1825 – 1900

Rückblick auf die Anfänge der Fotografie - 1825 – 1900.

Die Anfangsjahre der Fotografie sind – wie die Entstehungszeiten anderer Technologien auch – gekennzeichnet durch

  • eine Vielfalt an Methoden und Verfahren,
  • eine Fülle von Entdeckungen und Neuentwicklungen,
  • einen geringen Grad an Standardisierung,
  • erst aufkeimende Industrialisierung,
  • noch relativ geringe Bedeutung von Konzernen sowie
  • Einzelleistungen individualisierbarer Erfinder.

Die Entwicklung der Fotografie im 19. Jahrhundert erfolgt in den Schritten:

  • Entwicklung der fotografischen Verfahren;
  • Verbesserung und Rationalisierung der Verfahren;
  • Beschleunigung der Verfahren;
  • Verkleinerung der Apparaturen;
  • Standardisierung und Industrialisierung der Verfahren und Apparaturen;
  • Entwicklung eines Massenmarktes.

Ausgangssituation

Um 1800 sind eine Reihe von grundlegenden Erfindungen und Entdeckungen bekannt, welche die Entstehung fotografischer Verfahren ermöglichen:

  • Das Prinzip der Camera obscura, d.h. die Funktionsweise einer Lochkamera, ist seit der Antike bekannt und spätestens ab dem 14. Jahrhundert auch im mitteleuropäischen Raum dokumentiert und in Verwendung; die Projektion mittels einer Laterna magica ist seit etwa 1659 in Europa bekannt.
  • Eine Reihe von Bildreproduktionstechnologien sind verfügbar: Holzschnitt (spätestens ab 12. Jahrhundert), Kupferstich (vor 1500), Kontaktverfahren wie der Naturselbstdruck (vermutlich ab 15. Jahrhundert, spätestens jedoch ab 1700), Radierung (ab 16. Jahrhundert), Physionotrace (1786), Lithografie (seit 1796), Holzstich und Aquatinta (gegen Ende des 18. Jahrhunderts).
  • Optische und mechanische Grundlagen, z.B. die Linse (um 1550), der Ablenkspiegel (um 1685) und der Achromat (1729).
  • Lichtempfindliche Substanzen, so z.B. »phosphorus« (1674) und »scotophorus« (Silbernitrat, 1727).
  • Der Buchdruck mit beweglichen Lettern ist in Mitteleuropa seit 1440/65 verfügbar und leitet seitdem eine zunehmende Mechanisierung handwerklicher und künstlerischer Tätigkeiten ein (z.B. Auflösung der Skriptorien) und bereitet ein frühes marktwirtschaftliches Denken ein (nur geringfügig staatlich kontrolliertes System der Druckereien und des Buchhandels). Der Buchdruck etabliert auch das Papier gegenüber dem Pergament als vergleichsweise preiswertes Medium.
  • Die technische Intelligenz, verkörpert durch Künstler-Ingenieure wie Dürer und Da Vinci sowie diverse Handwerker und Geschäftsleute, hat Konstruktionsprinzipien wie die Zentralperspektive entwickelt und so die Technisierung des künstlerischen Arbeitens eingeleitet.
  • Gesellschaftlich entsteht ab etwa 1750 eine bürgerliche Mittelschicht, die wirtschaftlich weitgehend selbständig und intellektuell interessiert ist; es entstehen Universitäten und Salons, es entsteht ein europaweiter reger Gegankenaustausch unter Wissenschaftlern und Schriftstellern. Die Kolonien schaffen ein Interesse für das Exotische, das sich beispielsweise in zahlreichen Bildbänden mit Zeichnungen, Skizzen und Kupferstichen sowie der Entzifferung der Hierglyphen niederschlägt.
  • Die Wissenschaften haben sich mit Beginn der Neuzeit zwar zunehmend ausdifferenziert und spezialisiert, sind jedoch noch für Universalgelehrte in ihrer Gesamtheit überschaubar; dies ermöglicht interdisziplinäre Arbeiten und Entdeckungen von Idividuen.

Um 1800 kann man also ein Bild projizieren, skalieren und kurzzeitig speichern, jedoch noch nicht dauerhaft fixieren. Die Bildreproduktion erfordert noch das manuelle Geschick eines Spezialisten, wird jedoch bereits durch Naturselbstdruck und Physionotrace bereits partiell mechanisiert.

Durch den Buchdruck mit beweglichen Lettern ist klar, dass das mechanische Zerlegen von Schrift in diskrete Einheiten massive Rationalisierungsvorteile bewirkt; ein vollwertiges Äquivalent für die Bildreproduktion existiert jedoch nicht.

Die Forscher des frühen 19. Jahrhunderts beschäftigen sich jedoch noch nicht mit dem Rekombinieren diskreter Bildeinheiten, sondern versuchen zunächst, das Problem des Fixierens des latenten fotografischen Bildes zu lösen.

Das Zerlegen des Bildes in diskrete Einheiten und deren Rekombination wird erst rund ein Jahrhundert später thematisiert im Rahmen der Entwicklung der Bildtelegraphie, der Kinematographie, des Fersehens und noch einige Jahrzehnte später mit dem Beginn der Digitalisierung.

Frühe Experimente

Die ersten nachweisbaren Experimente zum Fixieren des fotografischen Bildes stammen aus den letzten Jahren des 18. Jahrhunderts: Claude Niepce und Joseph Nicéphore Niepce (um 1798) und Thomas Wedgwood (1799).

1813 entwickelt Joseph Nicéphore Niépce die Heliographie, ein Positiv-Verfahren; 1822 gelingt ihm erstmals das Anfertigen einer lichtbeständigen Kopie auf einer Glasplatte, 1824 auf einer beschichteten Zinkplatte. Das älteste erhaltene Bild dieser Art stammt aus dem Jahr 1826/27 und erforderte eine Belichtungszeit von acht Stunden.

Mit der 1825 entdeckten Prismenlinse wurde es möglich, das seitenverkehrte Bild der Camera obscura bereits in der Kamera umzukehren.

Erste praxistaugliche Verfahren

1829 schließt sich Niepce, wohl aus Geldmangel, mit Louis Jaques Mande Daguerre zusammen, um die Erfindung weiterzuentwickeln; Niepce stirbt vier Jahr später und Daguerre entdeckt 1837 die Kochsalzlösung zum Fixieren. Er verbessert das Verfahren noch bis 1839 weiter und stellt es schließlich der Öffentlichkeit als Daguerreotypie vor. Niepces und Daguerres Verfahren erfordern noch mehrstündige Belichtungszeiten und produzieren ein Unikat.

Seit 1834 arbeitet auch William Henry Fox Talbot an einem fotografischen Versuchen mit lichtempfindlichem Papier; er bezeichnet das Verfahren als »photogenische Zeichnung«. 1840 stellt er das erste Negativ-Verfahren vor, das er als Kalotypie (auch Talbotypie genannt) bezeichnet. Auch Talbots Verfahren benötigt noch lange Belichtungszeiten, sein Papiernegativ läßt sich jedoch beliebig oft reproduzieren.

Aus jenem fiktiven Erfindungsjahr der Fotografie – 1839 – sind diverse konkurrierende fotografische Verfahren bekannt; so hatte beispielsweise auch Hippolyte Bayard wohl ebenfalls ein Direkt-Positiv-Verfahren entwickelt, Friedrich Gerber behauptet, er könne bereits seit längerem Bilder der Camera obscura fixieren usw. Die Ausgangssituation der technischen Entdeckungen um 1839 hatte also anscheinend eine Art »technologischen Druck« erzeugt, der die Entwicklung praxistauglicher Verferfahren geradezu erzwingen musste.

Verbesserung der Verfahren

Nach 1839 arbeiten zahllose Forscher an der Verbesserung des fotografischen Verfahrens. Es werden weitere lichtempfindliche Silbersalze entdeckt, die Linsen für die Camera obscura werden verbessert, erste lichstarke Objektive werden gebaut und vor allem die Belichtungszeiten verkürzt.

Zu den Verbesserungen der Verfahren zählen die Verwendung von

  • albumisierten Glasplatten (Abel Niépce de St. Victor, 1847; Albumin-Verfahren),
  • albuminisiertem Papier (Louis Désiré Blanquard-Evrard, 1850)
  • Wachspapier (Gustave Le Gray, 1850) und der
  • Kollodium-Nassplatte (Frederick Scott Archer, 1851; wet plate process).

Die Belichtungszeiten konnten bereits beim Albuminverfahren auf 20 Minuten reduziert werden, was erstmals die Abbildung von lebenden Objekten (Visitenkartenporträts, insbesondere von Andre Adolphe Eugene Disdéri ab 1854) ermöglichte. Die Kollodium-Nassplatte verkürzte die Belichtungszeit weiter auf wenige Sekunden.

Diese Verfahren hatten jedoch selbstverständlich auch noch eine Reihe von Nachteilen:

  • Die Platten mussten vor Ort vorbereitet und sofort entwickelt werden; dies war sehr aufwändig und schränkte die Mobilität der Fotografie ein; aufgrund des nassen Kollodiumverfahrens musste ein Reisefotograf beispielsweise immer ein Dunkelkammerzelt mit sich führen.
  • Die Platten waren unterschiedlich empfindlich für die verschiedenen Anteile des Lichts (überweigend sensibilisiert für Blau), d.h. die Fotografien waren nur begrenzt abbildgetreu und nicht tonwertrichtig.
  • Die Arbeit mit großformatigen Fotoplatten verhindert Bildfolgen und Reihenaufnahmen.

Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts werden auch diese Probleme sukzessive gelöst:

  • Entwicklung verschiedener Trockenplatten (dry plates), die mit Tannin, Albumin oder Gelatine beschichtet waren (ab 1856), insbesondere die Gelatine-Trockenplatte (Richard Learch Maddox, 1871); industrielle Fertigung ab 1879.
  • 1861 veröffentlichte J. C. Maxwell das erste Farbbild als Nachweis für die Theorie der additiven Farbmischung.
  • Erste Untersuchungen über ein farbfotografisches Verfahren veröffentlicht Louis Ducos du Hauron 1862; 1868 präsentiert er erste farbige Pigmentdrucke und patentierte verschiedene Farbverfahren;
  • Gabriel Lippmann veröffentlicht 1891 seine »Methode der Photographie in Farbe mittels Interferenzmethode«.
  • A. L. de Poitevin unternimmt erste Versuche mit farbigen Bildern auf Papier.
  • Orthochromatische Sensibilisierung des Negativmaterials (Hermann Wilhelm Vogel, 1873); hierbei wird das Aufnahmematerial neben Blau auch für die Grün- und Gelbanteile des Lichts sensibilisiert;
  • 1869 erfand Edward Muybridge einen der ersten Verschlüsse; die ermöglichte einige Jahre später die ersten Reihenaufnahmen von beweglichen Motiven (ders., umbenannt in Eadweard Muybrigde, 1877); Muybridge setzte dafür bis zu 30 Kameras ein.
  • Étienne-Jules Marey konstruiert 1883 das fotografische Gewehr, mit dem er eine ganze Serie von Belichtungen auf einer Platte festhalten konnte; der Chronofotograf mit fester Platte und rotierendem Schlitzverschluss konnte – abhängig von der Belichtungszeit – bis zu hundert Bilder pro Sekunde anfertigen.
  • Ottomar Anschütz konstruiert 1888 eine Kamera mit Schlitzverschluss für extrem kurze Belichtungszeiten.
  • Panchromatische Platten werden ab 1906 verfügbar; hier sind die Fotomaterialien für alle Farben des Lichtspektriums sensibilisert, was die Voraussetzung für eine tonwertrichtige Wiedergabe in Grauwerten und die Farbfotografie ist.

Durch die Trockenverfahren und die Verkleinerung der Kameras wird die Fotografie mobil; ausserdem wird eine industrielle Fertigung des fotografischen Aufnahmematerials möglich, da nun die Fotoplatten auch gelagert werden können.

Um die Jahrhundertwende zwischen 19. und 20. Jahrhundert sind die Voraussetzungen geschaffen für die panchromatische Tonwertwiedergabe und damit die Farbfotografie.

Spezielle Aufnahmevorrichtungen ermöglichen Reihenaufnahmen und Bildfolgen (Chronofotografie), entweder mit einer Vielzahl von Kameras oder durch mehrere Belichtungen auf einer Platte; dies schafft die ersten Voraussetzungen für die Kinematographie und spezielle wissenschaftliche Verwendungen der Fotografie.

Frühe fotografische Anwendungen

Die frühsten erhaltenen Fotografien von Niepce, Daguerre, Talbot und Bayard zeigen Stilleben, Strassen- und Alltagsszenen und Ansätze zur Landschaftsfotografie; diese dürften daher wohl auch als älteste fotografische Genres gelten. Lebende und sich bewegende Motive konnten in der Frühzeit der Fotografie aufgrund mehrstündiger Belichtungszeiten noch nicht aufgenommen werden.

Die wohl erste kommerzielle Anwendung der Fotografie sind Porträts, die Andre Adolphe Eugene Disdéri ab 1854 erstellte (Visitenkartenproträts, carte-de-visite); in der Folgezeit entstehen zahlreiche Porträtstudios, die besonders vom mittelständischen Bürgertum frequentiert werden. Es setzt eine Verdrängung des Gewerbes der Poträtmaler ein. Die Porträtfotografie hatte auch unabhängig von dem Sonderfall der Visitenkartenporträts eine große Bedeutung für die Fotografie der Frühzeit; das Hauptprogram der langen Belichtungszeiten wurde durch spezielle Fixier- und Haltevorrichtungen wie Saronnys Universal-Kopfhalter und ein Übermaß an Geduld beim Porträtierten gelöst. Zu den Pionieren zählen beispielsweise Franz Hanfstaengl, Nadar, Courbet und Etienne Carjat.

Ab etwa 1847 wurde auch der Akt und die erotische Fotografie entdeckt, welche insbesondere durch die Stereofotografie starke Verbreitung fanden.

Aus der Frühzeit der Fotografie sind auch einige wenige Reisereportagen und bildliche Kriegsberichterstattungen bekannt; so hielt der Engländer Roger Fenton seine Reiseeindrücke aus Kiew, St. Petersburg und Moskau 1852 in den ersten Reisefotografien fest. 1855 fertigte Fenton im Krim-Krieg auch die erste Kriegs-Bildreportage mit 360 Aufnahmen an. Die Fotografien dieser Zeit erschienen jedoch noch nicht in Zeitungen, da die dafür erforderlichen Reproduktionsverfahren noch nicht verfügbar waren. Frühe Reisereportagen fertige beispielsweise auch Maxime Du Camp 1850 auf einer Expedition nach Ägypten an.

Die aktuelle Bildberichterstattung und Pressefotografie entwickelt sich ab 1880a, als die ersten Fotos als Illustrationen in Zeitungen erschienen: Stephen H. Horgan veröffentlicht im New Yorker »Daily Graphic« ein gerastertes Halbtonfoto. 1883 erscheint das erste Foto in einer deutschen Zeitungen: Georg Meisenbach veröffentlicht in der Leipziger »Illustrierten Zeitung« eine gerasterte Fotografie.

Eine weiterer früher Anwendungsbereich war die Chronofotografie, also Reihenaufnahmen und Bildfolgen, die gezielt die Grenzen des menschlichen Wahrnehmungsapparates sprengte. Als Pionier auf diesem Gebiet gilt Eadweard Muybrigde (eigtl. Edward Muybridge), der 1877 die ersten Reihenaufnahmen von beweglichen Motiven mit bis zu 30 Kameras anfertigte. Die Ergebnisse seiner Arbeiten veröffentlichte er in den 1887 erschienen Bildbänden »Animal Locomation« und »The Human Figure in Motion«, die annähernd 800 Lichtbilder enthält.

Verbesserungen dieses Verfahrens führte Étienne-Jules Marey ein, der 1883 das »fotografische Gewehr« konstruierte, mit dem er eine ganze Serie von Belichtungen auf einer Platte festhalten konnte; dies ermöglichte es, die Stadien eines Bewegungsablaufes innerhalb eines einzigen Bildes durch eine Art Mehrfachbelichtung darzustellen. Dieses Zerhacken eines Bewegungsablaufes in diskrete Phasen nimmt sehr konkret die späteren kinematographischen Bildzerlegungen vorweg.

Einen ähnlichen Ansatz verfolgte Ottomar Anschütz, der 1888 eine Kamera mit Schlitzverschluss für extrem kurze Belichtungszeiten konstruierte; ihm gelangen Momentaufnahmen fliegender Störche, laufender Pferde und anderer Tiere in Bewegung (Baatz 1997: 64).

Die Zeit der Amateurfotografie setzt 1888 mit der Entwicklung von Handkameras, insbesondere der Kodak Nr. 1, und der damit einhergehenden Vereinfachung des fotografischen Verfahrens ein. »Knipser« beginnen, mit der Kamera ihr Privatleben und ihr Umfeld zu dokumentieren. Diese Aufnahmen haben einen unschätzbaren soziologischen und historiographischen Wert.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts beginn auch die Entwicklung der Dokumentarfotografie; so begann beispielsweise Edward S. Curtis 1896 sein zwanzigbändiges fotografisches Werk über die Indianerstämme Nordamerikas, bei dem bis 1930 40.000 Negative entstehen.

Industrialisierung

Die Industrialisierung der Fotografie setzt zumindest ein Minimum an Standardisierung voraus; diese Entwicklung beginnt 1888 mit der ersten Rollfilmkamera, der Kodak Nr. 1, von George Eastman. Der Apparat war klein, leicht und mit 25 Dollar auch vergleichsweise preiswert; fotografiert wird zunächst auf dem papierbasierten »Stripping Film« und später auf dem zelluloidbasierten »American Film« mit jeweils hundert runden Bildern. Die ersten Handkameras waren nicht nur handlicher und preiswerter als die zuvor eingesetzten klobigen Klapp-, Falt- und Balgenkameras, sondern setzten auch eine Verarbeitungskette voraus. Neben der Durchsetzung des Rollfilms am Markt ist der Entwicklungsdienst die wohl wichtigste Erfindung, die Eastman in die Fotografie einbrachte.

Getreu dem Motto »You press the button, we do the rest« musste der Fotograf bei diesem Konzept nichts weiter tun als Motive zu suchen, auf den Auslöser zu drücken und später dann die fertigen Papierbilder zu betrachten: Eastman bot einen Entwicklungsdienst für 10 Dollar, bei dem man die Kamera samt abgeknipsten Film einschickte; nach Verarbeitung im Labor erhielt man dann die entwickelten Papierabzüge mit Abzügen zurück, in die Kamera war dann bereits vom Labor ein neuer Film eingelegt worden. Die Papierbilder wurden nicht vergrössert, sondern entsprachen in ihren Abmessungen der Negativgröße.

Die Kodak Nr. 1 war keineswegs die erste Handkamera – 1881 wurde beispielsweise die sogenannte Detektivkamara von Thomas Bolas konstruiert und zum Patent angemeldet – sie war jedoch die erste, die begann, einen Massenmarkt zu erschließen.

Massenmarkt

Eastman beginnt mit der Kodak Nr. 1, der Fotografie einen Massenmarkt zu erschließen. Sein Entwicklungsdienst ist der erste Schritt, die Fotografie für jedermann zu erschließen. Die Meilensteine in diesem Prozess sind:

  • Mit der Erfindung des Stripping Film auf Papierbasis (1884) werden fotografische Platten ersetzbar.
  • Mit dem Ersetzen des Papiers durch Zelluloid als Trägermaterial (American Film, ab 1888 [?]) wird die Verarbeitung von Film vereinfacht.
  • Die Einkapselung des Rollfilms (1891) ermöglichte die Umgehung des Entwicklungsdienstes durch die Möglichkeit der Tageslichtwechselung.
  • Ab 1900 stellt die deutsche Actien-Gesellschaft für Anilin-Fabrikation (später BASF) Rollfilme für die Tageslichtwechslung in industrieller Produktion her.
  • Verbesserungen der Schärfe und Verringerung der Körnigkeit der fotografischen Emulsionen ermöglichen die Verkleinerung des Filmformates.
  • Thomas Alva Edison führt 1891 [?] die Perforation von 35-mm-Film, der fortan als Kinofilm und Kleinbild-Film (135er) in der Fotografie genutzt wird.

Siehe auch

  • Chronologie der Fotografie.
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