Die Plawa-Feinwerktechnik GmbH & Co. KG ist Hersteller, Designer und Lizenznehmer der AgfaPhoto-Kameras. Beim Design der Digitalkameras setzt plawa auf die Erfahrung von Karl-Heinz Rubner, der bereits in den späten 1970er Jahren an der Entwicklung des Agfa Sensor-Auslösers beteiligt war.
Im Interview äußert sich Rubner über die Gedanken, die hinter dem bekannten Agfa Sensor-Punkt stehen, und kommentiert ein wichtiges Kapitel in der Entwicklung der deutschen Fotowirtschaft.
Herr Rubner, Sie waren im Designteam der Agentur, die in den späten 1960er Jahren den Agfa Sensor-Punkt entwickelte. Wie kommt es, dass Sie heute wieder maßgeblich am Design der AgfaPhoto Kameras beteiligt sind?
„Die Designagentur Schlagheck-Schultes entwickelte damals Kameras für Agfa.
Das Entwicklungsteam war schon recht groß und zählte 15 Mitarbeiter. Ich war von 1978 bis 1983 bei Schlagheck-Schultes als Designer angestellt. In den Jahren von 1988 bis 2001 habe ich als selbständiger Designer mit meinem Team sämtliche Digital Imaging Produkte, wie zum Beispiel Scanner, der Marke Agfa gestaltet und entwickelt. Darunter waren auch die ersten Gehversuche mit digitalen Kameras. Der eine oder andere wird sich sicherlich noch an die ePhoto 1280 erinnern. Der jetzige Hersteller und Lizenznehmer der AgfaPhoto Digitalkameras, plawa-feinwerktechnik, sitzt im schwäbischen Uhingen, nur zwölf Kilometer von meinem jetzigen Heimatort Dürnau entfernt. Aber nicht nur die räumliche Nähe, sondern vor allem auch die Verbundenheit zur Marke und den Markenwerten gaben den Ausschlag, mich an der Entwicklung der neuen AgfaPhoto Kameras zu beteiligen. plawa bringt viel Erfahrung mit und verbindet in den neuen Kameras das Beste aus zwei Welten: die gute Idee von damals wird mit der besten Digitaltechnologie von heute noch besser. Ich habe die Herausforderung, den legendären Sensor-Auslöser in die heutige Zeit zu transformieren, freudig angenommen.“
Agfa erfand den Sensor-Auslöser. Wie kam es Ende der 60er Jahre dazu?
„Die deutschen Verbraucher waren damals sehr technikbegeistert. Agfa beschloss seine Marke zu verjüngen. Die Firma Braun mit Dieter Rams als Designleiter war Vorreiter im Bereich Design und entwickelte einen grünen Auslöser für seine Nizo-Kameras. Der farbige Auslöserknopf war also keine Erfindung von Agfa. Der rege Wettstreit der beiden Hersteller und ihrer Designstudios führte schließlich dazu, dass Agfa einen Auslöser entwickelte, der sich nicht nur durch seine Farbe abhob, sondern auch eine neue Funktionalität hatte. So entstand das Alleinstellungsmerkmal von Agfa: das butterweiche, verwacklungsfreie Auslösen.“
Agfa beschritt häufig neue Wege. Was war das Besondere am Sensor?
„Ich möchte dies nicht am Sensor festmachen. In den 70er Jahren bot der Marktführer Rollei Kameras mit sehr guten Objektiven an, die jedoch relativ kompliziert zu bedienen waren. Das Design der Rollei 35T war klassisch. Das Gehäuse bestand aus drei separaten Metallschalen. Agfa verfolgte zur gleichen Zeit eine völlig andere Entwicklungsstrategie. Für die Agfa Optima 1035 wurde zum Beispiel ein zweischaliges Kunststoffgehäuse entwickelt, das mit lediglich einer speziell gestalteten Schraube auskam. Alle anderen Verbindungen waren geclipst, wodurch die Kamera nicht nur leichter wurde, sondern auch einfacher und kostengünstiger hergestellt werden konnte. Man investierte in komplexe Werkzeuge und konnte dadurch die Stückkosten bei hohen Stückzahlen signifikant reduzieren. Gute Kameras für eine breite Konsumentenbasis zu entwickeln, war das Ziel und ist auch heute wieder das Ziel von AgfaPhoto.“
Kameras von Agfa sprachen eine neue Zielgruppe an, welche?
„Agfa erreichte eine deutlich breitere Zielgruppe als seine Wettbewerber. Fotografie wurde in den 70ern vom Expertenhobby zum Freizeitspaß für alle. Die Bedienung von Agfa Kameras wurde immer weiter vereinfacht. Mit nur einem Bedienteil konnte der Nutzer auslösen, transportieren oder den Film zurückspulen. Qualitativ gute Kameras zu niedrigeren Preisen herzustellen, erreichte Agfa durch viele Innovationen in der Produktentwicklung. Der Verkaufspreis für die Agfa Optima konnte damals rund 75 Euro - oder richtiger gesagt 150 DM - unter einer vergleichbaren Rollei angesetzt werden. Das war ein weiterer Grund dafür, dass Agfa schnell größere Stückzahlen als der Wettbewerb verkaufte.“
Herr Rubner, die Konkurrenz rätselte damals wie der Sensorpunkt funktioniert. Was können Sie dazu verraten?
„Je länger der Auslöseweg, desto größer ist die Gefahr des Verwackelns. Eine lange Fingerbewegung führt dazu, dass die Kamera sich in der Hand unmerklich dreht. Der Sensor-Auslöser verkleinerte diese Drehbewegung und wirkte dadurch gewissermaßen als mechanischer Bildstabilisator. Unter dem klassischen roten Sensor-Auslöser steckte eine rein mechanische Lösung, denn die Elektronik befand sich gerade erst in den Anfängen. Mit ausgeklügelter Mechanik aus Hebeln und Federn reduzierten wir den Auslöseweg des Sensors in der letzten Ausbaustufe auf circa 0,5 Millimeter.“
Was sind die Unterschiede zwischen einem normalen Auslöser und dem Sensor in aktuellen Digitalkameras?
„Neben dem kürzeren Auslöseweg ist der Hauptunterschied das großflächige und verwacklungsfreie Auslösen. Viele aktuelle Kameras haben einen sehr kleinen, kippeligen und oft schlecht geführten Auslöseknopf und können dadurch nicht sicher nach unten ausgelöst werden, sondern kippeln bei etwas schrägem Druck sehr leicht, was in der Regel ein verwackeltes Bild zur Folge hat. Der Sensor-Auslöser hatte früher einen Durchmesser von circa 16 Millimetern. Heute hat er sich den kleineren Kamera-Abmessungen angepasst und ist mit 14 Millimetern immer noch deutlich größer als bei anderen aktuellen Digitalkameras. Der kurze Auslöseweg mit weniger als 0,3 Millimetern sowie die deutliche Funktions-Rückkoppelung sorgen für ein besonders verwacklungsfreies Auslösen. Ich selbst nehme die AgfaPhoto Kameras immer wieder gerne in die Hand, um den Unterschied zu spüren.“
Von 1969 bis zur Einstellung der Kameraproduktion bei Agfa im Jahr 1983 wurde der mechanische Sensor eingesetzt. Heute wird elektronisch ausgelöst. Warum?
„In den 70er Jahren gab es noch keine elektronischen Schalter. Elektronik und Sensorik waren noch völlig neue Technologien. Die mechanische Hebellösung war die Vorwegnahme einer Entwicklungsidee, die damals simulierte, was erst heute technisch möglich ist. Wir können jetzt Realität werden lassen, was wir uns damals gewünscht hatten. Der Sensor-Auslöser wurde deshalb nicht einfach übernommen, sondern auf den aktuellen Stand der Technik gebracht, sozusagen in die heutige Zeit transformiert. Er ist die Vollendung des Gedankens von damals.“
Weshalb würden Sie selbst eine AgfaPhoto sensor Kamera kaufen?
„Auch die neuen AgfaPhoto sensor Kameras bieten sehr gute Technik zu einem guten Preis. Zusätzlich haben sie den Sensor-Auslöser, sozusagen als unbezahlte Extra-Ausstattung. Er hat eine ganz besondere Haptik, schmiegt sich vollflächig an den Finger und ist weich und dennoch präzise zu bedienen. Zudem hilft seine Bauart, Verwacklungen zu vermeiden. Der Auslöser ist fugenlos ins Kameragehäuse integriert und dadurch komplett staubdicht. Kameras werden heute oft ohne Schutztasche in den Rucksack oder die Tasche gepackt. AgfaPhoto sensor Kameras sind dort geschützt und können nicht versehentlich ausgelöst werden. Außerdem haben sie mit dem roten Punkt eine sehr wirksame visuelle Bedienerführung eingebaut. Jedem Erstnutzer ist auf einen Blick klar, auf welchen Knopf zum Fotografieren gedrückt werden muss. Das macht die Bedienung der Sensor-Kameras sehr intuitiv.“
Quelle
Informationsbüro AgfaPhoto Digitalkameras - Panama PR GmbH, Juni 2008
Agfa erfand den Sensor-Auslöser. Wie kam es Ende der 60er Jahre dazu?
„Die deutschen Verbraucher waren damals sehr technikbegeistert. Agfa beschloss seine Marke zu verjüngen. Die Firma Braun mit Dieter Rams als Designleiter war Vorreiter im Bereich Design und entwickelte einen grünen Auslöser für seine Nizo-Kameras. Der farbige Auslöserknopf war also keine Erfindung von Agfa. Der rege Wettstreit der beiden Hersteller und ihrer Designstudios führte schließlich dazu, dass Agfa einen Auslöser entwickelte, der sich nicht nur durch seine Farbe abhob, sondern auch eine neue Funktionalität hatte. So entstand das Alleinstellungsmerkmal von Agfa: das butterweiche, verwacklungsfreie Auslösen.“
Agfa beschritt häufig neue Wege. Was war das Besondere am Sensor?
„Ich möchte dies nicht am Sensor festmachen. In den 70er Jahren bot der Marktführer Rollei Kameras mit sehr guten Objektiven an, die jedoch relativ kompliziert zu bedienen waren. Das Design der Rollei 35T war klassisch. Das Gehäuse bestand aus drei separaten Metallschalen. Agfa verfolgte zur gleichen Zeit eine völlig andere Entwicklungsstrategie. Für die Agfa Optima 1035 wurde zum Beispiel ein zweischaliges Kunststoffgehäuse entwickelt, das mit lediglich einer speziell gestalteten Schraube auskam. Alle anderen Verbindungen waren geclipst, wodurch die Kamera nicht nur leichter wurde, sondern auch einfacher und kostengünstiger hergestellt werden konnte. Man investierte in komplexe Werkzeuge und konnte dadurch die Stückkosten bei hohen Stückzahlen signifikant reduzieren. Gute Kameras für eine breite Konsumentenbasis zu entwickeln, war das Ziel und ist auch heute wieder das Ziel von AgfaPhoto.“
Kameras von Agfa sprachen eine neue Zielgruppe an, welche?
„Agfa erreichte eine deutlich breitere Zielgruppe als seine Wettbewerber. Fotografie wurde in den 70ern vom Expertenhobby zum Freizeitspaß für alle. Die Bedienung von Agfa Kameras wurde immer weiter vereinfacht. Mit nur einem Bedienteil konnte der Nutzer auslösen, transportieren oder den Film zurückspulen. Qualitativ gute Kameras zu niedrigeren Preisen herzustellen, erreichte Agfa durch viele Innovationen in der Produktentwicklung. Der Verkaufspreis für die Agfa Optima konnte damals rund 75 Euro - oder richtiger gesagt 150 DM - unter einer vergleichbaren Rollei angesetzt werden. Das war ein weiterer Grund dafür, dass Agfa schnell größere Stückzahlen als der Wettbewerb verkaufte.“
Herr Rubner, die Konkurrenz rätselte damals wie der Sensorpunkt funktioniert. Was können Sie dazu verraten?
„Je länger der Auslöseweg, desto größer ist die Gefahr des Verwackelns. Eine lange Fingerbewegung führt dazu, dass die Kamera sich in der Hand unmerklich dreht. Der Sensor-Auslöser verkleinerte diese Drehbewegung und wirkte dadurch gewissermaßen als mechanischer Bildstabilisator. Unter dem klassischen roten Sensor-Auslöser steckte eine rein mechanische Lösung, denn die Elektronik befand sich gerade erst in den Anfängen. Mit ausgeklügelter Mechanik aus Hebeln und Federn reduzierten wir den Auslöseweg des Sensors in der letzten Ausbaustufe auf circa 0,5 Millimeter.“
Was sind die Unterschiede zwischen einem normalen Auslöser und dem Sensor in aktuellen Digitalkameras?
„Neben dem kürzeren Auslöseweg ist der Hauptunterschied das großflächige und verwacklungsfreie Auslösen. Viele aktuelle Kameras haben einen sehr kleinen, kippeligen und oft schlecht geführten Auslöseknopf und können dadurch nicht sicher nach unten ausgelöst werden, sondern kippeln bei etwas schrägem Druck sehr leicht, was in der Regel ein verwackeltes Bild zur Folge hat. Der Sensor-Auslöser hatte früher einen Durchmesser von circa 16 Millimetern. Heute hat er sich den kleineren Kamera-Abmessungen angepasst und ist mit 14 Millimetern immer noch deutlich größer als bei anderen aktuellen Digitalkameras. Der kurze Auslöseweg mit weniger als 0,3 Millimetern sowie die deutliche Funktions-Rückkoppelung sorgen für ein besonders verwacklungsfreies Auslösen. Ich selbst nehme die AgfaPhoto Kameras immer wieder gerne in die Hand, um den Unterschied zu spüren.“
Von 1969 bis zur Einstellung der Kameraproduktion bei Agfa im Jahr 1983 wurde der mechanische Sensor eingesetzt. Heute wird elektronisch ausgelöst. Warum?
„In den 70er Jahren gab es noch keine elektronischen Schalter. Elektronik und Sensorik waren noch völlig neue Technologien. Die mechanische Hebellösung war die Vorwegnahme einer Entwicklungsidee, die damals simulierte, was erst heute technisch möglich ist. Wir können jetzt Realität werden lassen, was wir uns damals gewünscht hatten. Der Sensor-Auslöser wurde deshalb nicht einfach übernommen, sondern auf den aktuellen Stand der Technik gebracht, sozusagen in die heutige Zeit transformiert. Er ist die Vollendung des Gedankens von damals.“
Weshalb würden Sie selbst eine AgfaPhoto sensor Kamera kaufen?
„Auch die neuen AgfaPhoto sensor Kameras bieten sehr gute Technik zu einem guten Preis. Zusätzlich haben sie den Sensor-Auslöser, sozusagen als unbezahlte Extra-Ausstattung. Er hat eine ganz besondere Haptik, schmiegt sich vollflächig an den Finger und ist weich und dennoch präzise zu bedienen. Zudem hilft seine Bauart, Verwacklungen zu vermeiden. Der Auslöser ist fugenlos ins Kameragehäuse integriert und dadurch komplett staubdicht. Kameras werden heute oft ohne Schutztasche in den Rucksack oder die Tasche gepackt. AgfaPhoto sensor Kameras sind dort geschützt und können nicht versehentlich ausgelöst werden. Außerdem haben sie mit dem roten Punkt eine sehr wirksame visuelle Bedienerführung eingebaut. Jedem Erstnutzer ist auf einen Blick klar, auf welchen Knopf zum Fotografieren gedrückt werden muss. Das macht die Bedienung der Sensor-Kameras sehr intuitiv.“
Quelle
Informationsbüro AgfaPhoto Digitalkameras - Panama PR GmbH, Juni 2008