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Blau
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Blau
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Als Blau bezeichnet man die wahrgenommene Farbe von Licht, das eine Wellenlänge zwischen 450 und 500 nm hat. Der Farbeindruck Blau kann aber auch durch Farbmischung entstehen. Das Wort „Blau“ stammt vom althochdeutschen blao für schimmernd, glänzend.
Inhaltsverzeichnis |
Farblehre
Die Farbe Blau
- ist eine der Grundfarben der Additiven Farbmischung (neben Rot und Grün),
- entsteht durch die Mischung der Farben Magenta und Cyan in der Subtraktiven Farbmischung,
- ist in den meisten Farbmodellen die Komplementärfarbe zu Gelb, in anderen zu Orange,
- hat im RGB-Farbraum den Wert RGB = (0, 0, 255) dezimal bzw. #0000FF hexadezimal.
- hat im sichtbaren Spektrum eine Wellenlänge zwischen 450 und 500 nm.
Beispiele für blaue Farbstoffe sind Ultramarinblau, Kobaltblau, Berliner Blau, Azurit, Indigo; eine Übersicht bietet Liste der Farbmittel.
Kobaltblau
| Berliner Blau
|
Farbtöne von Blau sind etwa Ausmischungen zu Grünblau, Violettblau (mit Rot), Himmelblau (mit Weiß), Nachtblau (mit Schwarz) oder Taubengrau (mit Schwarz und Weiß).
Mittelblau
| Azurblau
| Lilablassblau
| Lichtblau
| Hellblau
| |||||||||||||||
Dunkelblau
| Graublau
|
Die menschlichen Sehzellen für Blau verarbeiten ein sehr enges Band des Lichtspektrums, daher reagiert das Auge sehr empfindlich auf Rotanteile in Blau. Ein Farbton ist sehr deutlich entweder Blau oder Violett, es gibt keinen ausgesprochenen Mischton. Rotstichige Blautöne werden als warmes Blau bezeichnet. Das erwähnte Ultramarinblau ist ein Beispiel dafür (Blaustichige Rottöne heißen dann kühles Rot).
Bedeutung
- Farbpsychologische Wirkung
- Blau ist eine Farbe, die auf den Menschen meist kalt wirkt.
- Als Grundfarbe der Luft und damit des Himmels und durch die Tatsache, dass weiter entfernte Landschaft bläulich erscheint, ist Blau eine Farbe der Ferne und der (räumlichen) Tiefe.
- Blau und Grün werden nicht in allen Kulturen so unterschieden wie bei uns [1]. Auch bei uns ist der Grenzfall, das Türkis, in seiner Zuordnung vom individuellen Empfinden abhängig (aber auch Teil des männlichen bzw. weiblichen Farbempfindens; siehe Farbwahrnehmung).
- hat im Allgemeinen eine anregende Wirkung auf den Menschen, im Gegensatz zur Farbe Rot. Blau fördert die Konzentration und hält wach.
- ist Lieblingsfarbe für den überwiegenden Teil der Menschen in Deutschland [2].
- Symbolische Bedeutung
- Im Volksmund ist Blau die Farbe der Treue. Als Farbe der französischen Tricolore steht Blau für die Freiheit.
- Blau kann aber auch die Farbe der Melancholie sein. Es gibt z.B. den "Baby-Blues" und im angloamerikanischen Sprachraum wird z.B. ein Stimmungstief auch mit "blue devils" umschrieben. Bekannt ist auch der Blues.
- In den meisten europäischen Ländern ist Blau die Farbe der liberalen Parteien; in den USA ist es die der Demokraten; allerdings wird die Farbe in den USA, in Israel und auch anderen Ländern von sehr vielen politischen Parteien als Grundfarbe ihrer Werbemittel benutzt, da diese Farbe dort als eine der Nationalfarben gilt und seriös wirkt.
- Männliche Säuglinge werden in westlichen Kulturen oft mit der Farbe himmelblau, im Gegensatz zu rosa für weibliche Säuglinge, in Verbindung gebracht. Dies ist aber erst seit dem frühen 20. Jahrhunderts so üblich. Bis dahin trugen auch männliche Personen Rosa und Blau war eher eine Farbe für Mädchen.
- Blau steht auch für Verzweiflung, Desillusion und Herzschmerz im Zusammenhang einer meist gebrochenen Beziehung, da sie das Gegengleich von Orange ist.
Redewendungen
- Blauer Montag ist eine Bezeichnung für den arbeitsfreien Montag.
- Blau machen ist umgangssprachlich ein Synonym für "krankfeiern" bzw. das Fernbleiben von einer Pflichtveranstaltung, insbesondere der Arbeit und der Schule.
- blau sein bedeutet „betrunken sein“, die Entstehung der Redewendung ist nicht sicher geklärt. Im Französischen spricht man stattdessen von „grau sein“ (être gris) und bei schwerer Trunkenheit von „schwarz sein“ (être noir).
- Andererseits kann „blau“ auch für die Ablehnung von Alkohol stehen (vgl. Blaues Kreuz).
- blaues Blut besitzen bedeutet „von adliger Herkunft sein“. Dies rührt daher, dass adlige, d. h. nicht (im Freien) arbeitende Menschen eine ungebräunte, blasse, durchscheinende Haut hatten, durch die die Adern blau durchschimmerten.
- eine Fahrt ins Blaue stammt aus früheren Zeiten, als noch häufig der blaublühende Flachs angebaut wurde. Machte man einen Ausflug in die Natur, so fuhr man ins Blaue.
Blau in Kunst und Kultur
Der französische Künstler Yves Klein verwendet in vielen seiner monochromen Bildern ausschließlich die Farbe Blau (International Klein Blue (IKB)).
Literarische Bedeutung erlangte im 19. Jahrhundert das Motiv der blauen Blume, das in Novalis' Roman Heinrich von Ofterdingen auftaucht und zum sprichwörtlichen Sinnbild der romantischen Suche nach Erfüllung wurde. "Die Schöne Lau" ist ein Kunstmärchen um eine kinderlose Prinzessin von Eduard Mörike, das in Blaubeuren spielt.
Seit 2000 findet in Nürnberg jedes Jahr Mitte Mai die Blaue Nacht statt. Dabei handelt es sich um eine Art "Lange Nacht der Museen", bei der aber auch in den Straßen zahlreiche künstlerische Installationen und Performances zu sehen sind. Die alles beherrschende Farbe in dieser Nacht (z.B. bei der Illumination von Gebäuden, der Dekoration der teilnehmenden Museen usw.) ist blau, manchmal besonders in Verbindung mit einem "blauen" Thema (Wasser, Luft...)
Siehe auch
Literatur
- Hans Gercke (Hrsg.): Blau: Farbe der Ferne (Ausstellungskatalog), Heidelberg (Verlag Das Wunderhorn) 1990, ISBN 3884230638
- H.Dittmar-Ilgen: Wie das Salz ins Meerwasser kommt...., Hirzel-Verlag, Stuttgart
Weblinks
| Wiktionary: Blau – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen |
| <imagemap>-Fehler: Bild ist ungültig oder nicht vorhanden | Commons: Blau – Bilder, Videos und/oder Audiodateien |
Quellen
- ↑ siehe den Artikel Der Unterschied zwischen grün und blau in der Sprache
- ↑ Eva Heller Wie Farben auf Gefühl und Verstand wirken. o.A.
Die in Wikipedia-Artikeln verwendeten Farben werden auf jedem Monitor anders dargestellt und sind nicht farbverbindlich. Eine Möglichkeit, die Darstellung mit rein visuellen Mitteln näherungsweise zu kalibrieren, bietet das nebenstehende Testbild: Tritt auf einer oder mehreren der drei grauen Flächen ein Buchstabe (R für Rot, G für Grün oder B für Blau) stark hervor, sollte die Gammakorrektur des korrespondierenden Monitor-Farbkanals korrigiert werden. Das Bild ist auf einen Gammawert von 2,2 eingestellt – der gebräuchliche Wert für PCs. Macintosh-Rechner hingegen verwenden standardmäßig einen Gamma von 1,8.
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