Photo Porst

Die Photo Porst AG ist eine Kette von Foto-Fachgeschäften, die lange Zeit als ältestes und größtes Fotohaus Deutschlands oder gar als größtes Fotofachgeschäft der Welt [1] galt und »den deutschen Hobby-Foto-Markt wie kein anderes Unternehmen« geprägt hat« [2].

Das Unternehmen wurde am 1. Juli 1919 von Hanns Porst in Nürnberg gegründet; von Hanns Porst stammt auch der berühmte Leitspruch »Wer photographiert hat mehr vom Leben«.

Zu den Hausmarken von Photo Porst gehörten HAPO, Porst reflex und Carena, mit denen die damalige Preisbindung der Kamerahersteller unterlaufen werden konnte. Eine kommentierte Übersicht der einzelnen Modelle findet sich unter www.kamera-geschichte.de. Die Idee, günstige Kameras von Hausmarken anzubieten, griffen später beispielsweise das Versandhäuser Quelle (REVUE) sowie Neckermann und Obergassner (OGA) auf.

Durch die Umwälzungen der Fotowirtschaft in den 1960er Jahren mußte Porst sein Verkaufskonzept ändern; hatte das Unternehmen zuvor vor allem große Läden betrieben, wurden am etwa 1964 zahlreiche kleine Ladengeschäfte in zentraler Lage eröffnet, später kamen noch zahlreiche Franchise-Partner hinzu.

Hanns Porsts Sohn Hansheinz übernahm 1960 die Unternehmensleitung und führte 1972 als vergesellschaftendes Experiment die »totale Mitbestimmung« ein; eine Mitarbeitergesellschaft wurde gegründet, das Unternehmen und dessen Leitung an die Mitarbeiter übergeben, und Hannsheinz Porst zog sich 1978/79 vollständig aus der Unternehmensleitung zurück [3]. 1982 wurde das Experiment für gescheitert erklärt und die Schweizer Firma Interdiscount übernahm die Mehrheit der Firmenanteile. Im September 1996 ging die Porst AG zu einem Kaufpreis von 100 Millionen Mark in Besitz des belgischen Fotokonzern Spector NV über [4]. Zum damaligen Zeitpunkt gehörten folgende operativ tätige Gesellschaften zur Photo Porst AG:

  • Photo Porst Center GmbH,
  • Photo Porst Franchise GmbH und
  • Photo Porst Vertrieb GmbH [5]

Im Februar 2001 übernahm die 1997 gegründete PixelNet AG die Photo Porst AG von der Spector Photo Group NV zum symbolischen Kaufpreis von einer Mark [6]; Photo Porst soll im Februar 2001 noch einen Marktanteil von rund neun Prozent am deutschen Bildermarkt gehabt haben [7].

Im Juni 2002 mußte die PHOTO PORST AG dann Insolvenz anmelden [8]; die Namensrechte gingen an die Fürther RINGFOTO Gruppe [8], und »Photo Porst« existiert heute nur noch als Marke der RINGFOTO-Gruppe weiter. Den früheren Zentralvertrieb und dessen anhängige Filialen gibt es nicht mehr.

Die RINGFOTO-Gruppe weist darauf hin, dass durch die »Übernahme« keine Rechtsnachfolge der Photo Porst AG entstanden sei; die heutigen Photo-Porst-Fachgeschäfte seien selbständige und eigenständige Unternehmen, die per Mitgliedschaft in der RINGFOTO-Gruppe den Markennamen »PHOTO PORST« vertraglich geregelt weiterhin nutzen [9]. Möglicherweise betrifft diese Ablehnung der Rechtsnachfolge Gewährleistungsansprüche an bei Porst erworbenen Gerätschaften. Betroffen von dieser Regelung sind rund 350 Fachgeschäfte und 1200 Foto-Abgabestellen von Photo Porst [10].

Das Bildergeschäft (Namensrechte am »Königsbild«) wurde ebenfalls Mitte 2002 zunächst von Kodak übernommen [11], ebenso die PORST Bilderfabrik, ein Großlabor in Schwabach; Kodak verkaufte diese später an KFS und V-Dia, die allerdings im April 2004 Insolvenz anmeldeten [12]. Auch die Bitterfelder PixelNet AG ging in die Insolvenz, ebenso wie die PixelNet-Tochter ORWO [13]. Im Oktober 2003 wurde die insolvente PixelNet AG dann an eine Investorengruppe verkauft [14].

Weiterführende Informationen

Kontakt

RINGFOTO GmbH & Co. ALFO Marketing KG
Benno-Strauß-Str.39, 90763 Fürth
Tel: 0911 / 65 85 - 0

Werbung

Ältere Porst-Werbeanzeige:

http://www.kefk.net/Fotografie/Händler/DE/Bundesweit/Porst/Werbung/Photo-Porst_small.jpg

Abbildung: Ältere Werbeanzeige von Photo Porst für eine kompakte 2,1-Megapixel-Digitalkamera vom Typ »SiPix SC-2100« mit 2-fachem Digitalzoom, Makro-Modus, Serienbildfunkion und USB-Schnittstelle; Speichermedium: Campact Flash; Brennweite des Objektivs: 6,73 mm, Blendenbereich 1:3 bis 1:8. Prospekt von Anfang 2002, nach der Übernahme durch PixelNet. Vergleichbare Markengeräte kosteten damals gut das drei- bis vierfache.

Netmarks

fn1. http://www.heise.de/newsticker/meldung/15488

fn2. Josef Seidl in http://www.kamera-geschichte.de/

fn3. http://www.kamera-geschichte.de/files/porst_unternehmen_deutsch.htm

fn4. http://www.heise.de/newsticker/meldung/15488

fn5. http://www.golem.de/0206/20481.html

fn6. http://www.heise.de/newsticker/meldung/15488

fn7. http://www.golem.de/0206/20481.html

fn8. http://www.heise.de/newsticker/meldung/28534

fn9. http://www.photo-porst.de/cms/cms_porst.nsf/id/58C922C9F5245621C1256D180053A919

fn10. http://www.heise.de/newsticker/meldung/30435

fn11. http://www.zdnet.de/news/business/0,39023142,2120946,00.htm

fn12. http://www.kamera-geschichte.de/files/chronik_deutsch.htm

fn13. http://www.kamera-geschichte.de/files/chronik_deutsch.htm

fn14. http://www.kamera-geschichte.de/files/chronik_deutsch.htm