Reprofotografie

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Reprofotografie
Reprokamera AGFA RPS 2226

Die Reprofotografie ist eine Methode der Reprotechnik und ein Zweig der Fotografie, welcher sich mit der originalgetreuen Wiedergabe von zweidimensionalen Vorlagen (Buchseiten, Gemälde, Stiche etc.) beschäftigt.

Sie ist eine der Techniken, die die technische Reproduzierbarkeit dieser Vorlagen ermöglicht. Besonderes Augenmerk wird dabei der originalgetreuen Farb- und Kontrastwiedergabe der Vorlage geschenkt. Sie wurde früher vor allem in der Druckvorstufe eingesetzt.

Ausrüstung

Die Reprofotografie ist eine Domäne der einäugigen Spiegelreflexkamera (sowohl Kleinbild als auch Mittelformat) und der Großformatkamera, gleichzeitig des jeweiligen Standardobjektivs, oder von Makroobjektiven mit Standard-Brennweite (entsprechend den Millimeter der Bilddiagonale). In bestimmten Fällen kommen bei SLRs dann auch Shift-Objektive zum Einsatz. In jedem Fall sollte das Objektiv immer um mindestens zwei Blendenstufen abgeblendet werden.

Professionelle Reprofotografie verwendet spezielle, für diese Zwecke hergestellte, Repro-Kameras. Sie werden verwendet um Landkarten oder andere großformatige Vorlagen zu vervielfältigen.

Unverzichtbar für professionelle Reprofotografie ist ein Stativ, die Möglichkeit der Lichtmessung (oder Ersatzmessung mit Graukarte) und meist auch eine Studioblitzanlage mit Polarisationsfiltern. Meist kommen hier die schärfsten Filme bzw. die niedrigste Empfindlichkeitseinstellung bei einer hochauflösenden Digitalkamera zum Einsatz.

Sollen die (Farb-)Fotos später gedruckt werden, ist eine Farbtafel, die mit fotografiert wird, sehr von Vorteil.

Bei Vorlagen, welche ein A2-Format nicht überschreiten, empfiehlt sich die Verwendung eines Reprostativs, welches das Objekt von oben ablichtet. Reproständer bzw. Reprostative gibt es in zwei Varianten:

  1. als ortsfeste Studioeinrichtung, bestehend aus einer Grundplatte, einer Säule mit Kamerahalterung und integrierter Beleuchtung;
  2. als mobiles Vierbeinstativ, das meist mit dem Filtergewinde des zugehörigen Objektives verbunden wird.

Meist wird der Fotograf einen Winkel- oder Lichtschachtsucher verwenden. Für ermüdungsfreies Arbeiten hilft ein Autofokus bei der Scharfstellung.

Aufnahmetechnik

Ermittlung der Bildmitte

Allgemein gilt bei jeder zu reproduzierenden zweidimensonalen Vorlage, dass

  1. sich die optische Achse im Mittelpunkt des Objekts befinden muss,
  2. die Filmebene absolut parallel zur Objektebene ausgerichtet sein muss.

In der Regel sind zu reproduzierende Bilder rechteckig (ansonsten "denkt" man sich ein das Objekt umspannende Rechteck), so dass der Bildmittelpunkt einfach durch den Schnittpunkt der Diagonalen des Bildes beschrieben wird. Hierzu reicht beispielsweise das Spannen zweier Bindfäden von den sich diagonal gegenüber befindlichen Ecken des Objekts her.

Ist die Bildmitte ermittelt, hält man an diese Stelle einen kleinen Spiegel (Taschenspiegel). Nun richtet man die Kamera so aus, dass sich das Objektiv darin kreisrund mit seiner Frontlinse spiegelt, wenn man durch den Spiegelreflex-Sucher schaut. In diesem Fall sind sowohl Bild- als auch Filmebene parallel.

Erzeugen einer planen Oberfläche

Insbesondere bei Büchern wellt oder wölbt sich das Papier, so dass sich nur ein Teil der Buchseite in der Schärfeebene befindet; Abhilfe schaffen kann eine Glasplatte:

  • Entspiegeltes Glas kann aufgrund seiner leichten Satinierung Brillanz und Schärfe verringern;
  • so genanntes "Antireflex-Glas" aus billigen Bilderrahmen besitzt eine aufgerauhte Oberfläche und streut das Licht, statt es gerichtet zu spiegeln;
  • Handelsübliches Bilderglas verfügt über eine Lichtdurchlässigkeit von etwa 91 Prozent (Transmissionsgrad);
  • interferenzoptisch entspiegeltes Spezialglas verfügt über eine Lichtdurchlässigkeit von bis zu 99 Prozent, der Reflexionsgrad liegt also bei etwa einem Prozent; ein solches Spezialglas bietet beispielsweise Schott mit den Mirograd-Gläsern, die allerdings auch recht kostspielig sind;
  • dünnes Klarglas (Grünstich) ermöglicht die brilliantesten Reproduktionen, erzwingt jedoch einen flachen Beleuchtungswinkel < 45 Grad und einen großen Aufnahmeabstand.

Einen Königsweg gibt es hierbei nicht; für jede Aufnahmesituation muß die jeweils am besten passende Lösung gefunden werden.

Lichtquelle

Studioblitzanlage

Soll ein Bild mit Kunstlicht (typischerweise einer Studioblitzanlage) aufgenommen werden, so braucht man mindestens zwei Lichtquellen gleicher Leuchtstärke, die jeweils an beiden Seiten des Objekts im 45°-Winkel positioniert werden. Besser sind vier, also an jeder Ecke eine.

Bei reflektierenden Oberflächen wie einem Ölgemälde müssen die Lichtquellen mit Polfiltern versehen werden, wobei darauf zu achten ist, dass diese abwechselnd horizontal und vertikal ausgerichtet sein müssen.

Tageslicht

Steht keine Studioblitzanlage und dergleichen zur Verfügung, muss man bei reflektierenden Oberflächen (Ölgemälden) darauf achten, dass keine direkte Lichtquelle auf das Objekt strahlt.

Ein bewährter Trick ist das Fotografieren im Gegenlicht an einer im Schatten liegenden Wand in einem hellen Raum. Die Fenster sollten direktes Sonnenlicht hineinlassen, aber mit weißen Vorhängen oder Laken verhängt sein. Diese natürlichen Lichtquellen dürfen sich aber nicht in zu großer Nähe zur optischen Achse oder gar im endgültigen Bild selber befinden.

Hierbei empfiehlt sich der Einsatz einer Streulichtblende und eines kontrastreichen Films.

Fototechnik

Reprostative (ohne Leuchtmittel und Lampen):

  • Hama RS 18 - für Vorlagen bis DIN A3
  • Hama RS 20 - für Vorlagen bis DIN A3; Säulenhöhe ca. 74,5 cm
  • Kaiser Reproständer RSX 5512 - Säulenhöhe ca. 120 cm, ca. 700 Euro
  • Kaiser RS1 Reproständer - Säulenhöhe ca. 100 cm, ca. 600 Euro

Reproständer mit Buchstütze:

  • Pentacon RG-2

Ausbildung und Berufe

  • Facharbeiter/in - Reproduktionstechnik (Repro-Fotografie) (Berufsbild, PDF-Datei)
  • Druckvorlagenhersteller/in - Reprofotografie (Berufsbild, PDF-Datei)

Netmarks

Quelle und Lizenz

Dieser Artikel basiert auf einem Beitrag aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie, in der Fassung vom 10. Juli 2004 und wurde zuletzt am 21. August 2007 aktualisiert. Der Originalbeitrag steht unter der GNU Free Documentation License (Artikel | Bearbeiten | Diskussion | Backlinks | Drucken).

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