Spezialkamera

KategorienGeschichte

Frühgeschichte der fotografischen Spezialkameras

Bereits in der Frühzeit der Fotografie wurden eine Reihe von Spezialkameras entwickelt.
Chronofotografie
Reihenbildkamera (»photographisches Gewehr«)

Der französische Physiologe Étienne Jules Marey (* Beaune 1830, † Paris 1904) entwickelte zur Erforschung tierischer Bewegungsabläufe mit Hilfe der Fotografie zahlreiche Verfahren, wobei er im Gegensatz zu seinen Vorgängern stets mit einer Kamera statt mit mehreren in Reihe nebeneinander aufgestellten Apparaten arbeitete.

Am bekanntesten wurde seine 1882 konstruierte und 1890 patentierte gewehrähnliche und deshalb als photographisches Gewehr bezeichnete Kamera zur Aufnahme von Reihenbildern; diese Erfindung war gleichzeitig auch die erste funktionsfähige Filmkamera der Welt.

Für sie verwendete er die von George Eastman entwickelten Rollfilme (1884, 1889), zunächst den Papierfilm, später den Zelluloidfilm. 1893 erhielt er ein Patent auf einen Projektor zur Vorführung der mit der chronophotographischen Kamera produzierten Filmstreifen. Kamera und Projektor waren die unmittelbaren Vorläufer der modernen Filmkameras und Kinoprojektoren.

Durch schnelle Folgen von 50-60 Bildern pro Sekunde bei der Aufnahme und einer Wiedergabegeschwindigkeit von etwa 10 Bildern pro Sekunde konnte Marey erstmals einen Zeitlupeneffekt erzielen.

Eine Weiterentwicklung der Chronofotografie ist die heutige Hochgeschwindigkeitsfotografie, eine andere der Kinofilm.
Stereofotografie

Die Stereofotografie ist seit etwa 1851 verbreitet; in diesem Jahr brachte J. Dubosq ein Stereoskop auf den Markt; ein zweiäugiges Stereoskop entwickelte D. Brewster 1847, das in einer von O. W. Holmes verbesserten Fassung um 1860 auf den Markt kam.

Eine Weiterentwicklung der raum-wiedergebenden Stereofotografie ist die Holografie.
Mikrofotografie

Die von dem amerikanischen Erfinder George Eastman (* Waterville [N. Y.] 1854, † Rochester [N. Y.] 1932) in Rochester (N. Y.) 1880 gegründete Eastman Kodak Co. entwickelte 1928 unter der Bezeichnung "Recordak" ein industrielles Verfahren zur Mikroverfilmung, mit dem Dokumente photographisch stark verkleinert werden können.

Da bei der Archivierung von mikroverfilmtem Schriftgut eine Raumeinsparung bis zu 98% möglich ist, werden Mikroformen zunehmend in Archiven, Bibliotheken u.ä. verwendet.

So stellte die 1835 gegründete amerikanische Tageszeitung The New York Herald Tribune als eine der ersten Zeitungen 1935 ihr Archiv mit den 100 ersten Jahrgängen des Blattes, das einen Raum von über 5000 Kubikmetern beansprucht hatte, auf Mikrofilm (Rollfilm) um und kam nun mit einem normalen Bücherschrank aus.

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