2002 – 1997

Rückblick auf fünf Jahre Consumer-Digitalfotografie.

  • Canon PowerShot 600 (ab 1996),
  • Nikon E-100 (Coolpix 100, ab 1997).

Digitale Kameras im engeren Sinne gibt es etwa seit Mitte der 80er Jahre; zu den frühen Anbietern aus dieser Zeit zählten Canon, Casio, Minolta, Nikon, Fujifilm und Konica; welche Produkte damals anageboten wurden, kann im Detail in unserer Chronologie der Digitalkameras nachgelesen werden. Drei Merkmale waren jedoch all diesen Digitalkameras gemein:

  • Sie waren extrem teuer,
  • sie hatten eine geringe Auflösung, die weit von der Qualität von Kleinbildfilm entfernt war und
  • sie wurden nur in geringen Stückzahlen produziert und verkauft.

Das änderte sich vor ziemlich genau fünf Jahren, in der Zeit um 1996/97:

  • Es wurden Kameras in Preisregionen angeboten, die Privatanwender bezahlen konnten;
  • die Digitaltechnik war mittlerweile so weit entwickelt, dass in kompakten Gehäusen CCD-Sensoren mit einer Auflösung von etwa 500.000 Pixeln sowie die dazugehörige Steuerelektronik und Datenspeicher in kompakten Gehäusen untergebracht werden konnten;
  • die Auflösung dieser Kameras reichte für kleinformatige Ausdrucke oder Ausbelichtungen bis etwa 9 x 13 cm (vgl. Leistungsklasse unter 1 Megapixel).

Konsumenten begannen, diese Produkte zu kaufen, die Foto-Fachpresse begann sich mit Digitalfotografie auseinanderzusetzen und die Marktanteile der Digitalkameras begannen zu wachsen - das Marktsegment der Consumer-Digitalkameras war entstanden.

Seit etwa 1996/97 beschäftigen sich auch Computerzeitschriften mit Digitalfotografie, so beispielsweise die c't, PC Professionell und CHIP Special mit jährlich erscheinenden Sonderheften zum Thema "Digitale Fotografie & Bildbearbeitung". Einige Beispiele:

c't

Die ersten c't-Artikel zur Digitalfotografie stammen aus dem Jahr 1996.

http://www.kefk.net/Fotografie/Geschichte/Rückblick(e)/1997-2002/Abbildungen/14_small.jpg http://www.kefk.net/Fotografie/Geschichte/Rückblick(e)/1997-2002/Abbildungen/11_small.jpg http://www.kefk.net/Fotografie/Geschichte/Rückblick(e)/1997-2002/Abbildungen/19_small.jpg

Ausgabe 14/1998 Ausgabe 11/2000 Ausgabe 19/2001

PC Professionell

Die PC Professionell widmete Digitalkameras erstmals 1997 einen grösseren Bericht.

http://www.kefk.net/Fotografie/Geschichte/Rückblick(e)/1997-2002/Abbildungen/05_small.jpg http://www.kefk.net/Fotografie/Geschichte/Rückblick(e)/1997-2002/Abbildungen/05-p158_small.jpg http://www.kefk.net/Fotografie/Geschichte/Rückblick(e)/1997-2002/Abbildungen/08_small.jpg

Ausgabe 05/1997 Ausgabe 08/2000

http://www.kefk.net/Fotografie/Geschichte/Rückblick(e)/1997-2002/Abbildungen/03_small.jpg http://www.kefk.net/Fotografie/Geschichte/Rückblick(e)/1997-2002/Abbildungen/08_small.jpg http://www.kefk.net/Fotografie/Geschichte/Rückblick(e)/1997-2002/Abbildungen/01_small.jpg

Ausgabe 03/2001 Ausgabe 08/2001 Ausgabe 01/2002

Ein Beispiel für Digitalkameras aus den Jahren 1996/97 ist die erste Kamera aus Canons PowerShot-Serie, die PowerShot 600, die beispielsweise im fotoMAGAZIN, Ausgabe 1/96, vorgestellt wurde.

http://www.kefk.net/Fotografie/Geschichte/Rückblick(e)/1997-2002/Abbildungen/1996_power600_l.jpg

Neben der PowerShot-Serie entstanden 1996/97 auch weitere Produktlinien, die bis heute fortgeführt werden; beispielsweise führte Nikon 1997 mit der E-100 die E-Serie ein, die auch als Coolpix-Serie bekannt ist.

Nach fünf Jahren Consumer-Digitalfotografie zeichnen sind einige Entwicklungen ab:

  • Digitalkameras mit Wechselobjektiven und Gehäuse in SLR-Bauform werden zahlreicher und preiswerter - und damit langsam auch für den Consumer-Bereich interessant. In den Leserbrief-Rubriken der Fotozeitschriften und einschlägigen Internet-Foren wird die Forderung der Fotografen nach SLR-Digitalkameras mit Wechselobjektiven sehr deutlich artikuliert. Aktuelle Beispiele für die ersten digitalen SLR-Kameras im Preissegment von unter EUR 5.000 sind die Nikon D100 und die Canon EOS D60.
  • Bei kompakten Digitalkameras scheint die Auflösung im Bereich von vier bis fünf Megapixeln zu stagnieren. Anscheinend hat die Industrie beschlossen, dass die 4 Megapixel-Leistungsklasse und vielleicht auch noch die 5 Megapixel-Leistungsklasse für die Zielgruppe der Knipser und Amateure ausreicht, Kompaktkameras mit höheren Auflösungen scheinen bis auf weiteres nicht entwicklet zu werden. In diesen Leistungsklassen reicht die Auflösung der Kamera für Abzüge in hoher Qualität bis etwa zum Format 20 x 30. Diese Entscheidung ist grundsätzlich auch sinnvoll, da hier die mechanische und optische Qualität der Kamera die Bedeutung der Auflösung überwiegt. Auch bei Kleinbild-Kompaktkameras sind i.d.R. keine ansprechenden Vergrösserungen über das Format 20 x 30 cm hinaus möglich, von einigen Ausnahmen mit hochwertiger Optik einmal abgesehen (z.B. die Yashica T5 mit Carl Zeiss T* Tessar und die Luxuskamera Minolta TC-1).
  • Neben digitalen Kompaktkameras entwickelt sich ein noch sehr heterogenes Low-end-Segment, bestehend ultrakompakten Pen-Cams (z.B. vom Anbieter Aiptek), Webcams, Kameramodulen für PDAs, Smartphones mit integrierten Kameras und Technik-Gadgets wie die Wristwatch-Kameras (WQV-Serie) von Casio. Ob sich diese digitalen Sonderformen jedoch am Markt durchsetzen erscheint zumindest fraglich.
  • Bei der Entwicklung der Benutzer-Interfaces und der Ausstattung haben sich erste de-facto "Standards" herausgebildet; so gibt es beispielsweise keine Digitalkameras mehr ohne Farbdisplay, bei höherwertigen Modellen ist das Display zusätzlich ausklappbar oder das Gehäuse beweglich. Ein Blitz ist in nahezu alle Kameras integriert und es gibt mehr Modelle, die über einen Standard-Blitzschuh verfügen. Die Designs der Kameragehäuse nähern sich dem konventionellen Formenvorrat stärker an; die Formenvielfalt an exotischen Gehäuseformen geht, von einigen signifikaten Ausnahmen abgesehen (Dimage X, Modelle von Ricoh), zurück.

Ganz offen scheint die Entwicklung von Ausstattungsstandards im Bereich der SLR-Digitalkameras zu sein. Die meisten bisherigen Modelle basieren auf KB-SLR-Gehäusen des Midrange- oder Profi-Segments, denen meist ein digitales Rückteil aufgepfropft wird. Als optionales Zubehör zu den KB-SLR-Kameras Minolta 9000 und Minolta 7000 hat das übrigens Minolta bereits ca. 1988 (!) mit den Still Video Backs angeboten. Bei den aktuellen digitalen SLR-Modellen werden die sich durch digitale statt optischer Verarbeitung ergebenden Möglichkeiten jedenfalls noch kaum genutzt.

Siehe auch

  • Chronologie 1975-1999 (Chronologie),
  • Chronologie 2000 ff. (Chronologie)
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