Kamera

KategorienGeschichte

Frühgeschichte der fotografischen Kamera

Die Kamera (lat. camera, "die Kammer") bildet den Kern der fotografischen Apparatur; im einfachsten Falle besteht sie nur aus einer dunklen Kammer mit einem Loch; das ist das Prinzip der Camera obscura und der Lochkamera. Auf alle anderen Komponenten kann diese einfachste Form verzichten.

Die frühste Form einer Kamera ist die Camera obscura; dieses Gerät ist nicht photo-graphisch, da sie kein Bild schreibt: Sie verfügt noch nicht über einen Speicher für das Bild.

Die wichtigsten Komponenten einer Kamera sind neben dem Gehäuse selbst das Objektiv mit der Blende und einer bestimmten Brennweite sowie der Verschluss. Im oder am Gehäuse befindet sich der Speicher für das Bild; dabei können grundsätzlich drei Formen unterschieden werden, der Plattenspeicher, der Filmspeicher sowie der Elektronische Speicher; letzterer kann nur diskrete Daten aufzeichnen, setzt also eine Zerlegung des Bildes voraus.
Plattenkameras: Anfänge des Kamerabaus

Um 1839 basierten alle Kameras auf den Bauplänen der Camera obscura, die ab etwa 1825 um eine Prismenlinse ergänzt worden war.

Siehe Plattenkameras: Anfänge des Kamerabaus - Übersicht zu Schiebekastenkameras, Balgenkameras sowie Klapp- und Schiebekameras.
Weitere frühe Bauformen

1840 wurde die Voigtländer-Kamera vorgestellt; im selben Jahr konstruierte Alexander S. Walcott eine Hohlspiegelkamera.

Weitere Meilensteine des frühen Kamerabaus:
ab 1840: Schiebekastenkameras
ab 1841: Ganzmetallkameras (z.B. von P. W. F. Voigtländer)
ab 1850: Magazinkameras (z.B. von Marcus Sparling) und Balgenkameras (z.B. Voigtländer Reisekamera Typ A)
ab 1851: Stereokameras (z.B. von Jules Dubosq)
ab 1853: Klappkameras (z.B. von Thomas Ottewil)
ab 1959: Topografische Kameras (z.B. von Aimé Lausedat)
ab 1961: Einäugige Spiegelreflexkameras (z.B. von Thomas Sutton)
ab 1873: Kameras für Farbfotografie (z.B. von L. Ducos du Hauron)
ab 1880: Detektivkameras (z.B. »Detective« von Thomas Bolas) und Handkameras (z.B. »Simplex Kamera« von Dr. Krügener)
ab 1881: Zweiäugige Spiegelreflexkameras (z.B. »Academy« von Marion & Co.)
ab 1882: Miniaturkameras (z.B. »Chambre automatique« von Adolphe Bertsch oder »Kombi« von Alfred Kemper)
ab 1885: Geheimkameras (z.B. »Stirns« von R. D. Gray oder »Ben Akiba« von E. Kronke und A. Lehmann) und Spreizenkameras (z.B. »Eclipse« von J. Shew oder »Ango« von C. P. Goerz) sowie Klappkameras in Serienproduktion (z.B. »The Instantograph« von
Lancaster & Son)
ab 1887: Buchkameras (z.B. von George Lowdon oder »Vega« von Vega SA)
ab 1888: Rollfilm-Kameras (»Kodak No. 1« von Eastman)
ab 1890: Panoramakameras (»No. 1 Panorama Kodak« von Eastman) und Opernglaskameras (z.B. »Photo-Jumelle« von Jules Carpentier)
ab 1895: Standartenkameras (z.B. von George Houghton)
ab 1897: Rollfilm-Klappkameras (»Folding Pocket Kodak« von Eastman) und kombinierte Rollfilm- und Plattenkameras (»No. 4 Cartridge Kodak« von Eastman)
ab 1900: Volks- und Schnappschusskameras (»Brownie« von Eastman) und Briefmarkenkameras (ICA) sowie Reporterkameras (z.B. »Tropenkamera« von Ernemann)
ab 1903: Westentaschenkameras (z.B. »Block notes« von Gaumont & Cie)
Handkameras: Industrialisierung des Kamerabaus

Mit der Einführung der Gelatine-Trockenplatten (1871) wurden die Belichtungszeiten kürzer, so daß nun leichtere und handlichere Plattenkameras hergestellt wurden, mit denen man aus der Hand, d.h. ohne Stativ, fotografieren konnte.

Siehe Handkameras: Industrialisierung des Kamerabaus - Übersicht zu Detektivkamera (1881) und Kodak Nr. 1 (1888).

Weitere Meilensteine des industriellen Kamerabaus:
ab 1913: Kleinbildkameras für 35 mm-Film (Prototyp der Ur-Leica; Serienfertigung ab 1925)
ab 1929: Zweiäugige Rollfilm-Spiegelreflexkameras (»Rolleiflex« von Franke & Heidecke)
ab 1933: Spiegelreflexkameras für 35 mm-Film (z.B. »Kine-Exakta« von Ihagee)
ab 1934: Federwerk-Kameras (»Robot« von Berning)
ab 1936: Kleinstbildkameras für 8x11 mm-Film (»Minox«)
ab 1948: Sofortbild- bzw. Schnellentwicklungskameras (»Polaroid Land Camera 95« von Polaroid Corp.)
ab 1956: Wechselmagazkameras (z.B. »Adox 300« von Adox)
ab 1960: Motorkameras (»Iloca Electric« von Iloca Camerawerke)
ab 1977: Autofokus-Kompaktkameras (Konica C35AF von Konishiroku)
ab 1985: Autofokus-Kleinbildspiegelreflexkameras (»Minolta 7000«)
ab 1981: Digitalkameras (»Mavica« von Sony).
Erste Kleinbildkameras

In der langen Entwicklungszeit der fotografischen Kamera wurden aus den mehrere Kilogramm schweren, unförmigen Fotokästen der fotografischen Frühzeit immer kleinere, leichtere und komfortablere Kameras.

Siehe Entstehung der Kleinbildkameras: Übersicht zu den ersten Kleinbildkameras - Leica (1913/1925).
Frühe Spezialkameras

Siehe Frühgeschichte der fotografischen Spezialkameras: Übersicht zu frühen Entwicklungen in der Chronofotografie, Stereofotografie und Mikrofotografie.

Weitere Meilensteine des Spezialkamerabaus:
ab 1851: Stereokameras (z.B. von Jules Dubosq)
ab 1959: Topografische Kameras (z.B. von Aimé Lausedat)
ab 1880: Detektivkameras (z.B. »Detective« von Thomas Bolas) und Handkameras (z.B. »Simplex Kamera« von Dr. Krügener)
ab 1882: Miniaturkameras (z.B. »Chambre automatique« von Adolphe Bertsch oder »Kombi« von Alfred Kemper)
ab 1885: Geheimkameras (z.B. »Stirns« von R. D. Gray oder »Ben Akiba« von E. Kronke und A. Lehmann)
ab 1887: Buchkameras (z.B. von George Lowdon oder »Vega« von Vega SA)
ab 1890: Panoramakameras (»No. 1 Panorama Kodak« von Eastman) und Opernglaskameras (z.B. »Photo-Jumelle« von Jules Carpentier)
Weitere Entwicklungen

Nach 1960 hielt die Elektronik auch in der Photographie Einzug. Die photographische Kamera entwickelte sich zu einer vollautomatischen Kamera, da durch elektronische Ausstattungen die wesentlichen Kamerafunktionen (Belichtungszeit, Blendenöffnung, Scharfeinstellung u.a.) automatisiert wurden.

Die kompakten Kasten- oder Boxkameras hatten zur Popularisierung der Amateurphotographie beigetragen. Aber nicht jedem Amateur gelang es reibungslos, den Rollfilm in die Boxkamera einzulegen und nach Belichtung wieder herauszunehmen, ohne daß es zum Lichteinfall kam. Diesem Umstand trug die Eastman Kodak Company durch Entwicklung eines neuen Filmladesystems Rechnung: 1963 ersetzte sie den Rollfilm durch die Kodapak-Kassette und lieferte für sie eine Serie von "Instamatic"Kameras. Die Instamatic wurde innerhalb von fünfzehn Jahren zur erfolgreichsten Kamera der Photogeschichte.
Solarkamera

Abbildung: Solarkamera »Jupiter«, Nashville, Tennessee, Gelatine -Silberdruck ca. 1866.

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