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Anthroposophische Gesellschaft

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Die Anthroposophische Gesellschaft wurde 1923 von Rudolf Steiner, dem Begründer der Anthroposophie, zur Organisation seiner Anhängerschaft und als Trägerin der von ihm zugleich begründeten Freien Hochschule für Geisteswissenschaft (=Anthroposophie) ins Leben gerufen. Nach ihrem Selbstverständnis handelt es sich um eine „Gemeinschaft von Menschen, die überzeugt sind, dass die Aufgaben, die Gegenwart und Zukunft stellen, nur durch eine spirituelle Vertiefung des Lebens gelöst werden können“. Diese Vertiefung soll Steiners Anthroposophie bieten. Der Sitz der Gesellschaft ist das Goetheanum in Dornach (Schweiz).

Ziel der Hochschule sollte nach Steiners Intention die „Forschung auf geistigem Felde” (Anthroposophie) sein, Ziel der Gesellschaft die Ermöglichung einer solchen Forschung sowie die Pflege des seelischen Lebens im einzelnen Menschen und in der Gemeinschaft aufgrund dieser Forschung. Da Steiner schon während der Gründungsfeierlichkeiten schwer erkrankte und 1925 starb, ohne dass jemand als „Geistesforscher“ an seine Stelle trat, blieb aber vieles davon Programm.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Eine erste Anthroposophische Gesellschaft wurde bereits 1912 in Köln gegründet. Sie trat an die Stelle der bis dahin von Rudolf Steiner geleiteten deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft, als diese 1913 aufgrund gravierender Differenzen um die Interpretation des Christentums und des Christus aufgelöst wurde (Steiner weigerte sich, den indischen Jungen Jiddu Krishnamurti als wiederverkörperten Christus zu sehen und lehnte den zu diesem Zweck gegründeten Order of the Star in the East ab). Steiner wurde Ehrenpräsident, gehörte aber nicht dem Vorstand an.

Als Zentrum baute man in Dornach bei Basel das von Steiner entworfene erste Goetheanum, welches am 31. Dezember 1922 durch Brandstiftung zerstört wurde.

1923 wurde die Gesellschaft in Dornach unter der Bezeichnung Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft mit Rudolf Steiner als Vorsitzendem neu begründet.
Im Jahr 1924 wurde der Grundstein für das zweite Goetheanum gelegt.
Nach Steiners Tod im Jahr 1925 übernahm Albert Steffen den Vorsitz der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft.

Im Nationalsozialismus wurde am 15. November 1935 die Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft in Deutschland wegen „internationaler Einstellung und engen Beziehungen zu ausländischen Freimaurern, Juden und Pazifisten“ verboten.

Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg kam es in Deutschland zu einem Neubeginn und weltweit zu einer Ausweitung anthroposophischer Initiativen, vor allem durch die Gründung von Einrichtungen in den Bereichen Pädagogik, Medizin, Heilpädagogik und Landwirtschaft.

Literatur

  • Bodo von Plato: Zur Entwicklung der Anthroposophischen Gesellschaft. Stuttgart 1986. ISBN 3-7725-0854-5

Siehe auch

Anthroposophie, Rudolf Steiner, Goetheanum

Weblinks

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