AnmeldungFotonexus Wiki - aktuelle ÄnderungenBeliebte InhalteHeute:Tracker |
Konica Minolta gibt Kamera- und Film-Geschäft auf
[image:9463 align=left border=0 hspace=3 vspace=3 nolink=1 size=thumbnail]Das Fotounternehmen Konica Minolta gab heute überraschend bekannt, sich sowohl aus dem Kamera- als auch aus dem Filmgeschäft vollständig zurückziehen zu wollen. Das bedeutet faktisch das abrupte Ende der Maxxum- bzw. Dynax- und der Dimage-Modellreihen, aber nicht nur das: Es wird auch keine Neuentwicklungen mehr von Konica Minolta geben, die Produktion analoger Filme wird eingestellt und selbst der Kundenservice geht an Sony über. Wie das Unternehmen mitteilte, gehe das Kamerageschäft an die Sony Corporation; zum 31. März 2006 werde Konica Minolta Sony alle Technologien zur Verfügung stellen, die zur Entwicklung digitaler Spiegelreflexkameras erforderlich seien ("[...] decided to transfer a certain portion of Konica Minolta PI's assets related to digital SLR cameras to Sony", [1]). Sony plant, eine DSLR für das Minolta-Objektivsystem herzustellen; Details zu dieser Entwicklung sind bisher nicht bekannt, ebenso wurden Angaben über die wirtschaftlichen Konditionen der Übergabe unterbreitet. Nach März 2006 gehen auch Gewährleistungsansprüche an Sony über. In einer weitere Mitteilung kündigte Konica Minolta an, schrittweise auch die Produktion von fotochemischen Filmen und Minlabs einstellen zu wollen; Kundendienst und Wartung gehe an Unternehmen wie Noritsu Koki Co., Ltd. über. Die dramatische Krise des Unternehmens schließt auch einen rigiden Mitarbeiterabbau ein: 3.700 von derzeit 33.000 Mitarbeitern sollen gekündigt werden; bereits im Oktober 2005 war die Schließung der kanadischen Niederlassung Konica Minolta Photo Imaging Canada, Inc. angekündigt worden. Die verbleibenden Reste des ehemaligen Weltkonzerns will sich zukünftig auf die Büroelektronik konzentrieren und nur noch Druckerteile und Kopierer herstellen. Das Unternehmen ist bei Kopierern die Nummer vier der Branche hinter Canon, Xerox und Ricoh ([2]). Künftig wird sich Konica Minolta neben der Bürotechnik auf medizinische Geräte und Teile für die Display-Fertigung konzentrieren ([3]). Der traditionsreiche Kamerahersteller Minolta zählte über 70 Jahre zu den weltweit führenden Herstellern von Kameras, Objektiven und fotografischem Zubehör. Zu den Errungenschaften des Herstellers zählen zahlreiche zuverlässige Kleinbildkameras, und Minolta zählte auch zu den ersten Anbietern von Digitalkameras: Bereits auf der Photokina 1986 wurde ein Still Video Back für die Minolta 9000 vorgestellt. Minolta entwickelte 1985 auch die erste marktreife Autofokus-Spiegelreflexkamera. Im Bereich der Spiegelreflexkameras war Minolta der weltweit drittgrößte Hersteller – nach Canon und Nikon. Die Wirtschaftswoche erklärt dazu: "Mit Kameras lässt sich momentan nur noch schwer Geld verdienen. Zwar verkaufen sich Digitalkameras bestens, doch die Produktzyklen sind wegen des technischen Fortschritts dermaßen schnell, dass kaum die Entwicklungskosten eingespielt werden können. Dies schaffen nur die ganz Großen der Branche mit entsprechendem Umsatz. Konica-Minolta zählt nicht (mehr) dazu". Im Januar 2003 fusionierte das japanische Unternehmen mit der Konica Corporation zur Konica Minolta Holdings, Inc., mit der das Ziel verfolgt wurde, »die Position beider Gesellschaften zu stärken und die globale Wettbewerbsfähigkeit sowie den Gesamtunternehmenswert zu erhöhen, um schliesslich eine starke Position innerhalb der Branche zu erzielen« (Pressemitteilung vom 07-Jan-2003). Das Produktspektrum umfaßte numehr Digitalkameras, Kleinbildkameras, APS-Kameras, Ferngläser, multifunktionale Officesysteme, Kopiersysteme, Laserdrucker, Faxsysteme, Scanner und Farb- und Lichtmeßsysteme. Die Konica Minolta Gruppe wurde durch die Fusion zum weltweit drittgrößte Hersteller von Fotofilmen und Fotopapier nach Eastman Kodak und Fuji Photo Film. Mitte 2005 informierte Konica Minolta die Öffentlichkeit über Gespräche mit Sony, in denen vereinbart worden sei, gemeinsam digitale Spiegelreflexkameras entwickeln zu wollten – Sony belieferte Konica Minolta bereits seit längerem mit CCD-Sensoren für Digitalkameras. Sony hatte bereits 1981 auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin die Mavica vorgestellt und zählte damit zu den frühesten Anbietern von Digitalkameras. Gleichzeitig ist Sony auch der erste »Quereinsteiger« im Bereich der Digitalkameras, der auf die Kooperation mit einem Traditionshersteller setzte; die Spitzenmodell von Sony verfügen bereits seit einigen Jahren über hochwertige Optiken aus der Fertigung von Carl Zeiss. Mit der fusionierten Konica Minolta verlassen gleich zwei der traditionsreichsten, innovativsten und kundenfreundlichsten Fotounternehmen den Markt. Nur wenige Tage zuvor hatte Nikon bekannt gegeben, den größten Teil seiner analogen Kameramodelle einstellen zu wollen; Kyocera hatte sich bereits Mitte 2005 mit seinen beiden Traditionsfotomarken Yashica und Contax aus dem Fotogeschäft zurückgezogen, und der deutsche Film-, Fotopapier- und Laborhersteller Agfa Photo hatte Insolvenz anmelden müssen. Gleichzeitig drängen globale Konzerne aus dem Elektronik-Segment auf den Fotomarkt; neben Sony zählen vor allem Panasonic, Samsung und Casio zu den neuen Mitbewerbern.
Ähnliche Beiträge |
MonitoringBenachrichtigen bei Änderungen:
Lesezeichen setzenEmpfehlungenExterne VerweiseRessourcenPartner & Freunde: • Kefk Network Fotografie |