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Brüder Lumière

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Bild:Fratelli Lumiere.jpg
Auguste und Louis Lumière

Die Brüder Lumière sind Auguste Marie Louis Nicolas Lumière (* 19. Oktober 1862 in Besancon; † 10. April 1954 in Lyon) und Louis Jean Lumière (* 5. Oktober 1864 in Besancon; † 6. Juni 1948 in Bandol, Var). Sie sind die Erfinder des Cinématographe, der zunächst in Anlehnung an Thomas Alva Edisons Kinematographen als „Kinétoscope de projection“ bezeichnet worden war.

Inhaltsverzeichnis

Werk und Bedeutung

Bereits ihr Vater Antoine Lumiére (1840–1911) betrieb eine Fabrik für Chemikalien und fotografische Platten in Lyon, in der später auch das erste brauchbare Verfahren der Farbfotografie entwickelt wurden. Die Brüder Lumière waren daher von Anfang an daran interessiert, ihre Erfindungen auch industriell auswerten zu können.

Die Brüder Lumière führten mit ihrem Cinématographe erstmals am 22. März 1895 vor einem geschlossenen Publikum in der Société d’Encouragement à l’Industrie Nationale den Film „Arbeiter verlassen die Lumière-Werke“ vor. Die nächste Vorführung fand am 1. Juni 1895 am "Congrès des Socités photographiques des France" mit acht Kurzfilmen statt, darunter „Am Börseplatz in Lyon“, „Schmiede an der Arbeit“, „Baby beim Fischfang“, „Eine Feuersbrunst“ und „Babys Jause“.

Am 28. Dezember 1895 fand im Grand Café am Boulevard des Capucines in Paris die erste öffentliche Filmvorführung vor einem großen, zahlenden Publikum statt, in der die Brüder ihren Cinématographe vorführten und 15 selbstgedrehte Kurzfilme mit Titeln wie „Der begossene Begießer]“ und „Abbruch einer Mauer“ zeigten. Die erste Aufführung außerhalb Paris war am 1. März 1896 in den Galeries Royales Saint-Hubert in Brüssel. Danach fanden regelmäßige Vorführungen mit jeweils acht bis zehn Filmen und einer Gesamtdauer von rund 20 Minuten statt. 1897 verkauften die Brüder Lumière ihr Patent vom Februar 1895 an Charles Pathé, der die Industrialisierung des Kinos dann weiterführte.

Im Jahre 1903 führten die Brüder Lumière auf der Weltausstellung in Paris den ersten Dokumentarfilm in der Geschichte des Films vor: „L'Arrivee du Train“. Der Film dauerte nur etwa eine Minute und musste, weil noch keine projektionsreife Trennung des linken und rechten Bildes vorhanden war, in abgewandelten Stereoskopen betrachtet werden. Damit konnte sich aber nur immer eine Person den Film ansehen.

Bild:Farbfotografie Lumiere 1907.JPG
Farbfotografie der Ehefrau Lumiéres im Jahr 1907

Die Brüder Lumière stellten 1907 die bereits seit 1903 entwickelten Autochrom-Platten für die Farbfotografie vor, die mit orangerot, grün und violett eingefärbten Stärkekörnchen aus Kartoffeln und einer Bromsilber-Gelatine-Emulsion arbeiteten; die Stärkekörnchen wirkten dabei als rasterartiger Filter. Dieses Prinzip war ursprünglich von Henry Joly 1893 entwickelt worden und basierte auf einem additiven Rasterverfahren; die Herstellung dieser Lumière-Colorplatten wurde erst 1932 eingestellt, als verbesserte Emulsionen auf den Markt kamen (Dreischichtenfarbfilme von Agfa, Kodak Kodachrome ab 1914 u. a.).

Mitbewerber und Konkurrenten

Als Vorläufer des Kinofilms gelten vor allem die in rascher Folge projizierten Chronofotografien von Ottomar Anschütz.

Jean Aimé le Roy führte bereits 1894, also noch vor den Brüdern Skladanowsky und den Lumières, Laufbilder in New York vor.

1895 folgten zahlreiche Vorführungen von Bewegtbildern, beispielsweise von Thomas Armat und C. F. Jenkins in Washington, D.C., Woodeville Latham in New York und Robert W. Paul in London.

Auch die Brüder Skladanowsky, die bereits einen Monat zuvor am 1. November 1895 mit ihrem Bioscop im Berliner Varieté Wintergarten eine Filmvorführung veranstalten konnten, nahmen an der Vorführung der Lumières teil. Beeindruckt von deren Verfahren gaben sie ihre Arbeiten auf und überließen den Lumières die Fortentwicklung des Kinos; ihr eigenes Verfahren war kaum weiterzuentwickeln, da es nur die Vorführung von 20 Bildern in Folge erlaubte, die durch Aneinanderkleben wiederholt wurden.

Siehe auch

Literatur

  • Hilmar Hoffmann und Walter Schobert (Herausgeber): Perspektiven – zur Geschichte der filmischen Wahrnehmung. Deutsches Filmmuseum, ISBN 3887990196 (Dauerausstellung 1: Vom Guckkasten zum Cinématographe Lumière; Dauerausstellung 2: Filmproduktion /Kinogeschichte /Genres)
  • Joachim Castan: Max Skladanowsky oder der Beginn einer deutschen Filmgeschichte. 263 Seiten. Stuttgart: Füsslin 1995, ISBN 3-9803451-3-0 – Spannend lesbares Standardwerk zum Thema. Hierin werden ausführlich die Themen Skladanowsky und Lumière behandelt

Weblinks

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