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Bundeskanzleramt (Deutschland)

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Vorlage:Infobox Deutsche Behörde Das Bundeskanzleramt (BK) ist eine Behörde, die den Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland in seinen Aufgaben unterstützt. Es hat seinen Sitz in Berlin und Bonn.

Inhaltsverzeichnis

Aufgaben und Struktur

Das Bundeskanzleramt zählt nach einer Meinung zu den obersten Bundesbehörden; eine andere Meinung sieht es jedoch als obere Bundesbehörde an, da es sich dabei um eine dem Bundeskanzler nachgeordnete Dienststelle handelt. Aufgabe des Bundeskanzleramtes ist es, die für die Arbeit des Bundeskanzlers erforderlichen Informationen zu beschaffen und bereitzuhalten. Dies geschieht vor allem durch engen Kontakt zu den Bundesministerien, die ihrerseits über die ressortspezifischen Informationen verfügen. Die innere Struktur des Bundeskanzleramts entspricht daher auch den jeweiligen Ministerien – man spricht hier auch von Spiegelreferaten. Dem Auswärtigen Amt entspricht beispielsweise die Abteilung II (Außen- und Sicherheitspolitik).

Kanzleramtsgebäude in Berlin, seit 2001
Kanzleramtsgebäude in Berlin, seit 2001

Das Bundeskanzleramt koordiniert die Bundesministerien, zum Beispiel bei Großen Anfragen. Des Weiteren nimmt es die administrativen Aufgaben der Bundesregierung wahr.

Die Abteilungen

  • Abteilung 1: Innen- und Rechtspolitik
  • Abteilung 2: Außen-, Sicherheits- und Entwicklungspolitik
  • Abteilung 3: Sozial-, Gesundheits-, Arbeitsmarkt-, Infrastruktur- und Gesellschaftspolitik
  • Abteilung 4: Wirtschafts- und Finanzpolitik
  • Abteilung 5: Europapolitik
  • Abteilund 6: Bundesnachrichtendienst; Koordinierng der Nachrichtendienste des Bundes

Chef des Bundeskanzleramtes

Die Behörde wird vom Chef des Bundeskanzleramtes (abgekürzt ChBK oder ChefBK) geleitet, der entweder den Rang eines (beamteten) Staatssekretärs bekleidet oder Bundesminister für besondere Aufgaben ist – daher auch die inoffizielle, aber in den Medien gebräuchliche Bezeichnung „Kanzleramtsminister“.

Er fungiert als zentrale Koordinierungsstelle für die gesamte Regierungspolitik des Bundes und besitzt dadurch eine herausragende Bedeutung, die jedoch meist im Hintergrund, ohne öffentliche Aufmerksamkeit, stattfindet.

Sofern die Bundeskanzlerin nicht selbst entscheidet, legt der ChefBK die Sitzungstermine des Bundeskabinetts und die jeweilige Tagesordnung fest. Er veranlasst die Einladung zu den Sitzungen. Er leitet außerdem die Runden der beamteten Staatssekretäre aller Bundesministerien, die regelmäßig zwei Tage vor der Kabinettssitzung stattfinden. An der Sitzungen des Bundeskabinetts und aller seiner Ausschüsse nimmt der ChefBK ebenfalls teil – hat er den Rang eines Bundesministers, so besitzt er auch Stimmrecht.

Da dem Bundeskanzleramt auch der Bundesnachrichtendienst direkt untergeordnet ist, sitzt er dem „Staatssekretärsausschuss für das geheime Nachrichtenwesen und Sicherheit“ vor und fungiert gleichzeitig auch als der Beauftragte der Bundesregierung für die Nachrichtendienste – nicht zu verwechseln mit dem ihm unterstellten Geheimdienstkoordinator.

Der Bundeskanzleramtchef leitet auch die wöchentlichen Besprechungen der nationalen Sicherheitslage, die sogenannte Nachrichtendienstliche Lage und die ihr folgende Präsidentenlage.

Chefs des Bundeskanzleramtes

Parlamentarische Staatssekretäre beim Bundeskanzler

Staatsminister beim Bundeskanzler

Beamtete Staatssekretäre im Bundeskanzleramt

Die Leiter des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung bzw. Sprecher der Bundesregierung waren bzw. sind als Staatssekretäre eigenständige Leiter des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung, und nicht dem Bundeskanzleramt zugeordnet.

Gebäude

Bild:Palais Schaumburg.JPG
Palais Schaumburg
Bild:Bonn Bundeskanzleramt 200702.jpg
Kanzleramtsgebäude in Bonn, 1976 bis 1999

Bonn

Hauptartikel: Bundeskanzleramt (Bonn)

Als erstes Kanzleramt der Bundesrepublik diente ab 1949 zunächst das Palais Schaumburg in Bonn. Der spätklassizistische Bau wurde von Hans Schwippert für die neue Nutzung umgebaut.

Nachdem das Gebäude den gewachsenen Anforderungen an eine moderne Regierungszentrale nicht mehr entsprach, beschloss das Bundeskabinett im Dezember 1969, in direkter Nähe zum Palais Schaumburg ein neues Kanzleramtsgebäude zu errichten. 1974 begannen die Bauarbeiten, 1976 wurde der architektonisch schlichte Neubau der Planungsgruppe Stieldorf eingeweiht. Das Palais Schaumburg wurde aber weiterhin, vorwiegend zu Repräsentationszwecken, genutzt. Nach dem Regierungsumzug nach Berlin wurde in dem Schloss der zweite Dienstsitz des Bundeskanzler(amt)s belassen.

Berlin

Hauptartikel: Bundeskanzleramt (Berlin)

Durch den Regierungsumzug nach Berlin wurde 1999 wieder ein neuer Amtssitz nötig. Als Übergangslösung diente vorerst das ehemalige Staatsratsgebäude der DDR am Berliner Schloßplatz.

2001 wurde dann der Neubau des Bundeskanzleramtsgebäudes in Berlin eingeweiht, der von Axel Schultes geplant wurde. Er ist Teil der „Band des Bundes“ genannten Gebäudegruppe am Spreebogenpark.

Literatur

  • Volker Busse: Bundeskanzleramt und Bundesregierung Heidelberg 2005. ISBN 3-8114-5343-2
  • Joannah Caborn (2006) Die Staatsarchitektur in Bonn und Berlin. In: Carborn: Schleichende Wende. Diskurse von Nation und Erinnerung bei der Konstituierung der Berliner Republik. ISBN 389771-739-5
  • Jürgen Gros: Das Kanzleramt im Machtgeflecht von Bundesregierung, Regierungsparteien und Mehrheitsfraktion. In: Karl-Rudolf Korte/Gerhard Hirscher (Hrsg.): Darstellungspolitik oder Entscheidungspolitik. Über den Wandel von Politikstilen in westlichen Demokratien. München 2000.
  • Peter Haungs: Kanzlerprinzip und Regierungstechnik im Vergleich: Adenauers Nachfolger. APuZ 39, 1989, B 1-2, S. 28–39.
  • Thomas Knoll: Das Bundeskanzleramt. Organisation und Funktion von 1949-1999. Wiesbaden 2004.
  • Karl-Rudolf Korte: Kommt es auf die Person des Kanzlers an? Zum Regierungsstil von Helmut Kohl in der „Kanzlerdemokratie“ des deutschen „Parteienstaates“. ZParl 29 (1998), S. 387–401.
  • Katja Schlesinger: Ausbau der Hausmacht im Bundeskanzleramt. Die Systeme Schmidt, Kohl und Schröder. Köln 2000, (unver.MA, Fundstelle: http://www.karl-rudolf-korte.de/data/mag_schlesinger.pdf, 3. Mai 2006).

Weblinks

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