberius sind die antiken Schriftsteller Sueton und Tacitus. Sie behaupten, der Kaiser habe sich nach Capri zurückgezogen, um in der Abgeschiedenheit besser seinen Lüsten frönen zu können (die von Sueton ausgiebig beschrieben werden). Möglicherweise war Überdruss an den Regierungsgeschäften in Rom und Misstrauen gegenüber den politischen Kräften in der Hauptstadt sein Motiv. Jedenfalls war auf diese Weise die kleine Insel Capri für elf Jahre Regierungssitz des Römischen Weltreichs und dies aufgrund einer bewussten Entscheidung des Kaisers. Insgesamt 12 Villen soll Tiberius (nach Sueton) auf Capri besessen haben, neben der Villa Jovis gelten heute die Villa Damecuta und der so genannte Palazzo al mare als Tiberianische Villen. Bereits im 18. Jahrhundert wurde die Villa Jovis durch Grabungen des Österreichers Norbert Hadrawa ihrer Kostbarkeiten beraubt und die Objekte in alle Winde verstreut (berühmteste Stücke: der so genannte „Capri-Altar“ heute im Britischen Museum in London und ein großer Mosaikfußboden im Schloss Capodimonte in Neapel). Heute ist die Villa Jovis die wichtigste archäologische Sehenswürdigkeit auf Capri. Sie liegt am östlichen Ende der Insel und ist in etwa einer Stunde Fußweg von der Piazzetta in Capri aus zu erreichen. Archäologische Spuren lassen vermuten, dass Tiberius auch die Blaue Grotte bereits gekannt und aufgesucht hat.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war Capri beliebt als Winter- und Ferienquartier bei deutschen und anderen Künstlern, Schriftstellern und weiteren Berühmtheiten. Längere Zeit blieben u. a. Friedrich Alfred Krupp, Christian Wilhelm Allers, Rainer Maria Rilke, Maxim Gorki, Emil von Behring, Theodor Däubler, Karl Wilhelm Diefenbach, Curzio Malaparte, Norman Douglas und Axel Munthe. 1899 errichteten sich die Deutschen sogar eine eigene Kirche, die bis heute existierende „Deutsche Evangelische Kirche“ auf Capri.

Gemeinden

Capri

Bild:Blick ueber Capri.jpg
Blick über die Stadt Capri (2004)

Sehenswürdigkeiten (Gemeindegebiet Capri, der Ort Capri hat rund 7.500 Einwohner):

  • Arco Naturale
  • Faraglioni
  • Giardini Augusto
  • Grotta Matermania
  • Via Krupp
  • Ruinen der Villa Jovis des Tiberius
  • Villa Malaparte
  • Villa Lysis des Baron Fersen
  • Certosa (Klosteranlage) mit Museo Diefenbach
  • Deutsche Evangelische Kirche
  • Kirche San Costanzo
  • Kirche Santo Stefano

Anacapri

Anacapri hat 4.700 Einwohner (im Jahr 2002).

Sehenswürdigkeiten (Gemeindegebiet Anacapri):

Berühmte Capresen

Bilder

Literatur

  • Humbert Kesel: CAPRI - Biographie einer Insel. Prestel Verlag, München 1971, ISBN 3-7913-0007-5
  • C.W. Allers: Capri. (Großformatiges Werk mit vielen Zeichnungen aus der damaligen Zeit) 1892
  • Helge Classen: Sehnsucht nach Capri. (Taschenbuch mit vielen Farbfotos, Text von Claretta Cerio.) Harenberg, Dortmund 1988, ISBN 3-88379-547-X
  • Dieter Richter (Hrsg.): August Kopisch, Die Entdeckung der Blauen Grotte auf der Insel Capri, Berlin (Wagenbach Verlag) 1997.
  • Dieter Richter (Hrsg.): Das Gotteshaus an der Via Tragara. 100 Jahre Deutsche Evangelische Gemeinde auf Capri. Eine Festschrift. Capri (Edizioni La Conchiglia) 2000.
  • Stefanie Sonnentag: Spaziergänge durch das literarische Capri und Neapel. Arche-Verlag, Zürich-Hamburg 2003, ISBN 3-7160-2316-7

Sonstiges

  • Nach der Insel Capri wurde ein Modell des Autoherstellers Ford benannt, siehe Ford Capri.
  • Nach der Insel Capri wurde der Vorspeisensalat Caprese benannt.
  • Der Markenname des Fruchtsaftgetränks Capri Sonne entstand ebenfalls in Anlehnung an die Insel.
  • Der Speiseeis-Hersteller Langnese nutzt seit 1959 den Namen Capri für ein Fruchteis.
  • Der deutsche SchlagerCapri-Fischer“ war in den 1950er Jahren sehr beliebt.

Koordinaten: [http://tools.wikimedia.de/~magnus/geo/geohack.php?language=de&params=40_33_03_N_14_14_36_E_type:isle_region:IT-NA 40° 33′  n. Br., 14° 15′ ö. L.]

Weblinks

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