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Burg Hauneck

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Die Burgruine Hauneck steht auf dem 524 m hohen Stoppelsberg in der Gemeinde Haunetal (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) oberhalb des Ortsteiles Neukirchen.

Bild:Burg Hauneck - 1980.jpg
Eingang zur Burgruine Hauneck auf dem Stoppelsberg
Bild:Bergfried burg hauneck.jpg
Bergfried von Burg Hauneck auf den Basaltsäulen des Stoppelsberges

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Burg wurde aus Basaltstein errichtet und hat eine annähernd quadratische Grundform. Teilweise sind die Tor und Fensterstürze, Eck und Buckelquader aus weißem Standstein gefertigt. Sie stammen vom Naturdenkmal Lange Steine. Alle Gebäude sind dem Neubau aus dem 15. Jahrhundert zuzuordnen. Lediglich der Bergfried, ist der ersten bekannten Burganlage aus dem 14. Jahrhundert zu zuordnen.

Die etwa 1,5 Meter dicke Ringmauer umfasst den ganzen Gipfel des Stoppelsberges. Die Mauern der Gebäude sind noch bis zu 15 Meter hoch. Die Torhalle mit dem Doppeltor befindet sich auf der südöstlichen Seite der Anlage. Von dem Gebäude über dem Tor existieren nur noch die Außenmauern, die noch etwas höher sind als die Torbogen. Die innen liegenden Torangelsteine sind noch erhalten.

Über die südliche Ecke der Burg schließt sich südwestlich der Pallas mit einem gotischen Tor an. Nach den Resten der Außenmauer zu urteilen, hatte dieser Bau mindestens zwei Stockwerke. Er hatte eine Länge von etwa 17,5 Metern und eine Breite von 3,5 Metern. Im Erdgeschoß befinden sich einige Schießscharten und Deckentragsteine. Im Nordwesten, neben der Treppe die zum Küchentrakt hinauf führt, befindet sich der Eingang zum Keller mit Tonnengewölbe. Es war ein Vorratskeller von dem man auch Zugang zur Zisterne hatte, die sich im Innenhof, neben dem Küchentrakt befand. Zwischen diesem Kellerzugang und der Treppe zum Kückentrakt befand sich die zentrale Feuerstelle, die zu einem Kachelofen im zweiten Stock führte. Im zweiten Stock befand sich die Dürnitz (oft einziger heizbarer und größter Raum einer Burg, der aufwendig ausgestattet war), die über eine Außentreppe direkt neben der Torhalle erreichbar war.

In nordwestlicher Richtung ist dem Pallas der Küchentrakt angebaut worden. Auch zur Küche gibt es vom Burghof aus, ein gotisches Tor. Hier sind noch Originale des Herdsockels, des Ausgusssteins und des Pflasterbodens zu sehen. Des Weiteren sieht man noch das Säulenfundament des Kochkamins und Reste der Kaminführung. Außerdem erkennt man noch den Ansatz einer schmalen Wendeltreppe, die von der Küche zur Dürnitz führte. Vom Küchentrakt aus führt die Ringmauer, mit noch teilweise erhaltenem unterem Wehrgang, wieder zurück zur Torhalle. Hier lassen sich keine weiteren Gebäudereste mehr erkennen. Es ist aber anzunehmen, dass es entlang dieser Mauer noch Holzgebäude (z.B. Pferdeställe) gab.

In der Mitte des Burghofes erheben sich auf hexagonalen Basaltsäulen noch die Reste des rechteckigen Bergfriedes. Von ihm hat man einen Rundblick über die Kuppenrhön, den Seulingswald und den Knüll. Auf dem Bergfried befindet sich ein trigonometrischer Punkt.

Geschichte

Die Burg wurde im 14. Jahrhundert durch die Ritter von Haune erbaut. Die Stammburg des Rittergeschlechtes lag im etwa 3,2 km entfernten Burghaun, im Tal der Haune. Welche der zwei Burgen zuerst gebaut wurde ist nach Quellenlage nicht mehr zu ermitteln. Da der Name des Berges nicht durch den Burgname verloren ging, kann man davon ausgehen, dass es die erste Burganlage erst im 14. Jahrhundert auf dem Berg gab. Vermutlich wurde die Burg daher durch die von Haune erbaut um ihre Talburg in Burghaun besser schützen zu können. Weiterhin konnten die Burgbesitzer von hier aus die Altstraße Antsanvia kontrollieren, die unweit durch das Hessisches Kegelspiel und die Kuppenrhön führte.

Im Jahre 1397 (eventuell auch erst 1402 oder 1403) erfolgte die erste schriftliche Erwähnung der Burg. Zu dieser Zeit unternahmen die Ritter von Haune, zusammen mit anderen fuldischen Rittern einen Einfall in Niederhessen. Sie wurden aber von Landgraf Hermann II. von Hessen bei Homberg geschlagen. Die Übrigen verfolgt er bis in das fuldische Gebiet. Dabei wurde die Burg eroberte und teilweise zerstörte.

Diese Burg war auch für den Landgraf interessant. Sie lag an der Grenze zum fuldischen Gebiet, an der alten Straße von Würzburg nach Fulda, und die Nähe zur Antsanvia war ebenfalls von Bedeutung. Somit wurde die Burg wieder instand gesetzt und der Landgraf zwang Heinrich von Haune im Jahre 1409, ihm die Burg zu verkaufen. Mit diesem Kauf wechselten auch die Dörfer Ober- und Unterstoppel in hessischen Besitz. Hauneck wurde nun hessischer Gerichts- und Amtssitz.

Die zweite Zerstörung erfolgte 1469 durch die Herren von Buchenau. Erst Landgraf Heinrich III. von Hessen-Marburg ließ sie von 1482 bis 1490 durch den Festungsbaumeister Hans Jakob von Ettlingen wieder aufbauen. Sie wurde der Sitz eines Amtmannes, der durch das Haus Hessen-Marburg (später von Hessen-Kassel) bestallt wurde. Erster Amtmann war Hans Jakob von Ettlingen. Im Jahr 1499 nennt sich Engelhard von Buchenau „Amtmann zu Hauneck“. Der Amtssitz wurde 1560 nach Holzheim (heute ein Ortsteil von Haunetal) verlegt.

Im Jahre 1572 wurde noch ein Jakob Schröder als „Voigt uff Hauneck“ erwähnt. Ab dieser Zeit wurde die Burg in keiner Urkunde mehr erwähnt. Es ist daher anzunehmen, dass sie bereits im letzten Quartal des 16. Jahrhunderts unbewohnt war und seitdem verfiel. Auch ist anzunehmen, dass sie im Dreißigjährigen Krieg erheblichen Schaden erlitt.

Die Burgruine musste am 1. August 1981 wegen Einsturzgefahr geschlossen werden. Die gesicherte Ruine wurde mit begehbarem Bergfried am 20. Mai 1982 wiedereröffnet.

Literatur

  • Georg Landau: Die hessischen Ritterburgen und ihre Besitzer - Bd. 1, Sändig Reprints Verlag Vaduz/Liechtenstein 1990 (unveränderter Neudruck der Ausgabe von 1832), S. 123–128

Weblinks


Koordinaten: 50° 45' 6" N, 9° 42' 4" O

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