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Trainspotting: Amerikas letzte Dampfzüge - Fotografiert von O. Winston Link
Im Hamburger Museum der Arbeit sind ab dem 24. April erstmals in Deutschland Arbeiten des amerikanischen Fotografen O. Winston Link zu sehen. Unter dem Titel "Trainspotting" präsentiert das Haus während der "4. Triennale der Photographie Hamburg" 80 Aufnahmen des berühmten Vertreters der "rail photography." Ogle Winston Link hat in den 1950er Jahren mehrere tausend Aufnahmen von der "Norfolk and Western Railway Company" angefertigt, der letzten Eisenbahngesellschaft, die ihre Strecken zwischen West Virginia und North Carolina ausschließlich mit Dampflokomotiven betrieb. Link fertigte spektakuläre Nachtaufnahmen der Züge an, deren Ablösung durch Diesellokomotiven kurz darauf begann. Für die Aufnahmen leuchtete Link ganze Bahnhöfe und Landschaftsareale mit Blitzlicht aus. Er fotografierte aber auch die Beschäftigten, die Reisenden und das Leben in den Städten und Siedlungen entlang der Strecken und dokumentierte die Bedeutung der Bahn für die Menschen. In der Ausstellung wird der Besucher zum Trainspotter. Anhand von Schwarz-Weiß- und Farb-Fotografien, Hörstationen mit historischen Tonaufnahmen von den Bahnhöfen und Zügen, Landkarten und Filmen taucht er in die Dampfzugfahrten durch die Landschaft der amerikanischen Appalachen in den 1950er Jahren ein. Zur AusstellungOgle Winston Link (1914-2001) war ein viel beschäftigter Werbefotograf in New York, als er 1955 mit seiner langjährigen Dokumentation der Norfolk and Western Railway begann. Die N&W war berühmt für ihre hoch entwickelten Dampflokomotiven – „the finest steam engines ever built“ – mit denen sie als letzte Eisenbahngesellschaft der Vereinigten Staaten ihren Zugverkehr noch im reinen Dampfbetrieb unterhielt. Doch auch hier ging die Dampfära zu Ende, genau in dem Zeitraum, als Link seine Aufnahmen anfertigte. Mit einem ungeheuren technischen Aufwand, der oft tagelange Vorbereitungen für eine Fotografie bedeutete, fertigte er Nachtaufnahmen der Züge an, die er mit gigantischen Lichtanlagen ausleuchtete. Durch diese theatralische Lichtführung, die ihm weitgehende Kontrolle über die Bildwirkung verschaffte, inszenierte O. Winston Link die imposante Technik und Urgewalt der Lokomotiven. Gleichzeitig zeigte er in seinen bühnenbildähnlichen Kompositionen die vielfältigen Beziehungen zwischen der Bahn, der Landschaft und dem Leben der Menschen an der Strecke. Winston Link hat sich nicht nur von der Technik faszinieren lassen, sondern daneben die Arbeit der Heizer, Lokführer, Rangiere, Telegraphen, Stationsvorsteher usw. dokumentiert und vielfältige Einblicke in die Arbeitsbedingungen und Abläufe einer Eisenbahngesellschaft festgehalten. Ein besonderes Thema war für ihn das Leben der Menschen entlang der meist ländlichen Strecken. Viele Aufnahmen zeigen, wie der Alltag in den Orten durch den Zugverkehr bestimmt wurde und wie die Eisenbahn mit ihren Viadukten, Tunnel und Gleisanlagen die Landschaft geprägt hat. Für viele der abgelegenen Dörfer stellte die Eisenbahn bis dahin die wichtigste Verbindung zur Außenwelt dar und die nächtlichen Güterzüge waren grundlegend für Industrie und Handel. Hier fand er eine Lebensweise, die das ländliche Amerika über Jahrzehnte geprägt hatte und die sich nach dem Zweiten Weltkrieg rasant wandelte. Dieses „rural life“ seiner Kinderzeit wollte er in seinen Bildern festhalten. In sechs Themenbereichen präsentiert die Ausstellung die Züge und die Dampftechnik, die Arbeitsabläufe und Beschäftigten der Norfolk & Western, die Menschen und Orte an den Bahnstrecken, Reisende in den Zügen, das Ende des Dampfverkehrs und die Arbeitsweise des Fotografen O. Winston Link. Über O. Winston LinkWinston Link wurde am 16. Dezember 1914 in Brooklyn, New York, geboren. Er studierte Hoch- und Tiefbau am Polytechnic Institute in Brooklyn, wo er auch als Fotograf arbeitete. Nach seinem erfolgreichen Abschluss 1937 arbeitete er als Fotograf bei einer Werbeagentur und machte sich 1945 mit einem eigenen Fotostudio selbständig. 1955 begann Link die Züge der „Norfolk & Western Railway zu fotografieren, die letzte Eisenbahngesellschaft, die ausschließlich Dampfantrieb nutzte. Als im Mai 1960 die letzten Dampflokomotiven schließlich durch Dieselmaschinen ersetzt wurden, beendete Link die Dokumentation, die neben den Fotografien auch Ton- und 16mm-Filmaufnahmen umfasste. Seine Serie über die „Norfolk & Western“ erregte erst ab 1983 die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit, als mehrere Museen in den USA und Großbritannien sein Werk ausstellten. Seine Berühmtheit wuchs mit der Veröffentlichung der beiden Bücher über die Eisenbahn – „Steam, Steel & Stars“ (1987) und „The Last Steam Railroad in America“ (1995). Im Jahr 2000 begannen die Planungen für ein Museum mit dem Schwerpunkt auf Links Eisenbahnfotografien. In 2004 wurde das „O. Winston Link Museum“ in der „Norfolk & Western Passenger Station“ in Roanoke, Virginia eröffnet. Winston Link hat die Eröffnung des Museums leider nicht mehr erlebt: er starb im Januar 2001. TerminAusstellung im Rahmen der 4. Triennale der Photographie Hamburg
Netmarks
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