Interview

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›Die Vollendung eines Designauftrags‹

Die Plawa-Feinwerktechnik GmbH & Co. KG ist Hersteller, Designer und Lizenznehmer der AgfaPhoto-Kameras. Beim Design der Digitalkameras setzt plawa auf die Erfahrung von Karl-Heinz Rubner, der bereits in den späten 1970er Jahren an der Entwicklung des Agfa Sensor-Auslösers beteiligt war.

Im Interview äußert sich Rubner über die Gedanken, die hinter dem bekannten Agfa Sensor-Punkt stehen, und kommentiert ein wichtiges Kapitel in der Entwicklung der deutschen Fotowirtschaft.  weiter »


Der Japaner Nobuyoshi Araki verteidigt im ZEITmagazin LEBEN seine Fotos nackter gefesselter Frauen, die ihn zu einem der bekanntesten Fotografen der Welt gemacht haben:

"Ein Foto von einem Menschen zu machen bedeutet den Austausch von Energie. Ein Mensch, den ich fotografiere, gibt mir etwas von seiner Energie, im Gegenzug gebe ich etwas von meiner. Jede Frau, die zu mir kommt und inszeniert werden möchte, hat ihre eigene Geschichte, und ich helfe ihr dabei, sie zu entwickeln. Es geht um Dinge, die sie vielleicht versteckt, von denen sie gar nichts weiß oder nicht wissen will. Und ich versuche, diese zutage zu fördern. Sex gehört für mich zu einer Fotosession wie das Laden der Kamera mit einem Film. Doch die Models bestimmen selbst, was geschieht; so bestimmen sie auch den Inhalt der Bilder. Auf den Betrachter mögen die Frauen wie Opfer wirken, aber mein Ideal ist es, dass ich mich am Ende selbst als Opfer erlebe, weil ich von ihnen gefesselt bin".
"Bilder von Fesselungspraktiken, in der westlichen Welt Bondage genannt", erinnerten Araki an "Gepäckstücke, die man zusammenbindet. Eine sehr materialistische Konnotation. Kinbaku hingegen, wie die Kunst der erotischen Fesselung in Japan heißt, ist eher etwas Metaphysisches. Bondage ist, jemanden gefangen zu halten. Kinbaku ist wie eine Umarmung, ein Akt der Liebe. Ich fessele den Körper, aber nicht die Gefühle. Die erotische Ausstrahlung einer Frau ist für mich in ihrem Gesicht ablesbar. Deshalb habe ich in letzter Zeit überwiegend Porträts fotografiert. Ich habe praktisch alle mir bekannten sexuellen Fantasien auf diese Weise verwirklicht".

Araki weiter: "Jedes Mal, wenn ich ein Foto mache, gibt es unmittelbar danach einen Moment, in dem die Aufregung in Befriedigung umschlägt - aber das ist nur ein flüchtiger Augenblick. Die Zeit vergeht, das Gefühl verfliegt. Deshalb versuche ich, dieses Gefühl in den Abzügen der Fotos festzuhalten. Es kommt mir vor, als sei die Kamera ein Teil meines Körpers geworden, wie meine Finger es sind".  weiter »

cover of Nobuyoshi Araki: Self, Life, DeathNobuyoshi Araki: Self, Life, Death
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cover of Araki: Tokyo Lucky HoleAraki: Tokyo Lucky Hole
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cover of Araki meets HokusaiAraki meets Hokusai
author: Veit Görner,Frank-Thorsten Moll
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Professor F. C. Gundlach, bedeutendster deutscher Modefotograf der Nachkriegszeit, der mit seinem fotografischen Werk selbst ein Stück Modegeschichte geschrieben hat, hält die deutsche Fotografie im internationalen Vergleich für unterbewertet.

"Es gibt einen erheblichen Nachholbedarf über die Einschätzung der deutschen Fotografie im Ausland", so Gundlach in einem Interview mit Redbox.de.

Erste Ansätze, dass auch mit digitaler Technik genuine Kunstwerke entstehen können, würden sich jetzt in der Arbeit von Künstlern wie Thomas Demand u.a. abzeichnen. Generell ist Gundlach überzeugt, "dass das statische Bildmedium Fotografie neben allen sich bewegenden elektronischen Medien Bestand haben wird".  weiter »

Der britische Magnum-Fotograf Martin Parr gilt als einer der einflussreichsten Fotografen der Gegenwart. Die meisten der politisch korrekten Fotografen halte er für "furchtbare Langweiler", sagt er der Wochenzeitung Die Zeit. Ihm sei "das Zwittrige lieber, das Ambivalente. Ich will nicht einfach der good guy oder der bad guy sein, das wäre mir zu einfach".

Parr: "Nennen Sie mich ruhig einen Prostituierten, das stört mich nicht. Wenn das Geld stimmt, dann lasse ich mich auch kaufen, so wie jetzt in Dubai, wo ich für Louis Vuitton fotografiert habe. Ich finde nicht, dass daran etwas verwerflich ist. Auch Becher-Schüler wie Andreas Gursky haben Werbung gemacht, als sie noch nicht so berühmt waren. Und warum auch nicht, das ist schnell verdientes Geld, mit dem kann ich dann andere Dinge finanzieren, meine Buchprojekte zum Beispiel".

Parr, der schon mit 13 Jahren wusste, dass er Fotograf werden wollte und dessen frühe Fotos oft das triste Alltagsleben der Unter- und Mittelschicht zeigten, hat jetzt den Reichtum für sich entdeckt: "Diesen ungeheuren Luxus, den die Welt hervorbringt". Er möchte sich jetzt mit dem beschäftigen, was gerade entsteht. "Und natürlich sind Orte wie Dubai so großartig paradox, man muss sie einfach fotografieren. Wohl nirgendwo sonst ist der Abstand zwischen Image und Wirklichkeit größer als dort".  weiter »

Die französische Aktfotografin Bettina Rheims, 56, sieht ihre Arbeit als eine Art Kampf gegen die berühmten fotografierten Frauen.

»Man hat diese Menschen schon so oft gesehen, und du musst ihnen ein neues Bild abringen, gegen ihr Image, manchmal gegen ihren Willen. Sie wollen ihr Bild kontrollieren. Aber an einem Punkt müssen sie die Kontrolle abgeben, sonst wird nichts passieren. Manchmal denke ich, ich mache wirklich harte Männerarbeit, nicht wegen meines Blicks auf die Dinge, sondern weil es physisch so hart ist. Morgens ziehe ich meine Kampfschuhe an und fühle mich wie mein Großvater, als er in den Ersten Weltkrieg zog«, sagt sie dem ZEITmagazin Leben.

Rheims selbst hält sich für »nicht schön, aber ich finde mich okay«. Das Altern sei nicht lustig, »aber ich versuche, mich gut zu halten. Wenn ich eine dicke alte Frau werden würde, müsste ich mit diesem Beruf aufhören".  weiter »

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