Blitzlichfotografie mit der Konica Minolta Dynax 7 Digital

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Das Blitzsystem ist eine der traditionellen Stärken von Minolta-Kameras; seit rund einem Jahrzehnt ist auch eine drahtlose Blitzsteuerung ohne spezielles Zubehör möglich.

Auch die Konica Minolta Dynax 7 Digital besitzt zahlreiche Blitzfunktionen, einen integriertes Blitzgerät, einen Anschluss für externen Blitz (Blitzsynchronbuchse) sowie einen Aufsteckschuh für ein externes (System-) Blitzgerät.

Grundsätzlich bietet die D7D vier Möglichkeiten für die Blitzlichtfotografie:

• Integriertes Blitzgerät,
• Externe Blitzgeräte,
• Blitzsynchronanschluß,
• Drahtlose Blitzlichtfotografie.

Besitzt man denn ein modernes Systemblitzgerät der HS-(D)-Serie, beherrscht die D7D nette Funktionen wie die HSS-Kurzzeitblitzsynchronisation mit einer Verschlusszeit von 1/4000 Sekunde sowie die drahtlose TTL-Blitzsteuerung; ältere Systemblitzgeräte können an der D7D entweder gar nicht oder nur im manellen Modus betrieben werden. Für die ADI-Belichtungsmessung (Advanced Distance Integration) gelten zusätzliche Anforderungen: Sie funktioniert ausschließlich mit entsprechenden Objektiven, also den neuen Modellen der D-Reihe.

Integriertes Blitzgerät

Die Dynax 7 verfügt über ein integriertes Blitzgerät mit einer nominellen Leitzahl von 11, das man – bei Bedarf – manuell ausklappen muß: Glücklicherweise verzichtet Konica Minolta weiterhin auf irgendwelche amoklaufenden »Automatismen«, bei denen eingebaute Blitzgeräte plötzlich im Hochgebirge oder im Fußballstadion aufpoppen, und ganze Gebirgspanoramen erfolglos auszuleuchten versuchen.

Die Automatikfunktionen des integrierten Blitzgeräts umfassen eine Funktion zur Vermeidung roter Augen, er kann als Aufhellblitz eingesetzt werden, unterstützt die Langzeitsynchronisation und beherrscht ADI-Blitzbelichtungsmessung sowie Vorblitz-Messung; außerdem ist eine Synchronisation auf den 1. oder 2. Verschlussvorhang möglich.

Das integrierte Blitzgerät ist funktional, leuchtet mit Standardbrennweiten auf Distanzen von etwa einem Meter bis rund drei Meter Motive halbwegs anständig aus, ersetzt aber eine anständige Lichtquelle nur im äußersten Notfall. Für meinen Geschmack liefert das Blitzgerät unausgewogen viel Licht, so dass eine Blitzbelichtungskorrektur fast immer erforderlich ist. Zudem hatte ich bei Verwendung des intrgrierten Blitzgeräts als Aufhellblitz häufig seltsame »Störungen« des gesamten Belichtungssystems, die jedoch bisher nach Aus- und anschließendem Wiedereinschalten der Kamera immer wieder verschwanden.

Abbildungen: Seltsame »Störungen« des gesamten Belichtungssystems bei Verwendung des integrierten Blitzgeräts als Aufhellblitz.

Die EXIF-Information gibt als Lichtquelle »unidentified« an, in den Minolta Camera Settings ist eine Belichtungskorrektur von -1,5 EV verzeichnet, obwohl am Belichtungs- bzw. Blitzbelichtungskorrektur- Einstellrad keine eingestellt war; interessanterweise geben die Minolta Camera Settings als Flash Mode »fill flash« an.

Nach Aus- und anschließendem Wiedereinschalten der Kamera verschwinden diese seltsamen »Störungen«.

Während mich der qualitativ vergleichbare integrierte Blitz der Minolta Dynax 9 bereits nach kurzer Zeit überzeugte, dass er zumindest der Kamera nicht schadet, bin ich davon angesichts des wackeligen Dingens der D7D keineswegs überzeugt. Wenn man die Kamera überwiegend am Objektiv hält, stößt man mit der Hand ständig an die Blitzabdeckung, die dan vor sich hinklappert: Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis das gesamte Blitzgerät bei intensiverem Einsatz herausbricht oder zumindest verkantet.

Leider hat der integrierte Blitz noch eine Zusatzfunktion: Er dient als Ersatz für ein infrarotes Autofokus-Hilfslicht. Kann der AF mangels Licht nicht mehr anständig fokussieren, muss man das entweder manuell erledigen, oder Blitzgerät ausklappen und darauf hoffe, dass das nun folgende Blitzgewitter dem AF zum Fokussieren überreden kann. Das funktioniert leider eher schlecht als recht, wie nachstehendes Bild zeigt:

Abbildung: Dynax 7D mit aktiviertem Anti-Shake-System und ausgeklapptem internen Blitz.

Bei wenig Umgebungslicht sendet der eingebaute Blitz einen Messblitz zum Fokussieren, der jedoch erheblich schlechtere Ergebnisse liefert als ein echtes infrarotes AF-Hilfslicht, wie es beispielsweise noch die Dynax 9 besitzt. Das Anti-Shake-System greift in diesem Fall natürlich nicht, weil die Kamera gar nicht erst korrekt fokussiert (1/60 Sekunde, Blende 5,6 (28/5), aktiviert, 200 ASA; Brennweite 70 mm).

Glücklicherweise kann man durch das in der Regel gut funktionierende Anti-Shake-System in den meisten Fällen auf das integrierte Blitzgerät verzichten.

Externe Blitzgeräte

An der Dynax 7 Digital können derzeit ausschließlich fünf neuere Blitzgeräte zum Automatikblitzen verwendet werden:

• Dynax Program Flash 2500 (D)
• Dynax Program Flash 3600HS (D)
• Minolta Program Flash 5600HS (D)
• Makro-Ringblitz 1200 mit Makrosteuereinheit
• Makro-Zwillingsblitz 2400 mit Makrosteuereinheit.

Ältere Blitzgeräte wie der Minolta Program Flash 5400HS, der Minolta Program Flash 5400xi und der Minolta Program Flash 5200i sowie der Minolta Program Flash 4000AF in Verbindung mit dem Blitzadapter FS-1100 können an der D7D ausschließlich mit manueller Blitzsteuerung verwendet werden. Auch die drahtlose Blitzsteuerung funktioniert mit keinem dieser älteren Blitzgeräte. Für Blitzgeräte anderer Hersteller, namentlich für die von Metz, gibt es zumindest teilweise Adapter.

Minolta hat den Blitzanschluss für die hauseigenen AF-Kameras mehrfach geändert; ein alter Minolta Program Flash 2800AF passt beispielweise nur an die Kameras der ersten AF-Generation wie die Minolta 9000; für Blitzgeräte wie den Minolta Program Flash 5400xi wurde ein proprietärer Anschluss eingeführt, diese Geräte lassen sich also an älteren Kameras nicht mehr nutzen, dafür aber beispielsweise an der Minolta Dynax 9xi. Der 5400xi passt zwar vom Anschluss her an neue Kameras wie die Dynax 9 oder die Dynax 7 Digital, ist aber elektronisch inkompatibel: Er kann nur mit manueller Blitzsteuerung verwendet werden. Für meinen Geschmack hat Minolta also einfach zu häufig die Abwärtskompatibilität aufgegeben: Kaum jemand kauft eine Systemkamera vom Markenhersteller, die ja eben in ein Kamerasystem eingebettet sein soll, und kauft zu jeder neuen Kamerageneration neue Blitzgeräte. Ich kann nachvollziehen, dass neue Funktionen neuer Blitzgeräte wie die HSS-Kurzzeitblitzsynchronisation natürlich nicht von älteren Blitzgeräten geboten werden können, ich erwarte aber, dass ich an neueren Kameras die alten Funktionen des alten Blitzgeräts nutzen kann. Mit anderen Worten: Minolta honoriert Marken- und Systemtreue nicht und verärgert durch die Inkompatibilitäten die Altkundschaft. Solche Ärgernisse kennen allerdings Besitzer von Nikon- oder Pentax-Kameras ebenfalls.

Blitzsynchronanschluß

An den Blitzsynchronanschluß der D7D kann eine Studioblitzanlage mit einem Standardsynchronstecker angeschlossen werden. Laut technischen Spezifikationen ist der Anschluß der D7D mit Steckern positiver und negativer Polarität sowie bis zu einer Spannung von 400 Volt kompatibel. Man kann dann, wie man es gewohnt ist, mit seiner Blitzanlage arbeiten, verzichtet aber natürlich auf alle Automatikfunktionen. Eventuell ist es notwendig, einen benutzerdefiniterten Weißabgleich durchzuführen; das kann schwierig sein, insbesondere bei sehr leuchtstarken Blitzköpfen; statt auf eine weiße Fläche zu messen, sollte man dann eine Graukarte zur Blitzbelichtungsmessung verwenden.

Drahtlose Blitzlichtfotografie

Prinzipiell kann man den integrierten Blitz der D7D auch als Steuerblitz für eine Blitzanlage verwenden, wenn die Blitzanlage über eine Fotozelle verfügt. An meiner alten Blitzanlage Nieber Profi-Flashlight SB 250 funktioniert die D7D ein wenig hakelig: Der Blitzkopf löst nicht immer aus; das kann aber auch an der alternden externen Fotodiode liegen.

Die drahtlose Blitzlichtfotografie ist ebenfalls möglich mit Minolta-Systemblitzgeräten; mein Minolta Program Flash 5400xi reagiert aber auf einen Steuerblitz der D7D überhaupt nicht, ebenso wenig wie an der Minolta Dimage 7Hi; das dürfte an eine prinzipiellen Inkompatibilität dieser alten Systemblitzgeräte zu neueren Dynax-Kameras liegen, ich kann daher mangels eines geeigneten modernen Minolta-Blitzgeräts leider keine praktischen Erfahrungen liefern.

Wenn Sie Erfahrungen mit der D7D und drahtloser Blitzlichtfotografie haben: Mailen Sie mir ihre Erfahrungen (Kontakt), oder verfassen Sie einen Beitrag im Forum!

Siehe auch

• Belichtungsmessung der D7D.

Kompatibilität der Minolta Blitzgeräte - unterstützte Funktionen der Blitzgeräte 5600HS (D), 5400 HS, 3600 HS (D), Makro-Zwillingsblitz 2400, Makro-Ringblitz 1200, Makro-Flash 1200 AF-N, 3500 xi und 2000 xi an den Kameras Dimage 7Hi, Dimage 7i, Dimage 7, Dimage 5, Dynax 9, Dynax 7, Dynax 5, Dynax 505si Super, Dynax 404si, Dynax 4 und Vectis S-1, Stand: 08/2002.

Erfahrungsberichte zur Blitzlichtfotografie:
Nieber Profi-Flashlight SB 250 - fotografische Blitzanlage
Fotografische Blitzgeräte von Minolta

Blitzlichtfotografie mit der Minolta Dimage 7Hi

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