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Bozen
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| Basisdaten | |
|---|---|
| Gemeinde: | Bozen
(ital.: Bolzano, lad.: Bulsan) |
| Bezirksgemeinschaft | Bozen |
| Provinz: | Bozen (Südtirol) |
| Region: | Trentino-Südtirol |
| Staat: | Italien |
| Einwohner (VZ 2001 / 31.03.2007): | 94.989 / 100.050 |
| Sprachgruppen laut Volkszählung 2001: | 26,29 % deutsch 73,00 % italienisch 0,71 % ladinisch |
| Koordinaten: | Koordinaten: 46° 29' 52" N, 11° 21' 17" O 46° 29' 52" N, 11° 21' 17" O |
| Meereshöhe: | 232 - 1.616 (Zentrum 262) m |
| Fläche / Dauersiedlungsraum: | 52,3 / 28,0 km² |
| Stadviertel: | Zentrum - Bozner Boden - Rentsch, Oberau-Haslach, Europa-Neustift, Don Bosco, Gries-Quirein |
| Nachbargemeinden: | Deutschnofen, Eppan an der Weinstraße, Jenesien, Karneid, Leifers, Pfatten, Ritten, Sarntal, Terlan |
| Partnerschaft mit: | Ödenburg (Sopron) |
| Postleitzahl: | 39100 |
| Vorwahl: | 0471 |
| ISTAT-Nummer: | 021008 |
| Steuernummer: | A952 |
| Politik | |
| Bürgermeister (2005): | Dr. Luigi Spagnolli (L'Unione) |
| Lage | |
| Bild:Karte Gemeinde Bozen.png Lage von Bozen | |
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Bozen [bo:tsən̩] (italienisch Bolzano, ladinisch Bulsan, lateinisch Bauzanum) ist die Landeshauptstadt Südtirols, einer autonomen Provinz in Italien, und als solche Sitz der Südtiroler Landesregierung und des Südtiroler Landtags. Seit 1964 ist Bozen Bischofssitz der neugeschaffenen Diözese Bozen-Brixen.
Inhaltsverzeichnis |
Gliederung
Bozen ist in fünf Stadtteile (siehe Infobox) aufgeteilt, die wiederum mehrere historische Stadtteile und ehemals selbstständige Gemeinden darstellen oder enthalten.
Eingemeindet wurden die (ehemaligen) Landgemeinden Zwölfmalgreien (1911) und Gries (1925). Diese bilden heute noch eigene Katastralgemeinden.
Das historische Bozen bestand nur aus der heutigen Altstadt zwischen Talfer und Eisack, bzw. Zollstange, und Wangergasse. Trotzdem wohnten 1910 etwa 45 % der Bozner im historischen Bozen.
Die heutigen Stadtteile Europa-Neustift und Don Bosco gehören zum historischen Gries. Das Stadtviertel Oberau-Haslach gehörte zu Zwölfmalgreien (Die Malgreien Haslach und Oberau/St. Jakob).
Geschichte
Antike und frühes Mittelalter
Mittelalter und Neuzeit
Bozen ist seit seiner Gründung und Erhebung zur Stadt vor mehr als 800 Jahren eine Handelsstadt, die günstig zwischen den ehemals bedeutenden Handelsdrehkreuzen Venedig und Augsburg liegt. Zu den viermal im Jahr veranstalteten Messen kamen Handelsleute aus Nord und Süd. Deshalb wurde 1635 der Merkantilmagistrat (Handelsgericht) gegründet, der in Marktzeiten aus je 2 deutschen und italienischen Räten (von den Kaufleuten aus ihren Kreisen bestimmt) gebildet wurde.
Das Bozner Becken fasziniert mit seinem einzigartigen Burgenreichtum. Rund 40 Burganlagen auf engstem Raum bilden die größte Burgendichte Europas. Seit dem 12. Jahrhundert wurden im Bozner Becken von adeliger Hand Burgen errichtet, meist an exponierten Punkten, um den Reichtum und die weltliche Macht dieser Familien sichtbar zu machen. Sie wurden an strategisch günstig gelegenen Stellen erbaut. Sie vereinten den Anspruch politischer Macht mit Funktionen der Rechtsprechung und Steuererhebung. Steuern wurden großteils in Naturalabgaben geleistet, weshalb im Burgbereich auch Ställe und Lager für Getreide und Wein vorhanden waren. Im Spätmittelalter wurde die Macht in die Städte Bozen, Meran und Brixen und an den landesfürstlichen Hof nach Schloss Tirol (ab ca. 1420 nach Innsbruck) verlagert. Gleichzeitig etablierten sich die Märkte und die beginnende Geldwirtschaft. Das 14. und 15. Jahrhundert bedeutete somit einen Wandel für die Burgen im Bozner Raum. Viele von ihnen wurden dem Verfall preisgegeben. Dieses Schicksal traf beispielsweise die Burg am Johanneskofel und Walbenstein. Andere Burgen, wie Schloss Runkelstein, Haselburg oder Schloss Maretsch wurden im Stil der Gotik und Renaissance zu Schlössern umgebaut.
Die wohlhabenden Bürger jener Zeit haben sich selbst auch einige Denkmäler gesetzt, so haben in der Pfarrkirche (seit 1964 Conkathedrale) mehr Leute Platz als in jeder anderen Kirche zwischen Verona und München. Die Kaufmannsfamilie Vintler hat 1388 mit dem Ankauf von Schloss Runkelstein den Adelsrang erlangt.
Gleichzeitig mit der Stadt etablierten sich um Bozen zwei Landgemeinden (Zwölfmalgreien und Gries), die im 19. bzw. 20. Jahrhundert eingemeindet wurden.
20. Jahrhundert
1918 wurde Südtirol und damit auch Bozen von Italien zunächst besetzt und später annektiert. In der Zeit des Faschismus wurden viele Italiener aus südlichen Regionen nach Bozen umgesiedelt, während zahlreiche deutsche Bozner zwischen Auswanderung und rücksichtsloser Assimilierung wählen mussten (siehe dazu: Option).
Um den Italienern Arbeit zu geben und die Italienisierung Südtirols voranzutreiben, wurde in Bozen ein bedeutendes Industriegebiet errichtet. Die Einwohnerzahl wuchs sprunghaft an. Für die italienischen Einwanderer wurden auch Siedlungen im ländlichen Stil errichtet, die häufig über einen Garten verfügten. Diese Majorisierungspolitik wurde auch von der Republik Italien nach dem Krieg bis zur Gewährung eines Autonomiestatuts fortgesetzt, sodass heute fast 75 % der etwa 100.000 Einwohner italienischer Muttersprache sind.
Das Leben zwischen den Sprach- bzw. Volksgruppen verläuft auch heute noch nicht immer problemlos und ist manchmal spannungsgeladen. Eine der jüngeren Auseinandersetzungen ist die Benennung des sogenannten Siegesplatzes. Er wurde von der Bozner Gemeindeverwaltung zunächst in Friedensplatz umbenannt, um damit einen Stein des Anstoßes zu beseitigen. Daraufhin initiierten einige italienische Parteien, mit an vorderster Front die postfaschistische Alleanza Nazionale, eine Volksbefragung – mit dem Ergebnis, dass aufgrund des Abstimmungsverhaltens der italienischen Mehrheitsbevölkerung der Friedensplatz 2003 wieder in Siegesplatz zurückbenannt werden musste.
1964 wurden die Grenzen der Kirchendiözese Brixen so abgeändert, dass sie für ganz Südtirol zuständig ist. Bozen wurde dadurch Bischofssitz der Diözese Bozen-Brixen.
International ist Bozen besonders durch die Entdeckung des Ötzi in den Südtiroler Alpen bekannt geworden, der im Südtiroler Archäologiemuseum aufbewahrt wird.
Wirtschaft
Per Stichtag 22. Oktober 2001 waren in Bozen 61.376 Mitarbeiter in 11.672 Arbeitsstätten angestellt. Öffentliche Körperschaften haben mit 315 Arbeitsstätten und 13.835 Angestellten hierbei einen nicht unwesentlichen Anteil. 2.308 Angestellte sind bei Non-Profit-Organisationen tätig. Bozen ist vor Meran (16.900), Bruneck (10.700) und Brixen (10.500) der größte Arbeitsstandort Südtirols. Am Mazziniplatz 23 befindet sich der Sitz der Rundfunkgesellschaft RAI Sender Bozen.
Verkehr
Bozen liegt an der Brennerautobahn und ist somit sowohl nach Süden als auch nach Norden an das europäische Autobahnnetz angebunden. Über die Brennerbahn kann man München und Mailand, Venedig und Rom direkt erreichen. Die Bahnstrecke Bozen–Meran verbindet die Stadt mit Meran und dem Vinschgau. Des weiteren hat Bozen einen Flughafen. Regionale Buslinien fahren in alle Bezirke und Täler Südtirols. Die Verkehrsleistungen im Stadtgebiet von Bozen bzw. dem näherem Umfeld wurden früher durch umweltfreundliche Straßenbahnen und Lokalbahnen (z. B. Überetscher Bahn) erbracht, wobei die Straßenbahn Bozen 1909 eröffnet und 1948 leider wieder eingestellt wurde. Lediglich die ehemalige Talstrecke der Rittnerbahn hatte bis zur Einstellung deren Zahnradbetriebes im Jahr 1966 Bestand. Drei Seilbahnen verbinden zwei Gemeinden und eine Fraktion von Bozen mit der Stadt. Der innerstädtische öffentliche Verkehr wird heute mit meist methangasbetriebenen Bussen abgewickelt. Die Altstadt ist für den privaten Verkehr gesperrt. Leider existieren keine Nachtlinien und die Verbindungen in die Peripherie ist ungenügend. Somit bleibt oftmals nur die Benutzung des eigenen PKW's. Es wird zwar über eine Stadtbahn diskutiert aber eine Umsetzung läßt auf sich warten. Ebenso die dringende Erweiterug des Flughafens stößt auf starke Gegenwehr seitens der ländlichen und provinziellen Bevölkerung. So können momentan nur kleinere Propellermaschienen landen und starten. Selbst für die Wartung der Flugzeuge gibt es keine Kapazitäten. Diese erfolgt in Innsbruck. Erwähnenswert sind auch noch zwei Standseilbahnen, Virglbahn und Guntschnabahn welche die Stadt mit den Naherholungsgebieten verband.
Bildung
Seit 1998 ist Bozen Sitz der Freien Universität Bozen (FUB) und somit Universitätsstadt. Die Freie Universität Bozen bietet dreisprachige Studiengänge in den Sprachen Deutsch, Italienisch und Englisch an. Erwähnenswert ist auch die Europäische Akademie EURAC, eine parauniversitäre Forschungseinrichtung mit Schwerpunkt Sprachminderheiten und Umwelt.
Neben der Universität beherbergt Bozen auch die nach Claudia de Medici benannte Landesfachhochschule für Gesundheitsberufe Claudiana.
Weltbekannt ist auch die ZeLIG, dreijährige und dreisprachige Schule für Dokumentarfilm, Fernsehen und Neue Medien.
Aktuelles
Seit der Gründung der Universität Bozen hat sich Bozen verändert, die Stadt bietet jetzt mehr Gastlokale und das reichhaltige Kulturangebot wurde weiter ausgebaut. Dies hat allerdings auch zu Verstimmungen zwischen Lokalbetreibern und Anrainern geführt. Im Frühjahr/Sommer 2005 erreichten diese Verstimmungen ihren vorläufigen Höhepunkt, einige Lokale mussten vorübergehend ihre Sperrstunde herabsetzen, was dem Image der neuen Universitätsstadt Bozen einen harten Schlag versetzte.
Auch in Bozen leben immer mehr Einwanderer. Die Integration dieser Menschen ist nicht immer leicht, da sie sich oft auch zwischen den Fronten (zwischen Südtirolern und Italienern) wiederfinden. 2004 wurde der erste Ausländerbeirat gegründet, der dem Gemeinderat unterstützend zu Seite steht.
2004 wurde der Versuch, vor den Toren der Stadt ein Einkaufszentrum zu errichten, endgültig abgewehrt. Auch die Bemühungen, in Bahnhofsnähe ein größeres Einkaufszentrum zu errichten, scheiterten bis jetzt. Die Südtiroler Raumordnung hemmt die Zersiedlung, die Ansiedelung von großen Märkten auf der grünen Wiese und fördert dafür den Einzelhandel.
Seit 2004 wird an zwei Multiplexkinos gebaut. Ein altes Kino (das Concordia) wurde 2005 geschlossen. Somit hat Bozen zur Zeit nur vier Kinosäle und einige Multifunktionssäle, in denen ab und zu Filme gezeigt werden. Das größte Kino Bozens ist bis April 2007 das renommierte Programmkino Filmclub mit drei Sälen, das alljährlich im April die Bozner Filmtage veranstaltet.
Im Januar 2005 wurde Bozen zur Guggenmusik-Hauptstadt Europas. 34 Guggenmusiken aus der Schweiz und aus Deutschland haben am 39. Europäischen Guggenmusikfestival teilgenommen.
Im Mai 2005 ergab sich bei den Gemeinderatswahlen ein Patt zwischen dem gewählten Bürgermeister Giovanni Ivan Benussi, der von der Casa delle Libertà unterstützt wurde, und dem Gemeinderat, in dem die Parteien des Ulivobündnisses zusammen mit der SVP die Mehrheit stellten. Der amtierende Bürgermeister Giovanni Salghetti Drioli unterlag in der Stichwahl seinem Kontrahenten um nur sieben Stimmen. Nachdem Bürgermeister Benussi die notwendige Mehrheit im Gemeinderat nicht aufbringen konnte, wurde er im Juni 2005 abgesetzt. Bei der Wahl am 6. November 2005 setzte sich Mittelinkskandidat Luigi Spagnolli mit 50,36 % der Stimmen im ersten Wahlgang durch. Die stärkste Partei wurde überraschend die Südtiroler Volkspartei, die 11 der 50 Mandate erlangte (+3).
Die zweisprachige ungarische Stadt Sopron/Ödenburg ist Bozens Partnerstadt.
Söhne und Töchter der Stadt
Bedeutende Persönlichkeiten der Stadt chronologisch nach Geburtsjahr geordnet:
- Niklaus Vintler, Kaufmann und Kunstmäzen (ca. 1345-1413)
- Petrus Tritonius, Komponist, Humanist (1465-1525)
- Johannes Nepomuk von Tschiderer (1777-1860), Fürstbischof von Trient, Seliger
- Ludwig Thuille, Komponist (1861-1907)
- Albert von Trentini, Schriftsteller (1878-1933)
- Max Valier, Astronom und Raketenbaupionier (1895-1930)
- Josef Mayr-Nusser, Südtiroler Märtyrer (1910-1945)
- Klaus Dibiasi, Turmspringer, Olympiasieger (*1947)
- Krista Posch, Schauspielerin (*1954)
- Antonella Bellutti, Radrennfahrerin, Olympiasiegerin (*1968)
- Tania Cagnotto, Turmspringerin, Europameisterin (*1985)
Museen
- Südtiroler Archäologiemuseum
- Stadtmuseum
- Naturmuseum
- Museum für moderne und zeitgenössische Kunst ("Museion")
- Merkantilmuseum
- Schulmuseum
- Messner Mountain Museum
Kulturelle Stätten
- Stadttheater
- Konzerthaus
- Zwei Kinos mit (4 Sälen)
- Haus der Kultur Walther von der Vogelweide (Walterhaus)
- Altes Stadttheater
- Freies Theater Bozen
- Theater im Hof (Kinder- und Jugendtheater)
- Carambolage (Kleinkunst)
Schlösser und Burgen
- Schloss Runkelstein
- Schloss Maretsch
- Schloss Sigmundskron
- Haselburg
- Ruine Rafenstein
- Schloss Ried
- Schloss Klebenstein
- Ruine Weineck
Sehenswertes
- Bozner Lauben
- Obstplatz
- Walterplatz
- Bozner Pfarrkirche (Dom)
- Franziskanerkirche mit Kreuzgang
Siehe auch
Weblinks
| <imagemap>-Fehler: Bild ist ungültig oder nicht vorhanden | Commons: Bozen – Bilder, Videos und/oder Audiodateien |
- Offizielles Portal der Gemeinde
- Südtiroler Naturmuseum
- Messe Bozen
- Stadtführer von Egon Leitner
- www.geschichte-tirol.com: Bozen
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