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Amme
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Im ursprünglichen Sinn des Wortes wird jede Frau zur Amme, sobald sie stillt.[1] Erst im übertragenen Sinn des Wortes gilt das Wort Amme für Frauen, die ein fremdes Kind gegen Bezahlung säugen.[2]
Im Norwegischen und im Dänischen bedeutet amme einfach stillen, im Schwedischen heißt amma oder amning stillen. Den von der (Lohn-) Amme gestillten Säugling nannte man früher Amming. Dieses Wort ist heute außer Gebrauch gekommen. Die leiblichen Kinder der (Lohn-) Amme nannte man früher die "Milchgeschwister" des Ammings. Das Verb ammen kann mit Kind pflegen oder pflegen überhaupt übersetzt werden[3].
Soziologisch ist bedeutsam, dass sich – besonders in der europäischen Oberschicht bis an die Schwelle des 20. Jahrhunderts – Mütter früh als „Dauerpflegeperson“ von ihren Kleinstkindern verabschiedeten und an ihrer Statt die (Lohn-) Amme zum festen Bestandteil des Hausgesindes wurden. Daraus ergab sich für die heranwachsenden Kinder oft die liebevolle Amme als eigentliche persönliche Vertrauensperson, was in der Literatur (vgl. William Shakespeares „Romeo und Julia“) häufig aufgegriffen wurde. Noch um 1880 waren im Stadtbild Berlins die mit ihren Pfleglingen ausgehenden Ammen aus der Niederlausitz in ihrer sorbischen Tracht auffällig (Volksmund: Wennste 'ne Spreewaldamme hast, | die Dich jenährt als Rangen, | dann kannste, wennste Zwanzig bist, | von ihr det nich valangen.) In Bern wurden die letzten beruflichen Ammen in den 1950er Jahren in den Ruhestand geschickt.Literatur
- ↑ Zitat: "Auch die Mutter heißt, insofern das Kind von ihr genährt wird, Amme" in: Mittelhochdeutsches Wörterbuch. Mit Benutzung des Nachlasses von Georg Friedrich Benecke ausgearbeitet von Wilhelm Müller und Friedrich Zarncke. Nachdruck der Ausg. Leipzig 1854-1866, 5 Vol. Stuttgart 1990
- ↑ Universallexikon der Sittengeschichte und Sexualwissenschaft. Band 3: Sexualwissenschaft. Hg.: Institut für Sexualforschung Wien 1928–1932
- ↑ Matthias Lexer: Mittelhochdeutsches Handwörterbuch. Nachdruck der Ausg. Leipzig 1872-1878 mit einer Einleitung von Kurt Gärtner. 3 Vol., Stuttgart 1992.
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