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Brit Mila

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Beschneidungswerkzeuge des Mohel
Beschneidungswerkzeuge des Mohel

Brit Mila (auch: Berit Mila, Mila; hebräisch Berith: Bund, Mila: Beschneidung) ist die partielle Entfernung der Vorhaut des männlichen Glieds (siehe Zirkumzision). Kritiker sehen darin eine religiös begründete Verstümmelung der Genitalien. Sie wird im Judentum als Eintritt in den Bund mit Gott angesehen. Diesen Bund ging Gott nach jüdischer Überlieferung mit Abraham (und seiner Familie) ein; daher wird der Beschneidungsbund auch als abrahamitischer Bund bezeichnet. Die Juden berufen sich dabei auf Gen. 17, 10—14. Dort heißt es:

Das ist mein Bund zwischen mir und euch samt deinen Nachkommen, den ihr halten sollt: Alles, was männlich ist unter euch muss beschnitten werden. Am Fleisch eurer Vorhaut müsst ihr euch beschneiden lassen. ... Alle männlichen Kinder bei euch müssen, sobald sie acht Tage alt sind, beschnitten werden ...

In der jüdischen Geschichte war die Brit Mila einer der jüdischen Bräuche, die am stärksten verfolgt wurden. Unter nichtjüdischer Herrschaft stand auf das Beschneiden von Knaben oft die Todesstrafe, u.a. weil sie in der antijüdischen Polemik mit Kastration gleichgesetzt wurde. Dies war eine der Methoden, jüdisches Brauchtum zu unterdrücken in der Hoffnung, dass die Juden dann die Weltanschauung ihrer Umwelt, d. h. der Römer, der Christen oder des Kommunismus annehmen würden. Auch unter dem Sowjetregime wurden die meisten jüdischen Knaben aus diesen Gründen nicht beschnitten.

Die Brit Mila findet am achten Lebenstag des Knaben statt. Falls der Säugling schwach oder kränklich ist, wird sie verschoben. Da die möglichen Folgen von Traumata auch bei Kleinkindern allgemein bekannt sind, werden die Kinder dabei vermehrt örtlich betäubt.


Die Mila erfolgt mit verschiedenen jüdischen Segenssprüchen und ist nur in Verbindung mit diesen gültig. Auch jeder männliche Proselyt muss sich vor dem Übertritt beschneiden lassen (auch im liberalen Judentum). Die Mila wird von einem Mohel durchgeführt, d.h. einem für Beschneidungen ausgebildeten Fachmann. Dieser ist im allgemeinen ein Arzt; es gibt aber auch Mohalim, die keine Ärzte sind. Die Ausbildung zum Mohel dauert mehrere Jahre. Statistiken zeigen, dass bei Beschneidungen, die von Mohalim durchgeführt werden, ein wesentlich geringeres Risiko besteht als bei Beschneidungen durch Ärzte ohne diese Spezialausbildung. (Da in den USA sehr viele Knaben aus ästhetischen Gründen sowie aus Gründen der Hygiene und der Krankheitsprävention beschnitten werden, liegen solche Vergleichsdaten vor.) Das Risiko von Komplikationen sinkt mit dem Alter des Beschnittenen.

Bei älteren Knaben, die mit ihrer Familie zum Judentum übertreten, wird im liberalen Judentum jeweils abgewogen, ob die Beschneidung aus psychologischen Gründen um einige Jahre verschoben werden sollte.

Nach liberalerer Auffassung kann auch jemand als Jude anerkannt werden, der gar nicht beschnitten ist oder bei dem einfach durch einen Arzt die Vorhaut entfernt wurde. Entscheidend für die jüdische Identität ist meist die Abstammung von einer jüdischen Mutter. Dennoch ist die Beschneidung bis heute im Judentum außerordentlich verbreitet.

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