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Begierde
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Begierde (bzw. Begehren) bezeichnet den seelischen Antrieb zur Behebung eines Mangelerlebens mit einem damit verbundenen Aneignungswunsch des Gegenstandes oder Zustandes, welcher geeignet erscheint, diesen Mangel zu beheben.
Richtungsgebend für den seelischen Antrieb sind beim Begehren mehr die damit verbundenen geistigen Faktoren (Emotionen, Phantasie, Wünsche), bei der Begierde dagegen mehr die körperlichen (Triebe, Schmerz, Hunger, Durst). Das zugehörige Adjektiv ist in beiden Fällen begehren.
Der Begriff „Begierde“ wird in Sprache, Dichtung und Literatur häufig als Metapher für die sexuelle Lust verwendet, während „Begehren“ – unter anderem durch die Begriffsprägung Jacques Lacans („désir“) – vor allem in den Wortschatz der Wissenschaft, v.a. der Psychoanalyse und der feministischen Philosophie (etwa bei Judith Butler) Eingang gefunden hat.
Siehe auch
- Jouissance (Genießen)
- Lust
- Bedürfnis
Literatur
Thomas Gebel: Krise des Begehrens. Theorien zu Sexualität und Geschlechterbeziehungen im späten 20. Jahrhundert, Hamburg: Verlag Dr. Kovac 2002, ISBN 3-8300-0501-6.
Weblinks
Luc Vendramin: Begehren und Bedürfnis
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